kennen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈkɛnən ]

Silbentrennung

kennen

Definition bzw. Bedeutung

  • mit jemandem bekannt sein

  • über jemanden/etwas Bescheid wissen

Begriffsursprung

Seit dem 9. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch: kennen; althochdeutsch: -kennen; aus westgermanisch: *kann-eja-

Konjugation

  • Präsens: kenne, du kennst, er/sie/es kennt
  • Präteritum: ich kann­te
  • Konjunktiv II: ich kennte
  • Imperativ: kenne/​kenn! (Einzahl), kennt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­kannt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für ken­nen (Synonyme)

(jemandem) bekannt sein
Kontakt haben (zu jemandem)
mit jemandem in Verbindung stehen
zu jemandes Umfeld gehören
(jemandem) etwas sagen
(jm.) bekannt (sein):
im Gedächtnis vorhanden
von vielen gekannt, im Allgemeinwissen vorhanden
(jemanden) an der Hand haben (ugs.)
über entsprechende Kontakte verfügen
(die) Tradition will (dass)
(es) ist Tradition (dass)
(etwas) immer so machen (ugs.)
(so) üblich sein
immer so sein (ugs.)
Tradition haben (Hauptform)
auskennen:
etwas gut kennen; Bescheid wissen, mit etwas umgehen können
befreundet sein

Redensarten & Redewendungen

  • bessere Tage gekannt haben
  • bessere Zeiten gekannt haben
  • etwas in- und auswendig kennen
  • etwas wie seine eigene Tasche kennen
  • etwas wie seine Hosentasche kennen
  • etwas wie seine Westentasche kennen
  • da kennt jemand nichts
  • das kennen wir
  • den Pfiff kennen
  • die Platte kennen
  • jemanden vom Sehen kennen
  • jemanden vom Wegsehen kennen
  • jemanden von dieser Seite nicht kennen
  • Jugend kennt keine Tugend
  • keine Gnade kennen
  • keine Grenzen kennen
  • keine Verwandten kennen
  • seine Pappenheimer kennen
  • sich selbst nicht mehr kennen
  • weder Maß noch Ziel kennen

Beispielsätze

  • Ich kenne deinen Freund schon lange.

  • Ich kenne die Gegend.

  • Ja, ja - ich kenne das schon.

  • Wer eine Frau kennt, kennt alle Frauen, wer hundert kennt, kennt keine Frau.

  • Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren.

  • Tom kennt den Mann von Mary.

  • Ich bin der Einzige, der sie kennt.

  • Ich kannte noch Ihren Ururgroßvater.

  • Allzugut habe ich die nicht gekannt.

  • Hier kennen sich die Leute und helfen einander.

  • Ich kenne euch sehr gut.

  • Ich lernte die griechische Kultur kennen.

  • Er kennt sich in der Geschichte der Vereinigten Staaten gut aus.

  • Ihr kennt sie doch nicht, oder?

  • Man kann nicht an Götter glauben, die man nicht kennt.

  • Tom kennt zwar nicht die ganze Wahrheit, behauptet aber trotzdem, dass ich wahrscheinlich falschliege.

  • Wann lernen wir denn Ihre Verlobte kennen?

  • Obwohl er erst vor einer Woche angefangen hat, Chinesisch zu lernen, kennt er schon viele Schriftzeichen.

  • Ich kenne dich doch.

  • Sie kennen den Weg.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Aber auch die meisten Ab-und-zu-Bahnfahrer kennen TiMo nicht.

  • Aber dann lernte M. seine jetzige Ehefrau kennen, sie gab ihm Stabilität, seine Situation beruhigte sich.

  • Aber das ist ihre Schuld, denn manche kennen und verstehen nichts.

  • Aber das Spiel kennen wir eh schon.

  • Aargauerinnen und Aargauer kennen die Geschichte.

  • 1977 lernten sich Roberto und Eva bei einer Miss-Wahl kennen.

  • 2005 spielte sie in "Brokeback Mountain" und lernte Heath Ledger kennen und lieben.

