vage

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈvaːɡə ]

Silbentrennung

vage

Definition bzw. Bedeutung

  • künstliche Intelligenz: zwischen wahr und unwahr liegend

  • Schwer erkennbar oder vorstellbar, ungewiss.

Begriffsursprung

Über französisch vague vom lateinischen vagus „unbestimmt, unstet, umherschweifend“

Alternative Schreibweise

Steigerung (Komparation)

  1. vage (Positiv)
  2. vager (Komparativ)
  3. am vagsten (Superlativ)

Anderes Wort für va­ge (Synonyme)

angedeutet
implizit:
im Inneren eines Termes angegeben
unausgesprochen mitgemeint, mitverstanden
mitgemeint
mitschwingend
sich andeutend
(im) Subtext (geh.):
gedanklicher Hintergrund einer Äußerung; das, was nicht direkt gesagt, aber gemeint ist
unausgesprochen
unbestimmt:
allgemein: offen, nicht näher bezeichnet, nicht oder noch nicht bestimmt
als Haltung: sich nicht oder noch nicht festlegend
unterschwellig:
unter der Oberfläche, unter der Wahrnehmungsgrenze
verblümt (geh.)
versteckt
zwischen den Zeilen
diffus:
ohne klare Konturen; nicht klar und geordnet
zerstreut; unscharf, schwer abgrenzbar
konturlos:
ohne Konturen, keine Konturen habend
nebelhaft:
undeutlich, schattenhaft, wie von einem Nebel verborgen
nebulös:
nicht eindeutig/sicher verstehbar
nicht deutlich zu erkennen
nicht greifbar
nicht klar zu erkennen
schemenhaft:
undeutlich, schattenhaft, wie ein Schemen
schleierhaft:
mit einem Schleier behaftet; mit, von einem Rätsel umgeben
undeutlich:
nicht deutlich wahrnehmbar
nicht exakt, nur vage
unklar:
hinsichtlich der Gewissheit: ungewiss, fraglich
hinsichtlich der Verständlichkeit: nicht zu verstehen, wirr
verschwommen:
nicht deutlich/klar zu erkennen, beispielsweise auf Photographien
nicht eindeutig, nicht klar
blumig:
auf eine Blume bezogen, in der Art und Weise einer Blume, mit Blumen besetzt
bezogen auf Wein: mit Blume, duftig, würzig
launig:
auf eine charmante und geistreiche Art und Weise so, dass gute Laune aufkommt
ungefähr:
nicht genau, ohne Details
unpräzise
unverbindlich:
höflich, aber ohne freundliches Entgegenkommen, kurz angebunden
nicht verbindlich, ohne Festlegung
wolkig:
in Art einer Wolke
mit Wolken
schwammig:
die Konsistenz eines Schwammes habend; wie ein Schwamm
sehr unkonkret und im Grenzbereich individuell auszulegen; vielseitig interpretierbar (im negativen Sinne)
ungenau:
nicht exakt, nur ungefähr
unsauber:
den formalen, inhaltlichen Anforderungen nicht entsprechend
moralisch verwerflich
unscharf:
mit den Augen nicht deutlich erkennbar
nicht exakt, nur vage
unspezifisch:
nicht ausgeprägt typisch für etwas, nicht eindeutig auf etwas verweisend
wenig zielgerichtet
wischi-waschi (ugs.)

Weitere mögliche Alternativen für va­ge

abstrus:
abwertend: absonderlich, töricht
schwer verständlich, verworren, ohne gedankliche Ordnung
bruchstückhaft:
nur in Fragmenten vorhanden
flüchtig:
auf der Flucht
kurzlebig, nicht beständig; chemisch: leicht verdunstend; Informatik: im Arbeitsspeicher und nicht auf Festplatte oder Magnetband
nebulos / nebulös
unentschieden:
einen Gleichstand, also gleiche Anzahl an Punkten, Treffern, Körben etc. (es gibt keinen Sieger und Verlierer), habend
sich nicht entscheiden könnend; in der Schwebe
unsicher:
der Ausgang die Zukunft ist fraglich oder zweifelhaft, nicht klar
eine Gefahr drohend, in sich bergend
unzureichend:
nicht ausreichend
wahrscheinlich:
in relativ hohem Grad möglich, mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen
zweideutig:
auf Sexuelles anspielend
zwei Deutungen zulassend; auf zwei Arten zu interpretieren
zweifelhaft:
bedenklich, fragwürdig
nicht sicher; Zweifel hervorrufend

