Kränkung

Substantiv (Nomen), feminin (weiblich)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈkʁɛŋkʊŋ]

Silbentrennung

Kränkung (Mehrzahl:Kränkungen)

Definition bzw. Bedeutung

Die Verletzung eines anderen Menschen in seiner Ehre, seinen Gefühlen oder seinem Selbstbewusstsein.

Begriffsursprung

  • Ableitung vom Stamm des Verbs kränken mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung

  • Das Wort ist seit dem 15. Jahrhundert belegt.

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativdie Kränkungdie Kränkungen
Genitivdie Kränkungder Kränkungen
Dativder Kränkungden Kränkungen
Akkusativdie Kränkungdie Kränkungen

Anderes Wort für Krän­kung (Synonyme)

Affront:
öffentlicher verbaler oder schriftlicher Angriff bzw. Beschuldigung
Beleidigung:
beleidigende Äußerung oder Handlung
deutsches Strafrecht: nach § 185 StGB strafbare vorsätzliche Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung einer (natürlichen oder juristischen) Person, wodurch deren Ehre (Wert, der ihr aufgrund der Personenwürde und dem sittlich-sozialen Verhalten zukommt) verletzt wird
Diskreditierung (geh., bildungssprachlich):
Geringschätzung/Vernachlässigung der Bedeutung eines Menschen
Ehrverletzung
Erniedrigung:
Maßnahme oder Ergebnis der Verringerung von etwas
menschenunwürdige Behandlung
Herabwürdigung:
Geringschätzung der Leistung einer Person; Abwertung
Insult (geh., bildungssprachlich):
plötzliches, heftiges Auftreten einer Krankheit
starke verbale Verletzung der persönlichen Ehre eines anderen
Insultation
Schimpf:
Verletzung der Selbstachtung
Schlag ins Gesicht (fig.)
Schmähung:
Handlung, jemanden oder etwas zu beleidigen und verächtlich zu machen, beleidigende Worte
schwere Beleidigung
Verbalinjurie:
veraltend: in Worten ausgedrückte Beleidigung, üble Nachrede
Verletzung:
das Übertreten eines Gebotes, einer Grenze
eine Beschädigung von Gewebe
Verunglimpfung:
Herabsetzung, Verächtlichmachung von jemandem oder etwas

Beispielsätze

  • Den Vorwurf der Faulheit empfand er als Kränkung.

  • Vergiß Kränkungen, aber nie Freundlichkeiten.

  • Jede Beziehung zwischen Menschen ist immer eine Ansammlung von Problemen, Kämpfen, auch von Kränkungen und Demütigungen.

  • Wenn man liebt, dann gedenkt man der Kränkung nicht lange.

  • Sie konnte die Kränkung nicht länger ertragen.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Es war dies eine Zeit voller Probleme und Hürden, von Gewalt und Gegengewalt, von bitteren Kränkungen, Hoffnungen und Enttäuschungen.

  • Kränkungen sind für ihn Angriffe auf Selbstachtung, Ehrgefühl und Werte.

  • Die Folge ist eine innere Kränkung.

  • Scham, Ressentiment, Kränkung, Misstrauen, verschieden verteilt, erschwerten und verhinderten das grenzüberschreitende Gespräch.

  • Es kann Wut, Kränkung oder eben eine psychiatrische Erkrankung sein.

  • Der drohenden Kränkung habe er nicht anders entgehen können, als die Frau zu töten.

  • Aus seiner Verunsicherung ist „Identität“ geworden, aus seiner Kränkung eine neue politische Macht.

  • Keine Kränkungen, kein Angriff, kein böses Wort.

  • Dabei übersieht die Kamera jedoch nicht die narzisstische Kränkung einer Schauspielerin, die weiß, dass sie nicht mehr die Nummer eins ist.

  • Das empfand er offenbar als Kränkung.

  • Sie sehen darin eine Kränkung des christlichen Glaubens.

  • Ist es die Kränkung das Gefühl zu haben die deutsche Kultur wurde beschmutzt?

  • Ist die Anzeige der Wirtschaft eine Reaktion der Enttäuschung, der Kränkung?

  • Das ist eine ungeheure Kränkung.

  • Bei "Kränkung" neige er zu "heftigen Reaktionen".

  • Nein, von Kränkung könne keine Rede sein; die Botschaft sei eher eine Kritik an der Strenge der Religionen insgesamt.

  • Es ist ein Land, das sich seiner selbst vergewissern will, denn die Bomben haben eine tiefe Kränkung hinterlassen.

  • Bereits früher habe er mit "Backpfeifen" und anderen körperlichen Attacken auf wiederholte Kränkungen durch die Mutter reagiert.

  • Dazu ist er Texaner und weigert sich seit Bushs Amtsantritt, von Washingtons Gehässigkeiten und Kränkungen gezeichnet zu werden.

  • Schüssel werde bitter für die Kränkungen büßen, die er in den letzten Verhandlungsrunden den anderen Parteien zugefügt habe.

  • Manche suchen unbekannte Opfer, viele aber wollen sich gezielt für echte oder eingebildete Kränkungen rächen.

