würdigen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈvʏʁdɪɡn̩]

Silbentrennung

würdigen

Definition bzw. Bedeutung

Konjugation

  • Präsens: würdige, du würdigst, er/sie/es würdigt
  • Präteritum: ich wür­dig­te
  • Konjunktiv II: ich wür­dig­te
  • Imperativ: würdig/​würdige! (Einzahl), würdigt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­wür­digt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für wür­di­gen (Synonyme)

anerkennen:
einen Umstand als sachlich richtig oder wahr akzeptieren
etwas wertschätzen, jemanden loben
bestätigen:
Anerkennung leisten
den Eingang rückmelden
honorieren:
eine erbrachte Leistung bezahlen
eine vollbrachte Leistung verbal oder durch Taten positiv rückmelden
quittieren:
transitiv: einen Empfangsbeleg (Quittung) unterschreiben
transitiv; etwas mit etwas quittieren: eine bestimmte Reaktion auf etwas zeigen
(achtungsvoll) aufblicken zu (fig.)
(eine) hohe Meinung haben (von)
achten:
auf etwas achten: beobachten, Ausschau halten nach etwas
auf etwas/jemanden achten: etwas/jemanden überwachen, auf etwas/jemanden aufpassen; aufpassen, dass nichts passiert
ästimieren (geh., veraltend):
wertschätzen
Zahlenwerte, Größen oder Ähnliches aufgrund bekannter Tatsachen näherungsweise bestimmen
akzeptieren:
etwas hinnehmen
sich mit etwas einverstanden erklären
ehren (geh.):
etwas gereicht jemandem zur Ehre
jemanden auszeichnen
respektieren:
meist jemanden oder etwas achten, Respekt zeigen
schätzen:
davon ausgehen, dass etwas so sein wird; vermuten
etwas einen hohen Wert zuweisen und es damit gerne mögen
wertschätzen:
(jemanden oder etwas) hochachtend schätzen
zu schätzen wissen
(einer Sache / jemandem) Gutes nachsagen
(für jemanden) lobende Worte finden
(jemandem) Anerkennung zollen (geh.)
(jemandem) Beifall klatschen (fig.)
(jemandem) ein Kompliment machen
(jemandem) ein Lob aussprechen
(jemandem) Lob zollen (geh.)
(jemanden) lobend erwähnen
(sich über jemanden) anerkennend äußern (geh.)
(jemanden) belobigen (offiziell loben):
jemanden (öffentlich) für seine Leistung auszeichnen (loben)
(jemanden) benedeien (geh., religiös, veraltet):
mit Akkusativ: segnen
mit Dativ: lobpreisen (dieses dagegen mit Akkusativ)
(jemanden) loben (Hauptform):
eine wertschätzende Aussage machen
etwas zusagen, sich zu etwas verpflichten
(jemanden) lobpreisen (dichterisch):
jemanden oder etwas mit Lobpreis ehren, jemanden laut und überschwänglich preisen
(jemanden) preisen (dichterisch):
jemanden oder etwas überschwänglich loben, dessen Größe bewundern/anerkennen
(jemanden) rühmen (geh.):
etwas oder jemanden mit positiven Worten hervorheben

Sinnverwandte Wörter

aus­zeich­nen:
etwas (Waren, Artikeln) mit einem Preisetikett versehen
etwas zum Satz fertig machen, indem typografische Zusatzinformationen gemacht werden
be­ach­ten:
etwas zur Kenntnis nehmen und sich danach richten
jemandem oder etwas Aufmerksamkeit schenken, jemanden oder etwas zur Kenntnis nehmen
he­r­aus­he­ben:
etwas oder jemanden abheben, unterscheiden
etwas oder jemanden von drinnen nach draußen heben
hoch­ach­ten:
als Person oder Idee schätzen

Gegenteil von wür­di­gen (Antonyme)

links liegen lassen

Beispielsätze

  • Nach unserem Streit hat sie mich den ganzen Abend keines Blickes mehr gewürdigt!