Gegenteil von va­ge (Antonyme)

deut­lich:
eindeutig erkennbar, wahrnehmbar durch die Sinne
inhaltlich verständlich
ein­deu­tig:
keine andere Möglichkeit zulassend; nur eine Deutung zulassend
ge­nau:
gründlich und sorgfältig, was das Einhalten von selbstgesetzten oder fremden Regeln betrifft
um nichts abweichend; exakt zutreffend; auf den Punkt exakt so
ge­wiss:
adjektivisch: bekannt, aber nicht genannt
adjektivisch: nicht genau bestimmbar oder bestimmt
klar:
frei von Unreinheiten oder generell Störendem
leicht nachzuvollziehen
prä­zi­se:
ganz genau
un­wahr:
falsch; nicht wahr; nicht richtig
wahr:
der Wahrheit, Wirklichkeit, den Tatsachen entsprechend; wirklich geschehen, nicht ausgedacht oder erfunden
echt, richtig; die Bezeichnung verdienend

Beispielsätze

  • Bevor es losging, hatten wir nur eine sehr vage Vorstellung davon, was uns erwarten würde.

  • Maria machte eine vage Handbewegung.

  • Toms Antwort war äußerst vage.

  • Sie gab eine vage Antwort.

  • Tom gab eine vage Antwort.

  • Tom gab mir eine vage Antwort.

  • Dieser Mann kommt mir vage bekannt vor.

  • Tom war nicht vage.

  • Eine gute Methode spielt beim Erlernen von Sprachen eine viel wichtigere Rolle als der vage Begriff einer angeborenen Begabung.

  • Ich bilde mir ein, dass ich flüssig bin in Englisch, aber flüssiges Sprechen ist natürlich ein vager Begriff.

  • Das ist mir zu vage.

  • Tom hat nur vage Erinnerungen an seinen Großvater.

  • Dieser Textabschnitt ist vage formuliert.

  • Da brachte mich eine vage Erinnerung auf eine furchtbare Idee, die mein Hirn wie ein Blitz traf.

  • Das vage Gerücht erwies sich als falsch.

  • Du drückst dich vage aus.

  • Tom drückt sich vage aus.

  • Er gab mir eine vage Antwort.

  • Mich beschlich ein vager Verdacht.

  • Ich erinnere mich vage an ihn.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Dabei ist dieser chinesische Plan völlig vage und verlangt Russlands nichts, aber auch gar nichts ab.

  • Angesichts solcher Summen wird der Ruf nach Entlastungen lauter, die auch Kanzler Olaf Scholz vage angekündigt hat.

  • Ähnlich vage sind weitere Öffnungsschritte für kulturelle Großveranstaltungen gehalten.

  • Bleiben sie nicht so vage.

  • Aber mehr als eine vage Hoffnung ist das nicht.

  • Alles vage, alles nur Absichtserklärungen, aber darin ist die Telekom erfahren.

  • Auch Theresa Attenberger hatte ihre Ziele für die World Games eher vage formuliert: „Tolle Kämpfe abliefern.

  • Alibaba machte nur vage Angaben zum Inhalt der Untersuchungen.

  • Auch hier sind die Zahlen aus den einzelnen Ländern zu vage.

  • Als Termin nennt es wie zuletzt Vizepräsident Joe Belfiore für Windows 8.1 Update 1 nur vage “dieses Frühjahr”.