  • Wie gut kennen Sie den "King"?

  • Aber das kennen die Besucher ja schon von der Konferenz mit dem Innenminister.

  • Märchen inszeniert sie, aber nicht wie sie die Kinder aus den Büchern kennen.

  • Arbeitgeber lernen engagierte junge Leute kennen - vielleicht spätere Ferienaushilfen, Praktikanten oder Lehrlinge.

  • Also, jetzt habt ihr ja mehrere Arten von Zweiflern kennen gelernt.

  • Im Gegensatz zu Maryland kennen die beiden Bundesstaaten auch die Todesstrafe für Jugendliche.

  • Sie lernen sich kennen und sprechen sich mit Comrade an.

  • Johann Klopreis ist ein lammfrommer Theologiestudent und lernt Adolph wider Willen kennen.

  • Die Männer kennen sich und wissen, wie gut oder wie schlecht sie sind.

Häufige Wortkombinationen

  • jemanden kennen lernen

Wortbildungen

Untergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf ken­nen?

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb ken­nen be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 3 × N, 2 × E & 1 × K

  • Vokale: 2 × E
  • Konsonanten: 3 × N, 1 × K

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von ken­nen lautet: EEKNNN

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Köln
  2. Essen
  3. Nürn­berg
  4. Nürn­berg
  5. Essen
  6. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Kauf­mann
  2. Emil
  3. Nord­pol
  4. Nord­pol
  5. Emil
  6. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Kilo
  2. Echo
  3. Novem­ber
  4. Novem­ber
  5. Echo
  6. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 9 Punkte für das Wort.

kennen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort ken­nen ent­spricht dem Sprach­niveau A1 (Sprach­ni­veau­stu­fen nach dem Ge­mein­sa­men euro­pä­ischen Re­fe­renz­rah­men für Sprachen ) und kam im letz­ten Jahr häu­fig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

  • Top 1000 der beliebtesten Wörter in 2007
  • Top 1000 der beliebtesten Wörter in 2004
  • Top 1000 der beliebtesten Wörter in 2003
  • Top 1000 der beliebtesten Wörter in 2002
  • Top 1000 der beliebtesten Wörter in 2001

Anmerkung:​ Das Wortranking bezieht sich auf den in­ter­nen Text­kor­pus,​ der mehrere Quel­len zu­sam­men­fasst. Es sagt je­doch nichts über die Ge­läu­fig­keit des Wor­tes im münd­li­chen Sprach­ge­brauch aus.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Ano­nym­ver­fü­gung:
von einer Verwaltungsbehörde verhängte Sanktion, die einer Person schriftlich zugestellt wird, die den Täter kennt bzw. leicht herausfinden kann
er­fah­ren:
durch eigenes Erleben kennen lernen
Frem­de:
eine weibliche Person, die man nicht kennt
Ge­heim­schrift:
verschlüsselte oder unsichtbar gemachte schriftliche Wiedergabe der Wörter einer Sprache, sodass ein Text nur von den Leuten gelesen werden kann, die das Verschlüsselungssystem kennen oder wissen, wie man ihn sichtbar macht
Ge­schichts­lo­sig­keit:
die Tatsache, dass man die eigene Geschichte nicht kennt und sich ihrer nicht bewusst ist
Pflicht­lek­tü­re:
die Lektüre bestimmter Texte, die jemand unbedingt kennen muss, um das grundlegende Verständnis für ein Fachgebiet oder Ähnliches zu erhalten
raus­fin­den:
den Weg nach draußen kennen
Re­fle­xi­on:
Fähigkeit eines Programms, seine eigene Struktur zu kennen und diese, wenn nötig, zu modifizieren
Un­si­cher­heits­fak­tor:
Moment, das einen Verlauf (einschneidend) beeinflussen kann, über das man aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt wenig Information hat; eine unbekannte Größe, deren Relevanz man nicht kennt
wohl­be­kannt:
allgemein und gut bekannt, von vielen gekannt

