doll

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ dɔl ]

Silbentrennung

doll

Definition bzw. Bedeutung

für toll

Begriffsursprung

Von gotisch: dwals „töricht“, altsächsisch oder angelsächsisch(?): dol „einfältig, anmaßend“, althochdeutsch, mittelhochdeutsch: tol „einfältig, anmaßend“, vergleiche: altindisch: dhuli „Staub“, griechisch: tholeros „schlammig, verwirrt“

Steigerung (Komparation)

  1. doll (Positiv)
  2. doller (Komparativ)
  3. am dollsten (Superlativ)

Anderes Wort für doll (Synonyme)

1A (ugs.)
allererste Sahne (ugs.)
astrein (ugs.):
begrüßenswerter Zustand, sehr schön oder auch gut
frei von Astlöchern
ausgiebig:
gründlich
reichlich
bombastisch (ugs.):
schwülstig, hochtrabend
viel mehr als durchschnittlich
bombig (ugs.):
großartig, toll
cool (ugs., engl.):
salopp: sich einer ruhigen, beherrschten Aktion oder Art entsprechend verhaltend
sehr positiv, gut, der Idealvorstellung entsprechend (vor allem im jugendlichen Sprachgebrauch)
dass es nur so (…) (ugs., variabel)
der Hit (ugs.)
deutlich:
eindeutig erkennbar, wahrnehmbar durch die Sinne
inhaltlich verständlich
dramatisch (mediensprachlich):
oft im Bezug auf Sport: in Erregung geratend, in Erregung versetzend; voller Spannung
sehr, oft auch beunruhigend klar und deutlich
dufte (ugs.):
norddeutsch, besonders berlinisch; salopp: sehr gut
eine Wucht (ugs., veraltet)
erheblich:
beträchtlich, ins Gewicht fallend, wichtig, ernst
erste Sahne (ugs.)
fantastisch:
(in begeisterten Äußerungen) sehr gut, toll
veraltet, von Wahnvorstellungen erzeugt: verrückt, träumerisch
geil (ugs.):
fett, (zu) stark gedüngt
ganz hervorragend
genial (ugs.):
im Sinne von großartig: klasse, hervorragend
über Personen oder Ideen, im schöpferischen Sinne: ungewöhnlich gut, ungewöhnlich begabt, herausragend
großartig:
deutlich besser als der Durchschnitt, sehr gut
hasenrein (ugs.):
so exakt erzogen/dressiert, dass ein Hase aufgestöbert und gemeldet aber von alleine nicht gejagt wird
heftig:
adjektivisch und adverbial: mit großer Intensität; sehr stark
adverbial: sehr, tüchtig, deftig, doll; heftiglich, heftiglichen, arg
intensiv:
ausdruckskräftig und leuchtend
gründlich, eindringlich, kräftig auf eine bestimmte Sache gerichtet
klasse (ugs.):
sehr gut
knorke (ugs., berlinerisch, veraltet):
sehr gut, ganz vortrefflich, nicht zu übertreffen
kräftig:
gut und gesund entwickelt; ausgeprägt
im Ausdruck und Verhalten recht grob, derb
leinwand (ugs., österr.):
dialektal (österreichisch regional, Wien und Niederösterreich), auch ironisch: sehr gut, großartig
leiwand (ugs., österr.):
dialektal (Wien), auch ironisch: großartig, hervorragend, sehr gut, gefallend
mächtig:
beeindruckende, große Ausmaße oder Funktion habend
etwas beherrschend
nicht schlecht (ugs.)
phatt (ugs., Jargon)
prima (ugs.):
Beifall, umgangssprachlich: hervorragend
Kaufmannssprache: erstklassig
Sahne (ugs.):
(gesüßte) Sahne mit einem Fettanteil von 30–35 %, die geschlagen wurde
fettreicher Teil der Milch, der beim Stehenlassen eine obere Phase bildet
sauber (ugs.):
den formalen, inhaltlichen Anforderungen gemäß
Herr über die eigene Notdurft
sehr (vor Verben oder Partizipien 2)
spitze (ugs.)
stark (ugs.):
äußeren Einflüssen, Belastungen standhaltend (aufgrund von Größe, Dicke oder Ähnlichem)
bei Maskulina und Neutra durch die Endung „-s“/„-es“ im Genitiv Singular gekennzeichnet
super (ugs.):
außergewöhnlich, sehr gut
supi (ugs.):
großartig, hervorragend, besonders gut
tipptopp (ugs.):
sehr gut, einwandfrei, ausgezeichnet, tadellos
töfte (ugs., ruhrdt.):
im Ruhrgebiet verbreitet für: dufte, klasse, toll, gut
tofte (ugs.)
toll:
an Tollwut erkrankt, tollwütig
großartig (Ausdruck der Bewunderung)
tüchtig (ugs.):
in reichlichem Maß
sehr gut
zum Reinlegen (ugs.)

