Kneipe

Substantiv (Nomen), feminin (weiblich)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈknaɪ̯pə ]

Silbentrennung

Einzahl:Kneipe
Mehrzahl:Kneipen

Definition bzw. Bedeutung

Begriffsursprung

Seit dem 18. Jahrhundert bezeugt; eine Abkürzung von Kneipschenke; Kompositum aus dem Substantiv Schenke und dem Stamm des Verbs kneipen = klemmen, zwicken hier mit der Bedeutung „enges Zusammensein“, verwandt mit kneifen

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativdie Kneipedie Kneipen
Genitivdie Kneipeder Kneipen
Dativder Kneipeden Kneipen
Akkusativdie Kneipedie Kneipen

Anderes Wort für Knei­pe (Synonyme)

Bar:
(die) Bar: Räumlichkeit zum Ausschank und zur Einnahme von Getränken, der Ausschanktisch
eine Maßeinheit für den Druck; 1 bar = 10⁵ N/m² = 10⁵ Pa
Beisel (ugs., ostösterreichisch):
kleines, einfaches Gasthaus
Beiz (ugs., schweiz.):
westoberdeutsch: westösterreichisch, besonders Vorarlberg; schweizerisch; südwestdeutsch: einfache Schankwirtschaft, in der man sich, besonders um zu trinken und zu plaudern, trifft
Beize (badisch, schweiz.):
chemische Lösung zur Behandlung von Saatgut gegen Schädlinge
chemische Lösung zur Oberflächenbehandlung von Werkstoffen
Bierkeller:
Keller, in dem Bier gelagert wird
unterirdisches Lokal, in dem Bier ausgeschenkt wird
Bierpalast (veraltet)
Boaz (Tirol, vereinzelt) (ugs.)
Boiz (Neckarraum) (ugs., selten)
Destille (ugs., berlinerisch):
Einrichtung zur Herstellung von hochprozentigen Getränken
kleines Lokal mit Branntweinausschank
Dorfkrug (norddeutsch)
Gasthaus (ugs., südösterreichisch):
Einrichtung, Haus, in dem man als Gast essen, trinken und/oder übernachten kann
Gaststätte (Hauptform):
Betrieb, in dem Gäste mit Speisen und/oder Getränken bewirtet werden
Lokal:
öffentliche Gaststätte
Ort für Zusammenkünfte
Pinte (ugs., ruhrdt., veraltend):
einfache, schlichte Schankwirtschaft
Pub (engl.):
Lokal im britischen oder irischen Stil
Schankwirtschaft:
gastronomischer Betrieb, in dem Getränke ausgeschenkt werden
Schenke:
kleiner Alkohol-Ausschank-Betrieb
Schwemme (ugs.):
Abteilung eines Warenhauses, in der man billig einkaufen kann
einfaches Lokal, Stehbierhalle
Spunte (Graubünden) (ugs.)
Stampe (berlinerisch):
regional, berlinisch: schlichtes Lokal
regional, nord-/mitteldeutsch: klobiges Trinkglas
Taferne (fachspr., veraltet)
Tafernwirtschaft (fachspr., veraltet)
Tanke (ugs.):
umgangssprachlich: Tankstelle
Taverne (fachspr., veraltet):
italienische Weinschenke oder italienisches Wirtshaus
Tavernwirtschaft (veraltet)
Tränke (ugs.):
Oberflächengewässer oder künstliche Vorrichtung, an der (Nutz-)Tiere ihren Durst löschen können
Wirtschaft:
Gesamtheit menschlichen Handelns und der dazu benötigten Werkzeuge und Einrichtungen zur Befriedigung von Bedürfnissen
kurz für: Bauernhof, Landwirtschaft
Wirtshaus (ugs., bayr., Hauptform, österr.):
Haus, in dem Gäste mit Speis und Trank bewirtet werden, oft auch mit Gästezimmern

Sinnverwandte Wörter

Bier­hal­le:
großes Bierlokal
Ka­schem­me:
Wirtshaus mit einem schlechten Ruf, wo sich Prostituierte und Ganoven aufhalten
Spe­lun­ke:
abwertend: elende Behausung
abwertend: Wirtshaus mit schlechtem Ruf
Tscho­cherl:
kleines, nicht besonders nobles, aber oft gemütliches Lokal oder Café

Gegenteil von Knei­pe (Antonyme)

Gour­met­tem­pel:
Gastronomiebetrieb mit hochwertigen, meist teuren Speisen
Spei­se­lo­kal:
ein öffentliches Lokal, in dem man speisen kann

Beispielsätze

  • Wir treffen uns in der Kneipe und trinken Bier.