  • Bisher waren sowohl der Zeitrahmen als auch die Hauptthemen vage geblieben.

  • Es gibt keine vage Pauschal-Ausnahme: Was in den Einschränkungen im Gesetz nicht auftaucht, ist nicht erlaubt.

  • Am Ende bleiben drei wichtige Punkte und die vage Hoffnung, dass es auch mal länger als für 15 Minuten Champions-League-Reife reicht.

  • Aber was das im einzelnen bedeutet, bleibt vage.

  • Baschin blieb lediglich noch die vage Hoffnung, durch einen weiteren Sieg der Russin in die Trostrunde zu gelangen.

Häufige Wortkombinationen

  • adverbiell: vage antworten, ausdrücken, beantworten, erklären, erinnern, formulieren, lokalisieren
  • vage Ahnung, Andeutung, Aussicht, Beweise, Daten, Drohungen, Einblicke, Erinnerung, Hoffnung, Idee, Indizien, Möglichkeit, Schätzung, Strategie, Termine, Unterstellung, Versprechen, Versprechungen, Visionen, Vorstellung
  • vager Anhaltspunkt, Begriff, Verdacht, Weg
  • vages Konzept
  • ziemlich vage

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Homophone

Was reimt sich auf va­ge?

Wortaufbau

Das zweisilbige Isogramm va­ge be­steht aus vier Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × A, 1 × E, 1 × G & 1 × V

  • Vokale: 1 × A, 1 × E
  • Konsonanten: 1 × G, 1 × V

Eine Worttrennung ist nach dem A mög­lich.

Das Alphagramm von va­ge lautet: AEGV

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Adjektiv fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Völk­lingen
  2. Aachen
  3. Gos­lar
  4. Essen

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Vik­tor
  2. Anton
  3. Gus­tav
  4. Emil

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Vic­tor
  2. Alfa
  3. Golf
  4. Echo

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 10 Punkte für das Wort.

vage

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort va­ge ent­spricht dem Sprach­niveau C1 (Sprach­ni­veau­stu­fen nach dem Ge­mein­sa­men euro­pä­ischen Re­fe­renz­rah­men für Sprachen ) und kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

be­deckt:
bei Interviews, Stellungnahmen, Aussagen (z.B. vor Gericht): sich zurückhalten, nicht klar Stellung beziehen, etw im Unklaren oder vage lassen
durch­schim­mern:
(durch etwas Abdeckendes hindurch) vage sichtbar sein
Tee­löf­fel:
(zum Abmessen von Pulvern und Flüssigkeiten) vage Mengenangabe, von etwa 5 Millilitern

Häufige Rechtschreibfehler

  • wage
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: vage. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: vage. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10151990, 8793041, 7712332, 7636943, 7636938, 7010422, 6618847, 5961768, 5390381, 4432657, 3322958, 2759433, 2712229, 2316022, 2205523, 2205521, 1512901, 1366227 & 1328280. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, DNB 982603452
  2. tagesschau.de, 21.03.2023
  3. nd-aktuell.de, 15.08.2022
  4. nordbayern.de, 13.07.2021
  5. zeit.de, 13.03.2020
  6. welt.de, 01.05.2019
  7. stuttgarter-zeitung.de, 04.07.2018
  8. extremnews.com, 29.07.2017
  9. wolfsburger-nachrichten.de, 26.05.2016
  10. zeit.de, 24.09.2015
  11. zdnet.de, 26.02.2014
  12. faz.net, 19.08.2013
  13. spiegel.de, 07.02.2012
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  17. jetzt.sueddeutsche.de, 20.03.2008
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  20. fr-aktuell.de, 16.11.2005
  21. fr-aktuell.de, 09.07.2004
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  23. welt.de, 14.07.2002
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  25. DIE WELT 2000
  26. Die Zeit (30/1998)
  27. Die Zeit (04/1997)
  28. Süddeutsche Zeitung 1996
  29. Stuttgarter Zeitung 1995