schwingen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈʃvɪŋən ]

Silbentrennung

schwingen

Definition bzw. Bedeutung

  • etwas hin und her oder kreisend bewegen

  • etwas mit Schwung zu einem bestimmten Ziel befördern

  • faserige Pflanzen durch Bewegung von Holzteilen befreien

  • reflexiv: in einem Bogen verlaufen

  • ringen, mit den besonderen Regeln des Schwingens

  • sich bogenförmig bewegen, zum Beispiel beim Ski fahren oder Boxen

  • sich hin und her oder kreisend bewegen

  • sich mit Schwung auf etwas setzen

  • sich rhythmisch wellenförmig bewegen

Begriffsursprung

Erbwort von mittelhochdeutsch swingen, zu althochdeutsch swingan; das Verb ist etymologisch verwandt mit schwanken.

Konjugation

  • Präsens: schwinge, du schwingst, er/sie/es schwingt
  • Präteritum: ich schwang
  • Konjunktiv II: ich schwänge
  • Imperativ: schwinge! (Einzahl), schwingt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­schwun­gen
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für schwin­gen (Synonyme)

oszillieren:
durch Tektonik auf- und abwärts bewegen
periodische (zeitbezogen) Änderung einer Größe um einen Fixpunkt herum, schwingen, schwanken, pendeln
pendeln:
hin- und herschwingen wie ein Pendel
ständig die gleiche Strecke in wechselnder Richtung fahren
schaukeln:
sich auf und ab oder hin und her bewegen
wiegen:
das Gewicht von jemandem oder etwas messen, schätzen
ein bestimmtes Gewicht besitzen oder haben
baumeln:
durch Erhängen getötet werden und am Galgen hängen
mit etwas Hängendem hin und her schwingen
hin- und herpendeln
hin- und herschwingen
hin- und herwedeln
wedeln:
auf parallel geführten Skiern kurze Schwünge in rascher Folge fahren
etwas durch schwingende Bewegungen entfernen
pulsieren:
dem Pulsschlag entsprechend oder in regelmäßigen Abständen anschwellen und abschwellen
lebendig fließen, vital strömen, sich lebhaft regen
schwummern (ugs.)
kreisen:
sich kreisförmig um etwas bewegen
schwenken:
die Bewegungsrichtung ändern
hin und her bewegen, wedeln

Redensarten & Redewendungen

  • das Tanzbein schwingen
  • den Feudel schwingen
  • den Kochlöffel schwingen
  • große Reden schwingen
  • sich in die Luft schwingen

Beispielsätze

  • Er schwingt sich auf sein Motorrad und fährt davon.

  • Wir schwingen den Flachs bis er ganz geschmeidig ist.

  • Sie hatte sich gerade den Rucksack auf den Rücken geschwungen, als es zu regnen begann.

  • Felder schwingen durch elektrische Ströme angeregt.

  • Elegant schwingt der Skifahrer vor der Liftstation ab.

  • Die Brücke schwingt sich elegant über den Rhein.

  • Kunstvoll schwingen sie die Fahnen über ihren Köpfen.

  • Die Schweizer führten vor, wie man schwingt.

  • Die Glocken schwingen hin und her.

  • Das Pendel schwang hin und her.

  • Tom schwang sich von Stange zu Stange.

  • In seiner Stimme schwang etwas Ärger mit.

  • Durch die Kopplung zwischen den beiden Pendeln überträgt sich Schwingungsenergie vom einen auf das andere, bis sie im Gleichtakt schwingen.

  • Die männliche Giraffe schwang ihren Hals.

  • Wer einen Hammer schwingt, habe acht auf seine Finger.

  • Maria schwang sich auf ihren Besen und flog gen Himmel davon.

  • Tom schwang sich die Kamera über die Schulter.

  • Die schwere Tür schwang auf.

  • Wenn man glaubt, man hätte Flügel, muss man sie auch zu schwingen wissen.

  • Ich schwang mich selbst in den Sattel.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Anstatt eine zusätzliche Rede zu schwingen, zeigten rund 20 Kolleginnen und Kollegen Kiefers musikalischen Ideenreichtum.

  • Alles strahlte und schien vor Leichtigkeit zu schwingen wie ein Prélude von Chopin.

  • Dabei muss es rund 400-mal pro Sekunde auf und ab schwingen.

  • Dazu schwingen sich die Kotflügel in einer Kurve nach hinten, die in den 50ern wohl am ehesten der Monroe zugebilligt wurden.

  • Die meisten Kradfahrer schwingen sich aufs Zweirad, weil sie Spaß suchen.

  • Möge Albus Dumbledore schützend seinen Zauberstab über ihnen schwingen.

  • Der Aufschrei der Menge in der Skisprungarena in Hakuba, Tausende Japan-Flaggen vor Augen, die seine Landsleute wie zur Begrüßung schwingen.

  • Gegen all "die Rambos" im Arbeitgeberlager, die "mit großer Leicht- und Eilfertigkeit den Vorschlaghammer schwingen".

  • Wenn sich das Zukunftsfrankreich mit Pomp darstellen will, dürfen die Abrißbirnen schwingen.

