Ganove

Substantiv (Nomen), maskulin (männlich)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ɡaˈnoːvə ]

Silbentrennung

Einzahl:Ganove
Mehrzahl:Ganoven

Definition bzw. Bedeutung

Jemand, der andere betrügt und/oder schwere Straftaten begeht; jemand, der der Unterwelt angehört.

Begriffsursprung

Seit dem 20. Jahrhundert bezeugt; Rückbildung aus dem Plural des unter Ganeff behandelten rotwelschen Wortes, das auf die westjiddische Pluralform b=Diebe zurückgeht

Weibliche Wortform

  • Ganovin

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativder Ganovedie Ganoven
Genitivdes Ganovender Ganoven
Dativdem Ganovenden Ganoven
Akkusativden Ganovendie Ganoven

Anderes Wort für Ga­no­ve (Synonyme)

Ganeff (fachspr., Jargon, Rotwelsch, selten, veraltend):
jemand, der andere betrügt und/oder schwere Straftaten begeht; jemand, der der Unterwelt angehört
Gauner:
eine Person, die auf Kosten eines anderen versucht, sich durch Betrug einen Vorteil zu verschaffen, in dem die Unwissenheit bzw. Unaufmerksamkeit des anderen ausgenutzt wird
umgangssprachlich, im weitesten Sinne: schlauer, durchtriebener Mensch
kleiner Fisch (ugs., fig.)
Kleinkrimineller (Hauptform):
Krimineller, der nur kleinere Delikte begeht
Schlawack (ugs.)
Schlawuzi (ugs., bayr.)
Strauchdieb (veraltet):
heruntergekommene Person, die aus einem Versteck heraus kriminell aktiv wird

Sinnverwandte Wörter

Ban­dit:
Verbrecher, Straßenräuber, der meist einer kriminellen Gruppe angehört
Bau­ern­fän­ger:
jemand, der die mangelnde Erfahrung und Vertrauensseligkeit anderer zum Betrug ausnutzt und daher auch mit plumpen Mitteln erfolgreich ist; ursprünglich jemand, der Unerfahrene, besonders solche vom Lande, zum Glücksspiel verleitet und dabei übervorteilt
Be­trü­ger:
Person, die andere täuscht, um sich einen Vorteil zu verschaffen; jemand, der betrügt
Dieb:
Buckelkäfer; (Gibbium psylloides)
Dekanter
Gangs­ter:
Mitglied einer Verbrecherbande
Ha­lun­ke:
kleiner frecher Junge
Hoch­stap­ler:
derb: Angeber
eine Person, die bewusst (mit oder ohne betrügerische Absicht) vorgibt, eine Person höheren Ansehens (meist akademischer Grad) zu sein, um persönliche Vorteile daraus zu ziehen
Lump:
gemeiner Mensch, Mensch mit schlechtem Charakter
Preller
Schar­la­tan:
Betrüger, Schwindler, der besonderes Wissen, magische Fähigkeiten oder übernatürliche Gaben zu besitzen vorgibt
Schur­ke:
jemand, der moralisch verwerflich handelt
Schwind­ler:
jemand, der lügt, täuscht, blufft oder betrügt
Un­ter­welt­ler:
Person, die zur Unterwelt gehört
Ver­bre­cher:
allgemeiner Sprachgebrauch: jemand, der [ein] Verbrechen begeht oder begangen hat

Gegenteil von Ga­no­ve (Antonyme)

Eh­ren­mann:
Mann, den eine ehrenhafte Gesinnung und Handlungsweise auszeichnet und auf dessen Wort man sich verlassen kann
Wohl­tä­ter:
jemand, der gutes tut

Beispielsätze

  • Die Gebrüder Dalton verbreiteten solch einen Schrecken, dass die anderen Ganoven dagegen wie Waisenknaben aussahen.

  • Die Ganoven steckten ihm einen Knebel in den Mund.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Laut einem Urteil hat die Haspa es den Ganoven zu leicht gemacht - und muss für den Schaden haften.

  • Der Erlös war ausschließlich dem jungen Ganoven und seiner Freundin vorbehalten.

  • Die Ganoven zwängten mit Gewalt einen Standtresor aus der Verankerung und transportierten diesen in der Folge ab, berichtete die Exekutive.

  • Also, kein Mitleid mit solchen Ganoven!

  • Die Ganoven waren in einem VW Golf unterwegs, winkten einen weißen Kleinlaster heraus.

  • Früher hatten auch Ganoven ein Faible für schicke Hüte.

  • Samstag, 19. August: "Die Ganoven" im Festzelt (19 Uhr).

  • Die Figur des Ganoven sei für ihn viel reizvoller: „Darin liegt ja die dramatische Funktion der Schurken.

  • Ich erinnere mich noch an den größten Ganoven der DDR Mielke und seinen Auftritt in der DDR Volkskammer.

  • In Uster fasste Polizeihund Black den Ganoven und biss ihn in den Unterschenkel.