Buchtitel

  • Auf dem Weg, den niemand kennt Manuela Thoma-Adofo | ISBN: 978-3-46637-233-1
  • Between Us – Die große Liebe kennt viele Geheimnisse Mhairi McFarlane | ISBN: 978-3-42652-935-5
  • Blood and Ash – Liebe kennt keine Grenzen Jennifer L. Armentrout | ISBN: 978-3-45327-505-8
  • Das Labyrinth kennt keine Gnade Rainer Wekwerth | ISBN: 978-3-40151-222-8
  • Dein Herz kennt den Weg Jana Haas | ISBN: 978-3-44222-258-2
  • Der die Pferde kennt Mark Rashid | ISBN: 978-3-44015-096-2
  • Der Himmel kennt keine Günstlinge Erich Maria Remarque | ISBN: 978-3-46205-236-7
  • Der Körper kennt den Weg Johannes B. Schmidt | ISBN: 978-3-46630-773-9
  • Die Liebe kennt den Weg zurück Jana Lukas | ISBN: 978-3-45342-425-8
  • Edition Piepmatz: Welche Zahlen kennst du schon? 1, 2, 3 – so viele Sandra Grimm | ISBN: 978-3-47341-827-5
  • Ein starker Körper kennt keinen Schmerz Werner Kieser | ISBN: 978-3-45320-099-9
  • Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit! Susa Apenrade, Barbara Korthues | ISBN: 978-3-40151-157-3
  • Ich kenn doch meine Pappenheimer Rolf-Bernhard Essig | ISBN: 978-3-41171-107-9
  • Ich kenne mich Marianne Wellershoff | ISBN: 978-3-32810-831-3
  • Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte Susan Fletcher | ISBN: 978-3-45864-367-8

Film- & Serientitel

  • Accidents… der Tod kennt kein Erbarmen (Film, 1989)
  • Callgirl Affair – Ein Vater kennt kein Tabu (Fernsehfilm, 1996)
  • City Limits – Sie kennen kein Erbarmen (Film, 1984)
  • Civil War – Ein Krieg kennt keine Helden (Fernsehfilm, 2006)
  • DAM999 Wasser kennt keine Gnade (Film, 2011)
  • Das Grauen kennt keine Grenzen (Film, 1993)
  • Das Herz kennt kein Gesetz (Film, 2001)
  • Das Schicksal kennt kein Erbarmen (Fernsehfilm, 1981)
  • Der Himmel kennt keine Tränen (Fernsehfilm, 1992)
  • Der Tod kennt keine Freundschaft (Fernsehfilm, 2001)
  • Deranged – Wie gut kennst du deine Freunde? (Film, 2012)
  • Die Feuerspringer – Sie kennen keine Angst (Fernsehfilm, 2008)
  • Die Nacht kennt keine Zeugen (Film, 1987)
  • Die Wahrheit kennt nur der Tod (Fernsehfilm, 2007)
  • Eine Frau kennt keine Gnade (Film, 1988)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: kennen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2024, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: kennen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 5395360, 2365680, 12418630, 12388720, 12383230, 12327260, 12326370, 12306520, 12293910, 12250260, 12232480, 12208250, 12205730, 12187710, 12148550, 12118890 & 12084730. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742
  2. volksfreund.de, 28.06.2023
  3. bernerzeitung.ch, 26.01.2021
  4. revue.lu, 24.10.2019
  5. sn.at, 14.01.2018
  6. basellandschaftlichezeitung.ch, 19.10.2017
  7. kurier.at, 01.12.2014
  8. kurier.at, 05.12.2013
  9. stern.de, 17.08.2012
  10. heute.de, 20.08.2011
  11. pnn.de, 11.05.2010
  12. teckbote-online.de, 24.11.2009
  13. ngz-online.de, 18.03.2006
  14. ln-online.de, 28.10.2002
  15. TAZ 1997
  16. TAZ 1996
  17. Süddeutsche Zeitung 1995