Sinnverwandte Wörter

arg:
landschaftlich, drückt ein negatives Urteil aus: böse, schlimm
landschaftlich, Verstärkung: sehr, heftig, stark
or­dent­lich:
auf eine Person bezogen: ordnungsliebend
aufgeräumt und geordnet

Redensarten & Redewendungen

  • je oller desto doller
  • je älter, desto verrückter
  • wie dolle und verrückt

Beispielsätze

  • Tut das doll weh?

  • Ich hab dich ganz doll lieb!

  • Dascha man nich so doll.

  • Manchmal freue ich mich mitten im Sommer ganz doll auf den Winter.

  • Maria drückte Tom ganz doll und gab ihm einen Kuss.

  • Ich musste so doll lachen, dass ich beinahe an meinem Bonbon erstickte.

  • Ich habe sie ganz doll lieb.

  • Ich habe sie ganz doll gedrückt.

  • Je oller, desto doller.

  • Hau mich nicht so doll.

  • Das Essen war nicht so doll.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Allerdings ist die Nachfrage stark eingebrochen, offenbar hat Meta zeitweise doll von der Pandemie profitiert.

  • Man hat etwas geklaut, doll geflunkert oder konsequent bei den Mathe-Arbeiten in der Schule geschummelt.

  • Das ist nicht doll bisher.

  • Er hat sich von dem Ausbruch aber nicht wirklich beeindrucken lassen und war vielmehr besorgt, weil ich so doll weinte.

  • BTSC-Trainer Knaack: „Eine WM-Medaille wäre ein dolles Ding

  • Auch wenn andere Fluggesellschaften auch nicht so dolle sind aber so wie bei Rayenair dürfte es bei den Wenigsten zu gehen.

  • Darida trifft Harit im linken Strafraum, nicht besonders doll, aber er trifft ihn nun mal.

  • "Ich liebe dich so unbeschreiblich dolle, Lèonie", schreibt Cathy Lugner ganz gerührt.

  • Deren bisheriges "Film Line up" ist ja nun nicht so doll - und von Blockbustern kann man eigentlich kaum sprechen.

  • Ihr Englisch war wohl nicht so doll.

  • Also ich muss schon sagen: Was die UN sich derzeit leistet, ist ein dolles Ding.

  • "Er ist viel doller als die Börse, weil man wirklich daneben greifen kann", warnt er.

  • Aber ich fand den van Kerckhoven nicht so dolle, oder den Mikael Goossens.

  • Und auch, wenn sich die Technik noch so doll anstrengt, sie wird niemals echte vorhersagen machen können.

  • Das findet Bianca wohl nicht so dolle.

Was reimt sich auf doll?

Wortaufbau

Das Adjektiv doll be­steht aus vier Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × L, 1 × D & 1 × O

  • Vokale: 1 × O
  • Konsonanten: 2 × L, 1 × D

Das Alphagramm von doll lautet: DLLO

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Düssel­dorf
  2. Offen­bach
  3. Leip­zig
  4. Leip­zig

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Dora
  2. Otto
  3. Lud­wig
  4. Lud­wig

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Delta
  2. Oscar
  3. Lima
  4. Lima

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  3. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 7 Punkte für das Wort.

doll

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort doll kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

un­heim­lich:
als Adverb: doll, gewaltig, mächtig, sehr, außerordentlich

Buchtitel

  • Einmal ganz doll pusten Sophie Schoenwald | ISBN: 978-3-41482-528-5
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: doll. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2024, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: doll. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 8286734, 5231002, 3100178, 2365539, 1548617, 1409470, 1125591 & 836210. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. heise.de, 13.10.2023
  2. berliner-kurier.de, 19.05.2022
  3. tagesspiegel.de, 15.05.2021
  4. welt.de, 17.04.2020
  5. braunschweiger-zeitung.de, 23.08.2019
  6. focus.de, 05.11.2018
  7. bz-berlin.de, 14.10.2017
  8. abendzeitung-muenchen.de, 18.09.2016
  9. gamestar.de, 07.08.2015
  10. abendblatt.de, 30.08.2014
  11. ndr.de, 27.10.2013
  12. stern.de, 19.08.2012
  13. derwesten.de, 13.10.2011
  14. faz-community.faz.net, 24.03.2010
  15. jetzt.sueddeutsche.de, 11.05.2009
  16. welt.de, 31.07.2008
  17. rp-online.de, 26.09.2007
  18. stern.de, 30.11.2006
  19. sueddeutsche.de, 12.12.2005
  20. berlinonline.de, 03.11.2004
  21. sueddeutsche.de, 13.02.2003
  22. berlinonline.de, 02.07.2002
  23. Die Welt 2001
  24. Berliner Zeitung 2000
  25. BILD 1998
  26. Berliner Zeitung 1997
  27. Die Zeit 1996
  28. Berliner Zeitung 1995