  • Dazu hatten die Ganoven Teile eines Zaunes entfernt.

  • Im Viererpack gibt es die multiplayer-tauglichen Ganoven für 45 Dollar.

  • Der Ganove ist etwa zwanzig Jahre alt und hat kurze schwarze Haare.

  • Versuche der Ganoven, eine Tür zum Flur abzubrechen, schlugen allerdings fehl.

  • Als beste Frau lag Maria Furtwängler, die in Hannover Ganoven jagt, auf Platz drei mit 11,7 Prozent der Stimmen.

  • Bei aller Kaltschnäuzigkeit: Große Beute machten die Ganoven zum Glück nicht.

  • Um die Ganoven zu stellen, müssen sie ein hohes Risiko eingehen.

  • Es gebe Gebiete in der Stadt, da regeln die Ganoven ihre Probleme allein.

  • Einer der Ganoven raubte die Geldbörse, in der sich etwa 800 Euro befanden.

  • In seinen Filmen wurden die Landstraßen zu Bühnen, die Geschichten zu Traumsequenzen, die Menschen zu Gauklern, Ganoven oder Gottheiten.

Häufige Wortkombinationen

  • ein ausgemachter Ganove, einen Ganoven dingfest machen

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf Ga­no­ve?

Wortaufbau

Das dreisilbige Isogramm Ga­no­ve be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × A, 1 × E, 1 × G, 1 × N, 1 × O & 1 × V

  • Vokale: 1 × A, 1 × E, 1 × O
  • Konsonanten: 1 × G, 1 × N, 1 × V

Eine Worttrennung ist nach dem A und O mög­lich. Im Plu­ral Ga­no­ven an glei­cher Stelle.

Das Alphagramm von Ga­no­ve lautet: AEGNOV

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Substantiv fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Gos­lar
  2. Aachen
  3. Nürn­berg
  4. Offen­bach
  5. Völk­lingen
  6. Essen

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Gus­tav
  2. Anton
  3. Nord­pol
  4. Otto
  5. Vik­tor
  6. Emil

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Golf
  2. Alfa
  3. Novem­ber
  4. Oscar
  5. Vic­tor
  6. Echo

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  2. ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  5. ▄ ▄ ▄ ▄▄▄▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 13 Punkte für das Wort Ga­no­ve (Sin­gu­lar) bzw. 14 Punkte für Ga­no­ven (Plural).

Ganove

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Nomen Ga­no­ve kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Ga­no­ven­ban­de:
Gruppe von kooperierenden Ganoven
Ka­schem­me:
Wirtshaus mit einem schlechten Ruf, wo sich Prostituierte und Ganoven aufhalten

Buchtitel

  • Die drei !!!, Ganoven, Gouda und ganz viel Amsterdam Jule Ambach | ISBN: 978-3-44017-151-6
  • Vorsicht, Ganoven! Cally Stronk | ISBN: 978-3-47336-387-2
  • Zwischen Gauklern und Ganoven Benjamin Tannenberg | ISBN: 978-3-44016-490-7

Film- & Serientitel

  • Chicago am Rhein – Von großen und kleinen Ganoven in Köln (Doku, 2010)
  • Die Küste der Ganoven (TV-Serie, 1975)
  • Fromme Ganoven (Film, 2011)
  • Ganoven (Kurzfilm, 2012)
  • König der Ganoven (Film, 1971)
  • Lino Ventura – Ganove mit Herz (Doku, 2018)
  • Profis contra Ganoven (TV-Serie, 1991)
  • Silber, Banken und Ganoven (Film, 1977)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Ganove. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: Ganove. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 9710022 & 2404413. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742
  2. kn-online.de, 29.06.2023
  3. krone.at, 09.04.2022
  4. krone.at, 03.04.2021
  5. focus.de, 10.03.2020
  6. bild.de, 24.08.2019
  7. tagesspiegel.de, 15.12.2018
  8. onetz.de, 07.08.2017
  9. haz.de, 03.10.2016
  10. focus.de, 26.06.2015
  11. tagesanzeiger.ch, 25.07.2014
  12. echo-online.de, 29.10.2013
  13. 4players.de, 12.12.2012
  14. polizeipresse.de, 30.05.2011
  15. polizeipresse.de, 01.03.2010
  16. westfaelische-nachrichten.de, 12.11.2009
  17. feedsportal.com, 11.11.2008
  18. audiobooks.at, 24.07.2007
  19. welt.de, 12.04.2006
  20. fr-aktuell.de, 04.01.2005
  21. abendblatt.de, 30.07.2004
  22. f-r.de, 05.07.2003
  23. tagesspiegel.de, 02.06.2002
  24. bz, 13.01.2001
  25. DIE WELT 2000
  26. Berliner Zeitung 1998
  27. Rheinischer Merkur 1997
  28. Stuttgarter Zeitung 1996
  29. Die Zeit 1995