  • Nun gut, er könnte als Staatssekretär zu Tiefensee umziehen, was man ja nicht unbedingt als Kränkung sehen muss.

  • Kaum jemand, sagt sie, sei in der Lage, sich selbst die Kränkung der Kündigung einzugestehen.

  • Die eitle Kränkung, die Vargas Llosa beschäftigt, mag darin bestehen, dass er zur Schule des magischen Realismus gehört.

  • In jede Geste der Personen sind Erfahrungen eingeschrieben, erlittene Kränkungen, überwundene Schmerzen.

  • Denn das Gericht habe ihnen darin recht gegeben, daß die Methode des "pan-scanning" eine Kränkung des Werkes und damit des Künstlers sei.

  • Oder geht es gar tatsächlich um so abstruse Begriffe wie "Rockerehre", deren Kränkung angeblich nur mit Blut abzuwaschen sei?

  • Haß und Rache wurzeln in Kränkungen, entspringen also unserer Sozialisation.

Übersetzungen

Was reimt sich auf Krän­kung?

Wortaufbau

Das zweisilbige Substantiv Krän­kung be­steht aus acht Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × K, 2 × N, 1 × Ä, 1 × G, 1 × R & 1 × U

  • Vokale: 1 × Ä, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × K, 2 × N, 1 × G, 1 × R
  • Umlaute: 1 × Ä

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten N mög­lich. Im Plu­ral Krän­kun­gen zu­dem nach dem zwei­ten N.

Das Alphagramm von Krän­kung lautet: ÄGKKNNRU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Köln
  2. Ros­tock
  3. Umlaut-Aachen
  4. Nürn­berg
  5. Köln
  6. Unna
  7. Nürn­berg
  8. Gos­lar

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Kauf­mann
  2. Richard
  3. Ärger
  4. Nord­pol
  5. Kauf­mann
  6. Ulrich
  7. Nord­pol
  8. Gus­tav

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Kilo
  2. Romeo
  3. Alfa
  4. Echo
  5. Novem­ber
  6. Kilo
  7. Uni­form
  8. Novem­ber
  9. Golf

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  6. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  7. ▄▄▄▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 20 Punkte für das Wort Krän­kung (Sin­gu­lar) bzw. 22 Punkte für Krän­kun­gen (Plural).

Kränkung

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Nomen Krän­kung kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Sanft­mut:
ausgeglichene, ruhige, geduldige und wohlwollende Gesinnung, die einen Menschen selbst bei Kränkungen nicht in Zorn geraten lässt, sondern ein besonnenes Verhalten hervorbringt, das die Mitmenschen positiv beeinflusst
Un­bill:
Kränkung, ungerechte Behandlung
Un­glimpf:
zugefügte Kränkung, Schmach
ver­letzt:
eine Kränkung oder Beleidigung erlitten habend, psychisch von jemandem aus dem Gleichgewicht gebracht worden sein
wüst:
Abscheu, Widerwillen hervorrufend; in einem sehr schlechten, stark mitgenommenen Zustand; eine Kränkung darstellend oder zufügend
zu­rück­zah­len:
eine erlittene Kränkung mit gleichen Mitteln erwidern

Buchtitel

  • Die Digitale Kränkung Matthias Zehnder | ISBN: 978-3-03810-409-4
  • Die Macht der Kränkung Reinhard Haller | ISBN: 978-3-71100-078-1
  • Kränkung am Arbeitsplatz Bärbel Wardetzki | ISBN: 978-3-42334-710-5
  • Krankheit als Kränkung Uli Krug | ISBN: 978-3-89320-287-4

Film- & Serientitel

  • Am Anschlag – Die Macht der Kränkung (Miniserie, 2021)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Kränkung. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2022, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: Kränkung. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10141024, 2688968, 2223803 & 800901. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Wolfgang Pfeifer (Leitungs): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995. ISBN 3-423-03358-4
  2. krone.at, 12.06.2022
  3. kurier.at, 04.09.2021
  4. spiegel.de, 25.04.2020
  5. tagesspiegel.de, 06.11.2019
  6. derstandard.at, 15.05.2018
  7. blick.ch, 26.07.2017
  8. aachener-zeitung.de, 08.09.2016
  9. handelsblatt.com, 23.12.2015
  10. taz.de, 13.11.2014
  11. ruhrnachrichten.de, 29.08.2013
  12. feedsportal.com, 11.10.2012
  13. zeit.de, 12.04.2011
  14. vdi-nachrichten.com, 08.09.2010
  15. bernerzeitung.ch, 07.04.2009
  16. augsburger-allgemeine.de, 25.07.2007
  17. spiegel.de, 21.12.2006
  18. spiegel.de, 09.08.2005
  19. welt.de, 30.04.2004
  20. welt.de, 27.06.2003
  21. sueddeutsche.de, 26.02.2003
  22. sueddeutsche.de, 29.04.2002
  23. Die Zeit (42/2002)
  24. Die Zeit (36/2000)
  25. Welt 1999
  26. Die Zeit (41/1998)
  27. Berliner Zeitung 1997
  28. Stuttgarter Zeitung 1996
  29. Süddeutsche Zeitung 1995