Krampf

Substantiv (Nomen), maskulin (männlich)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ kʁamp͡f ]

Silbentrennung

Einzahl:Krampf
Mehrzahl:Krämpfe

Definition bzw. Bedeutung

  • erfolglose oder unverhältnismäßige Bemühung

  • harte Arbeit, mühselige Anstrengung

  • Medizin: ungewollte starke Muskelanspannung, die mit sehr großen Schmerzen verbunden sein kann

Begriffsursprung

Seit dem 10. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch: krampf; althochdeutsch: krampf, krampfo; altsächsisch: krampo; zu dem altdeutschen Adjektiv kramph ‚gekrümmt‘, krumm gebildet; aus gleichbedeutend germanisch: *krampa-; zu dem Verb *krimp-a- ‚zusammenkrampfen‘ gebildet Rückbildung zum Verb krampfen in der schweizerischen Bedeutung ‚hart arbeiten, schuften‘.

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativder Krampfdie Krämpfe
Genitivdes Krampfes/​Krampfsder Krämpfe
Dativdem Krampf/​Krampfeden Krämpfen
Akkusativden Krampfdie Krämpfe

Anderes Wort für Krampf (Synonyme)

Flickschusterei:
abwertend: eine schlampig ausgeführte Arbeit, die zahlreicher Nachbesserungen bedarf
Gestümper (ugs.)
miserable Arbeit
Mist (ugs.):
als Schimpfwort bzw. Fluch verwendeter Ausdruck
Murks (ugs.):
umgangssprachlich: Arbeit mit schlechtem, fehlerhaftem oder unordentlichem Ergebnis
umgangssprachlich: das Ergebnis solcher Arbeit
Murkserei (ugs.)
Pfusch (ugs.):
schlechte, nachlässig oder bewusst mangelhaft ausgeführte Arbeit
Schwarzarbeit, illegales Beschäftigungsverhältnis
Pfuscharbeit
Pfuscherei (ugs.):
Handlungsweise oder Ergebnis einer solchen Handlung, die in deutlichem Maße unprofessionelle, mangelhafte (gepfuschte) Arbeitsweise aufzeigt
Schlamperei (ugs.):
allgemein: mangelnde Ordnung
die Arbeit betreffend: schlampige, zu wenig sorgfältige Arbeit
Stümperei (Hauptform)
Muskelkrampf:
ungewollte starke Muskelanspannung, die mit sehr großen Schmerzen verbunden sein kann
Spasmus
Verkrampfung:
physischer oder psychischer Vorgang oder Zustand, dass etwas erstarrt/verkrampft oder erstarrt/verkrampft ist
Banane (ugs.):
bananenförmige Gürteltasche
längliche, meist gelbe tropische Frucht
Blödsinn:
Quatsch; unsinnige Idee; unglaubhafte Aussage
störende Handlung
Bockmist (ugs.)
Bullshit (derb, engl.)
Driss (ugs.):
Mist, Scheiße
dümmliches Gerede (variabel)
dummes Zeug (ugs.)
Dummfug (ugs.)
Fez (ugs.):
orientalische Kopfbedeckung
Firlefanz (ugs.):
ohne Plural: gedanklicher Unsinn, Spinnerei
ohne Plural: überflüssiges, unnützes Zeug
Gefasel (ugs., abwertend):
unsinniges, irrelevantes oder nerviges Gerede
geistiger Dünnschiss (derb)
geistiger Durchfall (derb)
gequirlte Scheiße (derb)
Heckmeck (ugs.):
umgangssprachlich für unnötige Aufregung, Hektik, Durcheinander, unnötige Umstände
Hokuspokus (ugs.):
Unfug, Unsinn, Überflüssiges oder Nutzloses
Zauber, Hexerei, heute: fauler Zauber, der den Aberglauben an etwas ansprechen soll
Humbug:
salopp, abwertend: etwas Unglaubwürdiges, Törichtes
Käse (ugs.):
ein festes Milchprodukt
Quark, vor allem in Verbindungen wie Käsekuchen, Käsetorte
Kappes (ugs.):
Botanik: Gemüsepflanze Weißkohl
dummes Zeug
Kasperletheater (ugs.):
kindische Aufführung bei einer ernsthaften Sache
volkstümliche Puppenbühne, auf der Stücke mit dem Kasperle als Hauptfigur aufgeführt werden
Kiki (ugs.):
dummes Zeug, Belanglosigkeiten, Unfug, Unsinn, dumme Kindereien, dummes Gerede, Leichtigkeiten, Kinderspiel, Wertlosigkeiten, wertlose Zugaben, Zutaten
mehr oder minder wertloses Spielzeug, Kinderei, Kinderspiel, Kinderspielzeug, Leichtigkeit
Killefit(t) (ugs., rheinisch):
rheinisch: nutzloses Zeug, Kleinkram
rheinisch: Unfug, Unsinn
Kohl (ugs.):
Speise, die aus der unter beschriebenen Gemüsepflanze besteht
zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae) gehörende Gemüsepflanze (Brassica oleracea)
Kokolores (ugs.):
umgangssprachlich: etwas Unsinniges, Törichtes (Geschwätz)
Larifari (ugs.):
sinnloses Gerede
umgangssprachlich: unsinniges Tun
Mumpitz (ugs.):
Unsinn, den man nicht zu beachten braucht
Narretei (geh., veraltet):
närrisches Verhalten und Ergebnis eines solchen Verhaltens
Nonsens:
etwas Sinnloses; Quatsch
Nonsense (engl.)
Papperlapapp (ugs.):
unsinniges Geschwätz, belangloses Gerede
Pillepalle (ugs.):
eine Kleinigkeit, etwas Unbedeutendes
Pipifax (ugs.):
unwichtige Sache, überflüssiges Beiwerk, (lächerliche) Kleinigkeit, Unsinn
Quark (ugs.):
belanglose, unwichtige Sache
geronnenes, weiß ausgeflocktes Eiweiß (Kasein) der Kuhmilch
Quatsch (ugs.):
Alberei, kindisches Benehmen
breiiger Matsch
Quatsch mit Soße (ugs., berlinerisch)
saudummes Zeug (ugs., süddt.)
Scheiß (derb):
vulgärer Kraftausdruck: Sache, Ding, unangenehme Verhaltensweise oder Situation (meist: über die man sich gerade aufregt)
Scheiße (derb):
etwas Schlechtes, Wertloses, Unsinniges oder auch: Schwierigkeiten
meist feste Ausscheidung des Darmes, Kot
Schmäh (ugs., österr.):
Fähigkeit zu
irreführende Bemerkung
Schmarren (ugs.):
geschmacklose oder minderwertige Ware
süddeutsch, österreichisch: Gericht aus der österreichischen Küche; meist süß, es gibt aber auch deftige Varianten
Schmarrn (ugs.):
geschmacklose oder minderwertige Ware
süddeutsch, österreichisch: Gericht aus der bayrisch-österreichischen Küche; meist süß, es gibt aber auch deftige Varianten
Schmonzes (ugs.):
belangloses, leeres Gerede; Vortäuschungen; Worte, die ergreifen und gefügig stimmen sollen
unnützes Zeug; wertloses Zeug; Kitsch
Schmu (ugs.):
umgangssprachlich: etwas nicht ganz Korrektes; verhältnismäßig harmlose Schwindelei; leichter, kleiner Betrug
Schwachfug (derb)
Schwachsinn (ugs.):
etwas Unsinniges
Geistige Behinderung: Intelligenzquotient von unter 70
Sottise(n) (geh., franz.):
abfällige, stichelnde, verletzende Bemerkung
Dummheit
Stuss (ugs.):
umgangssprachlich, abwertend: etwas, das (ärgerlicherweise) unsinnig geäußert oder getan wurde; etwas Unsinniges, Sinnloses, Törichtes
Tinnef (ugs.):
umgangssprachlich, abwertend: etwas Unsinniges, Sinnloses, Törichtes
umgangssprachlich, abwertend: nutzloses Zeug
Unfug:
unsinniger oder ungehöriger Zustand; unsinnige oder ungehörige Handlung
Unsinn (Hauptform):
etwas, das keinen Sinn hat
unüberlegte Handlung
Kolik:
plötzlicher, starker Schmerz, die von einer spastischen Kontraktion eines Hohlorgans hervorgerufen wird
Leibschmerzen