Häufige Wortkombinationen

  • eine Schaukel schwingt, ein Pendel schwingt, etwas schwingt an einem Seil, etwas schwingt im Wind
  • etwas schwingt sich in der Landschaft, etwas schwingt sich über etwas hinweg
  • Fähnchen schwingen
  • sich etwas auf den Rücken schwingen, die Beine auf den Tisch schwingen, sich über den Zaun schwingen
  • sich in den Sattel schwingen, sich aufs Fahrrad schwingen, sich aufs Motorrad schwingen, sich aufs Pferd schwingen
  • Wellen schwingen

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf schwin­gen?

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb schwin­gen be­steht aus neun Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × N, 1 × C, 1 × E, 1 × G, 1 × H, 1 × I, 1 × S & 1 × W

  • Vokale: 1 × E, 1 × I
  • Konsonanten: 2 × N, 1 × C, 1 × G, 1 × H, 1 × S, 1 × W

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von schwin­gen lautet: CEGHINNSW

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Salz­wedel
  2. Chem­nitz
  3. Ham­burg
  4. Wupper­tal
  5. Ingel­heim
  6. Nürn­berg
  7. Gos­lar
  8. Essen
  9. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Samuel
  2. Cäsar
  3. Hein­reich
  4. Wil­helm
  5. Ida
  6. Nord­pol
  7. Gus­tav
  8. Emil
  9. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Sierra
  2. Char­lie
  3. Hotel
  4. Whis­key
  5. India
  6. Novem­ber
  7. Golf
  8. Echo
  9. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄ ▄ ▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 16 Punkte für das Wort.

schwingen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort schwin­gen ent­spricht dem Sprach­niveau C1 (Sprach­ni­veau­stu­fen nach dem Ge­mein­sa­men euro­pä­ischen Re­fe­renz­rah­men für Sprachen ) und kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

auf­grät­schen:
sich mit gestreckten und gespreizten Beinen auf ein Turngerät schwingen, Aufgang auf ein Gerät mit einer Grätsche
Ha­ken:
geschwungen oder eckig gekrümmte Vorrichtung zum Aufhängen oder Einhaken von Objekten, meist aus Metall, Holz oder Kunststoff geformt
La­bi­al­pfei­fe:
Pfeife einer Orgel aus Holz oder Metall, bei der ein hörbarer Ton dadurch erzeugt wird, dass ein durch einen schmalen Spalt in die Pfeife geblasener Luftstrom auf eine scharf zulaufende Kante, das Labium, die ‚Lippe‘, trifft, von diesem abgelenkt wird und zu schwingen beginnt
Längs­wel­le:
Physik: Welle, bei der die Schwinger (zum Beispiel Moleküle) in dieselbe Richtung schwingen, wie sich die Welle ausbreitet
Lon­gi­tu­di­nal­wel­le:
Physik: Welle, bei der die Moleküle in der gleichen Richtung schwingen, in die sich die Welle ausbreitet
Re­so­nanz­fre­quenz:
Frequenz, in der ein Körper schwingt, wenn er angeregt wurde
Rie­sen­wel­le:
Übung am Reck oder Stufenbarren, bei der sich sich der Körper gestreckt um die Stange schwingt
Stimm­ga­bel:
ein Gerät aus Metall mit zwei Zinken / Stäben auf einem Stiel, das beim Anschlagen einer der Zinken auf einer bestimmten Tonhöhe / Frequenz schwingt; die meisten Stimmgabeln sind auf den Kammerton mit 440 Hz geeicht; sie dient Musikern zum Stimmen ihrer Instrumente, Chören beim Einsingen oder Ärzten beim Testen von Berührungsempfindlichkeit
Vo­kal:
Linguistik, speziell Phonetik: Laut der Sprache, bei dem der Luftstrom relativ ungehindert durch den offenen Mund oder die Nase austritt und die Stimmbänder schwingen
Zun­ge:
Musik: Teil in einem Musikinstrument, das im Luftstrom schwingt

Buchtitel

  • Alles schwingt! Stephanie Fischer | ISBN: 978-3-98942-282-7
  • Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste Hubert Schirneck | ISBN: 978-3-98221-665-2
  • Nase vorn! – Deutsch 2. Schuljahr – Silben schwingen Annemarie Rendtorff-Roßnagel | ISBN: 978-3-06084-126-4
  • Sitzen, singen, schwingen Sabine Wiediger | ISBN: 978-3-76156-703-6
  • Wenn Gott den Pinsel schwingt Marlene Shahwan | ISBN: 978-3-77516-190-9
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: schwingen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: schwingen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 12411805, 11825718, 10732513, 10588415, 10046349, 9358774, 9008411, 8705737, 8648406, 8365222 & 7840229. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7
  2. bo.de, 24.07.2017
  3. abendblatt.de, 19.11.2014
  4. handelsblatt.com, 23.11.2012
  5. autobild.de, 28.07.2009
  6. rp-online.de, 15.10.2007
  7. welt.de, 25.10.2003
  8. Berliner Zeitung 1998
  9. Berliner Zeitung 1996
  10. Die Zeit 1995