originell

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ oʁiɡiˈnɛl ]

Silbentrennung

originell

Definition bzw. Bedeutung

  • geistreich/witzig wirkend

  • in seiner Art neu

Begriffsursprung

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts von französisch originellement entlehnt; oder entlehnt von französisch originel

Steigerung (Komparation)

  1. originell (Positiv)
  2. origineller (Komparativ)
  3. am originellsten (Superlativ)

Anderes Wort für ori­gi­nell (Synonyme)

besonders:
eine Eigenschaft verstärkend: sehr
für sich alleine, gesondert, separat
eigen:
abweichend von anderen, auffällig
jemandem oder etwas zugehörig, jemandem selbst gehörend
eigentümlich (Hauptform):
auf bestimmte Art typisch, charakteristisch für eine Person, Sache oder Situation
seltsam und merkwürdig anmutend
idiosynkratisch:
allgemein: spezifisch, eigentümlich
Linguistik: Eigenschaft, nur bei einzelnen Wörtern vorzukommen und sich nicht aus Regeln zu ergeben; einer Idiosynkrasie entsprechend
nischig (ugs.)
(sehr) speziell:
sich vom Normalfall (der Regel oder von den jeweils anderen) in den Eigenschaften oder der Wichtigkeit unterscheidend
einfallsreich:
so, dass man viele Einfälle, neue Ideen hat
erfinderisch:
so, dass man viele Einfälle, neue Ideen und Lösungen hat
erfindungsreich:
viele Ideen zu Lösungen von Problemen habend; reich an Erfindungsgabe
fantasiebegabt:
mit großem Vorstellungsvermögen oder Kreativität
fantasievoll:
mit großem Vorstellungsvermögen oder Kreativität
gestalterisch:
in Bezug auf die Gestaltung, Formung von etwas
ideenreich:
viele Einfälle, Ideen für etwas besitzend
ingeniös:
mit hohem geistigen, schöpferischen Potenzial
innovativ (bildungssprachlich):
Innovationen setzend; neuartig, verbessernd
kreativ, originell
kreativ:
Neues schaffend, bzw. die Möglichkeit zu haben, Neues zu schaffen
phantasiebegabt
phantasievoll
schöpferisch:
in der Lage aus eigenen Ideen, von eigener Hand etwas Neues, Bedeutendes zu schaffen
blitzgescheit:
sehr gescheit; klug
findig:
mit guten Ideen, wie man eine schwierige Situation meistern kann und schlau
geistreich:
klug und gleichzeitig witzig
mit Witz
pfiffig:
umgangssprachlich, von Aussagen oder Sachen: gut ausgedacht oder erzeugt
von Menschen: Wichtiges gut erkennend und umsetzend
vigilant (geh.):
eine hohe Intelligenz mit scharfem Verstand besitzend
witzig:
die Eigenschaft besitzend andere zum Lachen zu bringen
umgangssprachlich: merkwürdig, seltsam
(noch) nie dagewesen
der letzte Schrei (ugs., fig.)
eigene Wege gehen(d) (fig.)
frisch:
(oft in angenehmer Weise) kühl
neu, gerade eben erst, kürzlich
neu (entstanden) (Hauptform):
noch unbekannt, unvertraut
vor kurzer Zeit gemacht oder geschehen
neu auf dem Markt
neu entwickelt
neuartig:
in anderer Weise als bisher bekannt, auf neue Art
noch nicht dagewesen
alert (geh., veraltend):
munter, aufgeweckt, rege, frisch
aufgeweckt:
vom Naturell her munter, neugierig und mitdenkend
ausgebufft (ugs.):
schlau, trickreich, raffiniert, clever, erfahren
ausgeschlafen (ugs., fig.)
clever:
schlau, gewitzt
gefitzt (schweiz.)
gescheit:
arglistig
hinterhältig, schlau, verschlagen, listig
geschickt:
von hoher, guter Handfertigkeit, Handwerklichkeit
wohldurchdacht und erfolgreich handelnd
gewieft (ugs.):
aus Erfahrung schlau, geschickt
gewitzt:
schlau, einfallsreich bei der Problembewältigung, voller praktischer Ideen
helle (ugs.):
regional, norddeutsch, berlinerisch: mit einem gut funktionierenden Verstand ausgestattet, schlau
Köpfchen haben (ugs.)
plietsch (landschaftlich, norddeutsch):
pfiffig, aufgeweckt, intelligent, schlau
raffiniert:
durchtrieben, ausgeklügelt
von Rohstoffen: gereinigt und veredelt
schlau:
um Wege wissend, seine Ziele (dennoch) zu erreichen
umgangssprachlich: Klugheit besitzend