  • Wir saßen an einem Tisch in einer schummrigen Kneipe.

  • Ich hatte in der Kneipe geschlafen, bevor ich zur Arbeit ging.

  • Die Kneipe ist ein Ort des gemeinsamen Trinkens.

  • Ich habe mein Fahrrad vor der Kneipe gefunden.

  • In der Kneipe gehen allerlei kriminelle Gestalten ein und aus.

  • Wir sehen uns jeden Tag in der Kneipe.

  • Da war mal eine Kneipe.

  • Als du im Kino warst, waren wir in der Kneipe.

  • Tom schäkert da in der Kneipe mit irgendeinem Mädchen herum.

  • Ob du nun die Chinesischprüfung bestanden hast oder nicht, lass uns auf ein Bier in die Kneipe gehen!

  • Ich gehe kaum in die Kneipe.

  • Sie trinken in der Kneipe.

  • Der Wirt von dieser Kneipe ist immer so freundlich.

  • Er wurde vor der Kneipe so verprügelt, dass er kaum noch gehen konnte.

  • Tom wurde aus der Kneipe rausgeschmissen, weil er rumgerauft hatte.

  • Raucherkneipen sind nicht die Kneipen, in die Verfassungsrichter gehen.

  • In dieser Kneipe sind immer viele Studenten.

  • Schmidt stieg in seinen Wagen und fuhr zur Kneipe, um dort Müller zu treffen.

  • Tom lehnte sich an die Wand der Kneipe, weil er sich ein bisschen schwach fühlte.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Aber auch die Schweiz ist ganz vorn mit dabei: In der Kneipe zahlt ein Biertrinker für das kühle einheimische Getränk 6,48 Euro.

  • Abends in der Kneipe mit einem lustigen Lemming noch einmal alles durchgesprochen.

  • Aus der ehemaligen Kneipe wird eine italienische Osteria.

  • Aber „Inside“-Herausgeber Niklas Other rechnet mit höheren Preisen für Biertrinker in Kneipen und Restaurants.

  • Abends in der Kneipe kann jeder.

  • Anders sieht es in Kneipen aus.

  • Bis 1972 führte Familie Hoeck die Kneipe selbst, dann folgten verschiedene Pächter.

  • Da kam die „Kleine Kneipe“ wie gerufen.

  • Aber wenige Gassen weiter quollen schon am Sonntagabend Kneipen mit jungem Publikum über.

  • Artikel per E-Mail empfehlen Was wollen all diese Touristen in meiner Kneipe?

  • Auch die kleine Kneipe im vorderen Bereich ist seit fünf Wochen von 17 bis 21 Uhr geöffnet.

  • Restaurants und Kneipen dürfen belüftete Raucherräume unterhalten.

  • Am Wochenende wird nicht nur in den Kneipen der Altstadt gefeiert, sondern auch davor.

  • Im berühmtesten aller Townships, Soweto, gibt es kaum eine Kneipe, in der nicht sachverständig über Fußball diskutiert wird.

  • Dann müssten die Kneipen am Samstag und Sonntag nur noch eine Stunde schließen, weil die Sperrzeit um sechs Uhr endet.

Häufige Wortkombinationen

  • in die Kneipe gehen, sich in der Kneipe treffen, in der Kneipe versacken, absacken, auf ein Bierchen in die Kneipe

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Untergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Anagramme

Wortaufbau

Das zweisilbige Substantiv Knei­pe be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × E, 1 × I, 1 × K, 1 × N & 1 × P

  • Vokale: 2 × E, 1 × I
  • Konsonanten: 1 × K, 1 × N, 1 × P

Eine Worttrennung ist nach dem I mög­lich. Im Plu­ral Knei­pen an glei­cher Stelle.