  • Niemand wusste zu würdigen, mit welchem Einsatz sie alles zur Rettung der Firma getan hatte.

  • Ich habe sie angesprochen und sie hat mich sogar einer Antwort gewürdigt.

  • Beim Nobelpreis werden jährlich die größten wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt.

  • Wir können weder alle zählen, denen Unheil widerfahren ist, noch auch nur einen von ihnen würdig beklagen.

  • Die Art und Weise wie der Sieger mit dem Verlierer umgeht, zeigt eigentlich erst, ob der Sieger eines Sieges würdig ist.

  • Indem man seine Quellen angibt, würdigt man die Arbeit anderer.

  • Pünktlichkeit bei einer Verabredung hat nur den einen Nachteil, dass der andere ja nicht da ist, um sie zu würdigen.

  • Tom wusste es nicht zu würdigen.

  • Du bist der einzige Mann, der würdig ist, mit mir die Krone des Universums zu tragen.

  • Nun kann ich beruhigt von hinnen ziehen, da ich weiß, dass ich eine würdige und hoffentlich auch strenge Nachfolgerin habe.

  • Der einzige Ausweg aus dem Elend der heutigen Zeit besteht darin, sich untereinander des gegenseitigen Vertrauens als würdig zu erweisen.

  • Es ist des Menschen würdig, was im Laufe der Natur liegt, auch natürlich zu nehmen.

  • Er hat mich keines Blickes gewürdigt.

  • Sie würden mich noch nicht einmal eines Blickes würdigen.

  • Der Mann ist deiner nicht würdig.

  • Ich finde, dass es sich um eine würdige Fortsetzung des Romanes handelt.

  • Sein silbriges Haar trug zu dem würdigen Eindruck bei, den sein Äußeres vermittelte.

  • Sie würdigen meine Bemühungen.

  • Sie ging vorbei, ohne mich eines Blickes zu würdigen.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Altkanzler Schröder und Ministerpräsident Laschet haben bei einer Trauerfeier im Essener Münster die Verdienste von Werner Müller gewürdigt.

  • Ähnlich wie in Weitingen, wird auch dort der Heilige Martin mit Veranstaltungen gewürdigt.

  • Aber das beschreibt eher die Ist-Situation, die durchaus von vielen Nutzern des Neuseenlandes gewürdigt wird.

  • Anders hatte die italienische Justiz das Morden gewürdigt: 2005 waren zehn der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

  • Mit einem Ausflug auf die Insel Ufenau findet die 121. Delegiertenversammlung von GastroSuisse am 23. Mai 2012 ihren würdigen Abschluss.

  • Das Nachrichtenmagazin «Time» hat bei seiner Wahl der «Person des Jahres 2011» die Protestbewegung rund um den Globus gewürdigt.

  • Damit wurde sein Engagement für HIV-infizierte und aidskranke Kinder gewürdigt.

  • Die Erklärung soll die 50-jährige Geschichte der Europäischen Union würdigen und einen Blick in ihre Zukunft werfen.

  • Neben "Katrina" ist es vor allem die aufklärerische Arbeit von Journalisten, die gewürdigt wird.

  • In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Linnicher Manfred Heinrichs, der einen würdigen Preisträger darstellt.

  • In ihm findet Prohacek einen würdigen Gegner.

  • Er hofft, dass die Hecke bei dem derzeit laufenden landschaftsplanerischen Gutachten "entsprechend gewürdigt wird".

  • Bei der Preisvergabe wird zwar auch die Qualität, zu einem großen Teil aber der Erfolg beim Publikum gewürdigt.

  • Alle Produkte sollten gleichermaßen gewürdigt werden", begründete Andrej Kupetz, Leiter des "Rates für Formgebung", die Darstellungsform.

  • Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland wurde als konsequenter Mahner und engagierter Demokrat gewürdigt.

  • Sehnsüchtig träumt sie von einem würdigen Abschied.

  • Jan Ullrich aber wird jetzt in seiner Pionierrolle gewürdigt.