Sinnverwandte Wörter

ko­misch:
nach Art einer Komödie
Verwunderung auslösend; sonderbar, seltsam, merkwürdig
merk­wür­dig:
auffallend, des Merkens würdig, bedeutsam
durch Abweichung vom Üblichen auffallend; Staunen, Verwunderung oder aber leises Misstrauen bewirkend
son­der­bar:
sich im Vergleich abhebend, einen unterschiedlichen Charakter besitzend, durch Absonderung entstanden oder entstehend (häufig mit der Tendenz zum Außergewöhnlichen, zum Komischen, zum Skurrilen)
un­ge­wöhn­lich:
nicht gewöhnlich, nicht der Gewohnheit entsprechend
ur­sprüng­lich:
am Ursprung, an der Quelle, der Entstehung, der Geburt, der Schaffung, der ersten Hervorbringung liegend oder sich darauf beziehend

Gegenteil von ori­gi­nell (Antonyme)

alt­her­ge­bracht:
seit Langem üblich
drö­ge:
langweilig, uninteressant
trocken
ide­en­los:
keine Einfälle für etwas besitzend
lang­wei­lig:
eintönig, uninteressant
sich über eine lange Zeitspanne erstreckend
tra­di­ti­o­nell:
der Tradition entsprechend, der Tradition gemäß, über eine Tradition vermittelt
un­in­s­pi­riert:
nicht inspiriert, ohne Inspiration
unoriginell

Beispielsätze

  • Er entwickelte für sich einen originellen, persönlichen Stil.

  • Das ist eine wirklich originelle Idee!

  • Sei originell!

  • Sie sind sehr originell.

  • Wer kreativ ist, hat die Fähigkeit etwas zu erschaffen, was neu, originell und nützlich ist.

  • Man muss in einer Branche nicht der Erste sein, aber origineller als die anderen.

  • Ich denke, dass diese Bilder sehr originell sind.

  • Freud war ein origineller Denker.

  • Du bist originell.

  • Tom hat viele originelle Ideen.

  • Toms Design ist sehr originell.

  • Ein origineller Schriftsteller ist nicht derjenige, der niemanden nachahmt, sondern derjenige, den niemand nachahmen kann.

  • Tom wollte gern einen originellen Weg finden, Maria zu sagen, dass er sie liebt.

  • Das ist nicht allzu originell.

  • Seine Entwürfe sind äußerst originell.

  • Originelle Formulierungen sind noch nicht originelle Einsichten.

  • Die Ehe ist der originelle Versuch, die Kosten zu halbieren, indem man sie verdoppelt.

  • Führe ein geregeltes und ordentliches Leben, damit du in deinem Werk leidenschaftlich und originell sein kannst.

  • Ich finde diese Idee originell und interessant.

  • Er ist kein origineller Kopf, sondern ahmt nur nach, was andere schon gesagt und getan haben.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Auf der Suche nach Süßigkeiten und teils mit originellen Verkleidungen haben viele Menschen in NRW Halloween gefeiert.

  • Auch die originelle Erweiterung des Stücks um zwei Chorwerke von György Ligeti und Ignaz von Seyfried überzeugte.

  • Das war ja wohl nicht so originell!» eben ihren Tigertanga auszieht.

  • Bestärkt haben sie darin womöglich ihre beiden Grossmütter: «Zwei unterschiedliche, aber beide sehr starke und originelle Frauen.

  • Der Sportmoderator leitete die allererste Sendung originell ein mit: "Es ist wieder Quizzeit bei uns in ORF 1".

  • Andere Spiele dagegen punkten einfach durch ihre Kreativität und die vielen originellen Einfälle der Entwickler.

  • Abbildung 1: Werbegeschenke sollten heute originell ausfallen - im IT-Bereich warten zudem auch viele praktische Lösungen.