Das Alphagramm von Knei­pe lautet: EEIKNP

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Köln
  2. Nürn­berg
  3. Essen
  4. Ingel­heim
  5. Pots­dam
  6. Essen

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Kauf­mann
  2. Nord­pol
  3. Emil
  4. Ida
  5. Paula
  6. Emil

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Kilo
  2. Novem­ber
  3. Echo
  4. India
  5. Papa
  6. Echo

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 12 Punkte für das Wort Knei­pe (Sin­gu­lar) bzw. 13 Punkte für Knei­pen (Plural).

Kneipe

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Nomen Knei­pe kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Bei­zer:
Schweiz (Dialekt): Wirt in einer Kneipe
Bier­or­gel:
scherzhafte Bezeichnung für das Klavier, mit dem auf einer Kneipe Lieder begleitet werden
Eck­knei­pe:
Kneipe an einer Straßenecke
Es­ta­mi­net:
kleine Gastwirtschaft, Café oder Kneipe
Knei­pen­gast:
jemand, der in sich in einer Kneipe aufhält, um sich dort zu vergnügen, Alkohol zu trinken, et cetera …
Knei­pi­er:
Betreiber/Inhaber einer Kneipe
Rau­cher­knei­pe:
Kneipe, in der geraucht werden darf
Schup­pen:
Diskothek oder Kneipe
Steh­bar:
Theke etwa in einem Club, einer Kneipe, einer Bar, auf einer Konzertveranstaltung, an welcher die Gäste (nur oder vorwiegend) im Stehen verweilen, also gewöhnlich keine Barhocker in Verwendung sind
Stu­den­ten­knei­pe:
Kneipe, die vornehmlich von Studenten besucht wird

Buchtitel

  • 111 Kölner Kneipen, die man kennen muss Bernd Imgrund | ISBN: 978-3-74081-753-4
  • Bielefeld – Kneipen, Kult und Kuemmerlinge Frank Tippelt, Willibald A. Bernert | ISBN: 978-3-83133-557-2
  • Kneipen der Stralsunder Altstadt Steffen Melle | ISBN: 978-3-94958-403-9
  • Nowaweser und Babelsberger Gaststätten und Kneipen im 20. Jahrhundert Klaus Fritze | ISBN: 978-3-86473-611-7

Film- & Serientitel

  • Der Wirt, die Kneipe, das Fest (Doku, 2006)
  • Die Kneipe (Kurzfilm, 2006)
  • Eine Kneipe auf Malle (Kurzfilm, 2017)
  • In der Kneipe (Kurzfilm, 1995)
  • Karls Kneipe (TV-Serie, 1997)
  • Krauses Kneipe (Doku, 1993)
  • Meine Kneipe (Doku, 2000)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Kneipe. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: Kneipe. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 12418377, 11703410, 11123150, 11087397, 10957454, 10847096, 10589730, 10565070, 10526906, 10521197, 10097694, 10058441, 9677534, 9664016, 9565401, 9295324, 9276766, 8857187 & 8786214. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742
  3. bild.de, 27.01.2023
  4. fr.de, 24.10.2022
  5. bo.de, 16.04.2021
  6. rp-online.de, 07.01.2020
  7. haz.de, 01.03.2019
  8. shz.de, 31.01.2018
  9. tagesspiegel.de, 13.01.2017
  10. weser-kurier.de, 16.12.2016
  11. kurier.at, 17.11.2015
  12. welt.de, 22.05.2014
  13. han-online.de, 05.09.2013
  14. spiegel.de, 25.05.2012
  15. feeds.rp-online.de, 22.11.2011
  16. neues-deutschland.de, 29.06.2010
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  18. lizzy-online.de, 12.02.2008
  19. net-tribune.de, 30.11.2007
  20. sueddeutsche.de, 18.07.2006
  21. archiv.tagesspiegel.de, 08.03.2005
  22. fr-aktuell.de, 22.05.2004
  23. lvz.de, 17.06.2003
  24. welt.de, 15.09.2002
  25. Die Zeit (31/2001)
  26. BILD 2000
  27. BILD 1998
  28. Rheinischer Merkur 1997
  29. Berliner Zeitung 1996
  30. Süddeutsche Zeitung 1995