Häufige Wortkombinationen

  • eine Arbeit würdigen, einen Beitrag würdigen, jemandes Einsatz würdigen, jemandes Engagement würdigen, jemande/etwas in einer Laudatio würdigen, jemandes Lebenswerk würdigen, jemandes Leistungen würdigen, etwas als Meilenstein würdigen, jemanden als Persönlichkeit würdigen, jemandes Verdienste würdigen
  • jemanden keines Blickes würdigen, jemanden keiner Antwort würdigen

Wortbildungen

Übersetzungen

Wortaufbau

Das dreisilbige Isogramm wür­di­gen be­steht aus acht Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × D, 1 × E, 1 × G, 1 × I, 1 × N, 1 × R, 1 × Ü & 1 × W

  • Vokale: 1 × E, 1 × I, 1 × Ü
  • Konsonanten: 1 × D, 1 × G, 1 × N, 1 × R, 1 × W
  • Umlaute: 1 × Ü

Eine Worttrennung ist nach dem R und I mög­lich.

Das Alphagramm von wür­di­gen lautet: DEGINRÜW

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Verb fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Wupper­tal
  2. Umlaut-Unna
  3. Ros­tock
  4. Düssel­dorf
  5. Ingel­heim
  6. Gos­lar
  7. Essen
  8. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Wil­helm
  2. Über­mut
  3. Richard
  4. Dora
  5. Ida
  6. Gus­tav
  7. Emil
  8. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Whis­key
  2. Uni­form
  3. Echo
  4. Romeo
  5. Delta
  6. India
  7. Golf
  8. Echo
  9. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  3. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 16 Punkte für das Wort.

würdigen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort wür­di­gen ent­spricht dem Sprach­niveau B2 (Sprach­ni­veau­stu­fen nach dem Ge­mein­sa­men euro­pä­ischen Re­fe­renz­rah­men für Sprachen ) und kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Glanz­leis­tung:
eine Tat, die besonders geschätzt, gewürdigt, gelobt wird; ein Ergebnis, das besonders geschätzt, gewürdigt, gelobt wird
Lau­da­tio:
Rhetorik: im Rahmen eines Festakts gehaltene feierliche Rede, in der jemandes Leistungen und Verdienste gewürdigt werden
Spit­zen­leis­tung:
Handlung oder Ergebnis, die besonders geschätzt, gewürdigt, gelobt werden
To­ten­fei­er:
eine Feier zu einem würdigen, ehrenden Gedenken an einen Verstorbenen
Un­per­son:
Person, die in ihrer Individualität, Persönlichkeit, menschlicher Würde bzw. deren Leistung gesellschaftlich nicht geachtet, gewürdigt bzw. wahrgenommen wird; von der Gesellschaft geächtete, ausgeschlossene oder ignorierte Person, mit der man nicht (mehr) umgehen, sich nicht (mehr) befassen möchte

Buchtitel

  • Verluste und Trauer würdigen – Impulse für die pflegerische Praxis Katharina Rizza | ISBN: 978-3-52540-523-9
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: würdigen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: würdigen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 11121482, 10616360, 10509447, 10282171, 10148831, 8095425, 8047480, 7005750, 6905347, 6127938, 6116850, 5932008, 3800080, 3386496, 3239436 & 3063168. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. waz.de, 27.07.2019
  2. schwarzwaelder-bote.de, 11.11.2016
  3. l-iz.de, 10.02.2014
  4. taz.de, 25.03.2013
  5. presseportal.ch, 22.05.2012
  6. antenne.de, 14.12.2011
  7. abendblatt.de, 14.08.2008
  8. spiegel.de, 23.03.2007
  9. tagesschau.de, 18.04.2006
  10. aachener-zeitung.de, 17.10.2005
  11. fr-aktuell.de, 03.09.2004
  12. fr-aktuell.de, 24.12.2003
  13. netzeitung.de, 03.10.2002
  14. DIE WELT 2000
  15. Berliner Zeitung 1999
  16. BILD 1998
  17. Berliner Zeitung 1997