  • Am Josef-Fest kapert Insieme Freiamt eine originelle Festbeiz, das Schiffsrestaurant «MS Josefina».

  • Als originell kann man Microsofts Strategie wohl nicht bezeichnen.

  • Aber nicht alle Serien-Erfolge sind hip, überraschend, originell, süchtig machend.

  • Aber auch in Deutschland gehört ein gewisser Mut zu dieser originellen Form von Solidarität, es gab auch etliche Absagen.

  • Und das ist ganz gut so, denn zu den originellsten Reimemachern gehört der Stuttgarter nicht.

  • Aber dann überrascht der Schreiber durch originelle (und manchmal skurrile) Einfälle, vor denen jeder pädagogische Impuls kapituliert.

  • Es kann daher leicht nach hinten losgehen, Anekdoten über ausgefallene Themen zu erzählen, um originell zu wirken.

  • Das bedeutet beim Kick: Pässe, die ankommen, gewonnene Zweikämpfe, originelle Passstafetten, eigene Treffer zum Sieg.

Übersetzungen

Was reimt sich auf ori­gi­nell?

Wortaufbau

Das dreisilbige Adjektiv ori­gi­nell be­steht aus neun Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × I, 2 × L, 1 × E, 1 × G, 1 × N, 1 × O & 1 × R

  • Vokale: 2 × I, 1 × E, 1 × O
  • Konsonanten: 2 × L, 1 × G, 1 × N, 1 × R

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten I und zwei­ten I mög­lich.

Das Alphagramm von ori­gi­nell lautet: EGIILLNOR

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Offen­bach
  2. Ros­tock
  3. Ingel­heim
  4. Gos­lar
  5. Ingel­heim
  6. Nürn­berg
  7. Essen
  8. Leip­zig
  9. Leip­zig

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Otto
  2. Richard
  3. Ida
  4. Gus­tav
  5. Ida
  6. Nord­pol
  7. Emil
  8. Lud­wig
  9. Lud­wig

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Oscar
  2. Romeo
  3. India
  4. Golf
  5. India
  6. Novem­ber
  7. Echo
  8. Lima
  9. Lima

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  8. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 13 Punkte für das Wort.

originell

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort ori­gi­nell kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

geist­voll:
im weitesten Sinn bezogen auf Gedanken oder Personen: scharfsinnig, intellektuell anspruchsvoll, dabei originell

Buchtitel

  • Kontrastbuch für Babys Mit originellen Schwarz-Weiß Kontrastkarten für die visuelle Entwicklung Sensorik Babybuch nach M Katja Köhler | ISBN: 978-3-75841-227-1
  • Was ich an dir liebe – Ein originelles Erinnerungsalbum für dich und deinen vierbeinigen Freund Alexandra Reinwarth | ISBN: 978-3-74231-288-4
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: originell. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: originell. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10050036, 10015096, 10006519, 9062281, 9008829, 8945158, 7769617, 6466202, 5390347, 5295638, 3504515, 3376037, 3069393, 2686698, 2322024, 2240932, 1626118 & 1404706. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wolfgang Pfeifer (Leitungs): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993. ISBN 3-423-03358-4
  2. Duden Online
  3. azonline.de, 01.11.2023
  4. nzz.ch, 12.09.2022
  5. nzz.ch, 13.09.2021
  6. blick.ch, 20.09.2020
  7. derstandard.at, 03.12.2019
  8. computerwoche.de, 17.03.2018
  9. gulli.com, 22.03.2017
  10. aargauerzeitung.ch, 24.04.2016
  11. zdnet.de, 21.04.2015
  12. zeit.de, 18.04.2014
  13. tagesspiegel.feedsportal.com, 22.12.2013
  14. zeit.de, 09.07.2012
  15. welt.de, 06.11.2011
  16. lvz-online.de, 19.02.2010
  17. focus.de, 15.10.2009
  18. lvz-online.de, 05.05.2008
  19. spiegel.de, 22.07.2007
  20. fr-aktuell.de, 21.03.2006
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  23. sueddeutsche.de, 07.02.2003
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  25. DIE WELT 2001
  26. DIE WELT 2000
  27. Die Zeit (09/1998)
  28. Berliner Zeitung 1997
  29. Berliner Zeitung 1996
  30. Stuttgarter Zeitung 1995