Beispielsätze

  • Das Spiel war ein einziger Krampf.

  • Bei einem Krampf hilft manchmal Massieren.

  • Sie hat Krämpfe.

  • Ich hatte gerade wieder einen Krampf im Bein, das hat vielleicht wehgetan!

  • Tom bekam plötzlich mitten im See einen Krampf.

  • Tom hatte einen Krampf im Bein.

  • Ich habe einen Krampf im linken Bein.

  • Ich habe Krämpfe in den Beinen.

  • Tom hatte einen Krampf in seinem Bein.

  • Ich bekam einen Krampf im linken Bein.

  • Er bekam beim Schwimmen einen Krampf.

  • Beim Schwimmen bekam ich einen Krampf im Bein.

  • Die Verstorbenen wiesen Krankheitsbilder mit Durchfall, Fieber, Atemproblemen, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen auf.

  • Ich habe einen Krampf im Bein.

  • Ich habe beim Schwimmen einen Krampf im Bein bekommen.

  • Ein Krampf verzerrte sein Gesicht.

  • Diese Medizin wird Ihre Krämpfe lindern.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Dass viele von uns am Ende Krämpfe hatten, spricht für sich.

  • Auf der Bank wurde gejubelt, auf dem Platz sanken die abgekämpften Spieler, teils von Krämpfen geplagt, auf den Boden.

  • Eine Viertelstunde vor Schluss musste er mit Krämpfen ausgewechselt werden, wie alle lief Kalulu auf den letzten physischen Reserven.

  • Gegen Köln hatte ich nach 70 Minuten Krämpfe, gegen Düsseldorf nach 116.

  • Am Ende hatte ich Krämpfe.

  • Auch Sportvorstand Fredi Bobic meinte: «Es gibt so Spiele, da ist viel Krampf dabei.

  • An einem Sommertag im Freibad hat er urplötzlich Krämpfe bekommen, wurde ins Krankenhaus gebracht und starb dort ein paar Tage später.

  • Dabei bekam die Dame (51) einen sehr intimen Krampf – im Krankenhaus wurden die beiden schließlich voneinander getrennt.

  • Der Amerikaner wird von Krämpfen am ganzen Körper geschüttelt.

  • Darauf folgen heftige Krämpfe (klonische Phase), bis sich die Muskeln schließlich wieder entspannen (6).

  • Aber das nimmt ihm in Deutschland niemand ab, weil der Krampf seiner Auftritte zu offensichtlich ist.

  • Nach neun Kilometern setzt sich Gerrard mal hin und scheint Krämpfe zu haben.

  • Bestes Beispiel für diese kämpferische Einstellung ist Marion Müller, die zehn Minuten vor Schluss mit Krämpfen behandelt werden muss.

  • In den kommenden ein bis zwei Wochen werde er noch unter starken Schmerzen und Krämpfen leiden, sagte der Arzt.

  • Bei manchen der Betroffenen schädigt dieser erste Krampf bestimmte Hirnareale und bahnt so den Weg für eine chronische Epilepsie.

Wortbildungen

Untergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf Krampf?

Wortaufbau

Das Isogramm Krampf be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × A, 1 × F, 1 × K, 1 × M, 1 × P & 1 × R

  • Vokale: 1 × A
  • Konsonanten: 1 × F, 1 × K, 1 × M, 1 × P, 1 × R

Das Alphagramm von Krampf lautet: AFKMPR

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Substantiv fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Köln
  2. Ros­tock
  3. Aachen
  4. Mün­chen
  5. Pots­dam
  6. Frank­furt

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Kauf­mann
  2. Richard
  3. Anton
  4. Martha
  5. Paula
  6. Fried­rich

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Kilo
  2. Romeo
  3. Alfa
  4. Mike
  5. Papa
  6. Fox­trot

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  5. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  6. ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 17 Punkte für das Wort Krampf (Sin­gu­lar) bzw. 23 Punkte für Krämp­fe (Plural).

Krampf

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Nomen Krampf kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Ab­sin­this­mus:
Krämpfe, Lähmungen und Zustände der Verwirrung, die nach übermäßigem Genuss von Absinth eintreten
Blä­hung:
meist Plural: die spürbare Vergrößerung des Unterleibs aufgrund jener Gase – teilweise von Krämpfen begleitet
krampf­haft:
in einem Krampf befindlich
kramp­fig:
in der Art eines Krampfes
Spas­ti­ker:
Person, die unter Krämpfen (Spasmen) leidet, einer motorischen Erkrankung (Spastik)
Spas­ti­ke­rin:
weibliche Person, die unter Krämpfen (Spasmen) leidet

Buchtitel

  • Gendersprache: Kampf oder Krampf? Ingo von Münch | ISBN: 978-3-42818-808-6
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Krampf. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: Krampf. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 12379859, 10194587, 8374060, 8113688, 8100536, 7588202, 4111313, 3537076, 2369812, 1526772, 1455953, 1292354, 1292352, 844998 & 782155. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742
  3. bild.de, 26.02.2023
  4. schwarzwaelder-bote.de, 08.05.2022
  5. bazonline.ch, 21.02.2021
  6. kicker.de, 26.03.2020
  7. focus.de, 04.04.2019
  8. wz.de, 03.03.2018
  9. wz.de, 26.04.2017
  10. bild.de, 08.07.2016
  11. blick.ch, 05.09.2015
  12. presseportal.de, 11.12.2014
  13. focus.de, 14.06.2013
  14. tagesanzeiger.ch, 24.06.2012
  15. saarbruecker-zeitung.de, 08.01.2011
  16. ngz-online.de, 05.05.2010
  17. net-tribune.de, 09.01.2009
  18. spiegel.de, 17.12.2008
  19. leichtathletik.de, 14.06.2007
  20. ngz-online.de, 19.09.2006
  21. berlinonline.de, 12.04.2005
  22. abendblatt.de, 28.07.2004
  23. tagesschau.de, 18.10.2003
  24. f-r.de, 21.10.2002
  25. sz, 11.12.2001
  26. Berliner Zeitung 2000
  27. Berliner Zeitung 1998
  28. Berliner Zeitung 1997
  29. Welt 1996
  30. Die Zeit 1995