hetzen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈhɛt͡sn̩ ]

Silbentrennung

hetzen

Definition bzw. Bedeutung

  • (ein abgerichtetes Tier, übertragen die Polizei oder Ähnliches) auf jemanden loslassen, dazu veranlassen, auf jemanden loszugehen/jemanden zu verfolgen

  • Hass hervorrufen gegen jemanden/etwas, Stimmung machen gegen jemanden/etwas

  • in großer Eile sein, sich sehr beeilen

  • nachdrücklich zur Eile antreiben

  • schnell verfolgen, vor sich hertreiben, jagen

  • sich hastig zu einem Ziel begeben

  • zum Handeln antreiben, aufstacheln

Begriffsursprung

Erbwort von mittelhochdeutsch hetzen, vordeutsch *hat-eja- „verfolgen, hetzen“, belegt seit dem 13. Jahrhundert

Konjugation

  • Präsens: hetze, du hetzt, er/sie/es hetzt
  • Präteritum: ich hetz­te
  • Konjunktiv II: ich hetz­te
  • Imperativ: hetz/​hetze! (Einzahl), hetzt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­hetzt
  • Hilfsverben: haben, sein

Anderes Wort für het­zen (Synonyme)

dahinpreschen (ugs.)
die Beine in die Hand nehmen (ugs., fig.)
düsen (ugs.):
sich rasch, eilig fortbewegen
eilen (geh.):
etwas eilt: etwas ist dringlich, schnell von Nöten
etwas schnell machen oder zügig erledigen
fegen (fig.):
mit einem Besen entfernen
sich sehr schnell fortbewegen
fitschen (ugs., ruhrdt.)
fliegen (mit Richtungsangabe) (geh., dichterisch, fig.):
(als Pilot) ein Luft- oder Raumfahrzeug führen
(irgendwohin) geworfen, geschleudert werden
flitzen (ugs.):
sich schnell vorwärts bewegen
galoppieren (Tier):
auf einem Tier, das im Galopp läuft, reiten
bei Tieren (hauptsächlich Pferden): im Galopp laufen
hasten:
schnell und stoßartig reden
sich schnell bewegen, sich in Hast bewegen
jagen (ugs.):
einen Menschen verfolgen
Jagd ausüben, Tier verfolgen und erlegen
(schnell) laufen (Hauptform):
(als Besitzer) in einer Liste, Kartei oder Ähnlichem eingetragen, registriert sein
dargeboten oder ausgestrahlt werden
pesen (ugs.):
sich schnell vorwärts bewegen
preschen (ugs.):
sich eilig fortbewegen, sich sehr schnell irgendwohin bewegen (laufen, fahren, reiten oder Ähnliches)
rasen:
sich (übermäßig) schnell bewegen
wüten, toben
rennen:
etwas häufig machen
sich schnell zu Fuß fortbewegen, schnell laufen
sausen (ugs.):
Hilfsverb haben, landschaftlich (besonders in der Schweiz), in Bezug auf Getränke wie Most oder Federweißer: sehr stark gären, viel Schaum entwickeln
Hilfsverb haben, meist nur unpersönlich: ein scharfes Geräusch verursachen, das gleichmäßig an- und abschwillt und an Reibung erinnert
schießen (fig.):
(günstig) erwerben
(schnell) wachsen
schnellen:
etwas kräftig beschleunigen und wegschleudern
sich schnell von einem Ort, von einer Position wegbewegen
sprinten:
am Sprint teilnehmen, die Kurzstrecke laufen
schnell laufen, wie beim Sprint
spurten (ugs.):
die Geschwindigkeit auf das Höchste beschleunigen
stieben:
in winzigen Teilchen davonfliegen
sich rasch zerstreuen
stürmen (ugs.):
einen nach vorne auf den Gegner gerichteten Angriff unternehmen
einen Ort gegen Widerstand einnehmen
wetzen (ugs., regional):
sehr schnell rennen
wieder scharf machen, besonders: Klingenstahl durch Schleifen schärfen
wirbeln:
wild und ungeordnet durcheinanderströmen
zischen (ugs.):
intransitiv, Hilfsverb haben: ein Geräusch machen wie Luft, die durch eine enge Öffnung strömt
intransitiv, Hilfsverb haben: in scharfem Ton mehr oder weniger flüsternd reden
(jemandem) auf die Füße treten (ugs., fig.)
(jemandem) Beine machen (ugs.)
(jemandem) Dampf machen (Redensart)
(jemandem) Feuer unter dem Hintern machen (ugs., fig.)
(jemandem) Feuer unterm Arsch machen (derb, fig.)
antreiben:
jemanden dazu motivieren, etwas zu tun
auf Touren bringen (ugs.)
auf Trab bringen (ugs.)
aufstacheln:
jemanden mit Worten reizen und versuchen, ihn zu einer (eher negativ gesehenen) Handlung zu treiben
jemanden motivieren/drängen Leistung zu zeigen
scheuchen:
mit Lauten und Gesten in eine Richtung treiben
treiben:
(Blech) in eine bestimmte Form hämmern
(Blüten und so weiter, auch medizinisch) physiologische Reaktionen hervorbringen
voranbringen:
etwas einem Ziel näher bringen, etwas vorwärts bringen
jemanden fördern
vorantreiben:
etwas mit Nachdruck betreiben, jemanden oder etwas gezielt fördern
vorwärtstreiben
Zunder geben (ugs., fig.)
zur Eile treiben
(Leute) aufbringen (gegen):
beim Erwachsenwerden begleiten, versorgen und erziehen
ein fremdes Schiff besetzen (durch Piraterie oder per hoheitsrechtlichem Akt)
(Leute) aufwiegeln (gegen):
jemanden zum Widerstand, zur Auflehnung bewegen
Stimmung machen (gegen)
Stimmungsmache betreiben (gegen)

Weitere mögliche Alternativen für het­zen

agitieren:
aufwiegeln, Unruhe stiften
eifrig für eine Idee werben
ansetzen:
am Körper an einer bestimmten Stelle angewachsen sein
auf jemanden ansetzen: einen Spieler dazu abstellen, einen gegnerischen Spieler besonders zu bewachen
aufhetzen:
durch Worte jemanden so manipulieren, dass dieser sich gegen einen Dritten oder eine ganze Gruppe wendet und über diese Person/Gruppe sich ärgert oder wütend ist oder sogar kriminell aktiv wird und jemandem in Eigentum oder Person schadet
aufhussen
aufputschen:
in einer Gruppe (seltener bei eine Person) die Handlungsbereitschaft erhöhen
mit Energie füllen; in starke Erregung oder Aufmerksamkeit versetzen
aufrühren:
durch Umrühren etwas nach oben steigen lassen
ein bestimmtes Gefühl hervorrufen, in jemandem entstehen lassen
hussen:
(eine Menschengruppe) durch Hetze zur Auflehnung aufstacheln; Hetze gegen jemanden treiben; Hass schüren
insurgieren
loslassen:
den Griff um etwas lösen, etwas nicht mehr festhalten
jemanden oder etwas nicht mehr zurückhalten
sich beeilen
sich sputen

Sinnverwandte Wörter

läs­tern:
durch verächtliches Gerede beleidigen (insbesondere Gott, etwas Heiliges)
subjektive und abwertende Kritik äußern
nach­set­zen:
etwas an einer Stelle hinter einem Bezugspunkt platzieren
etwas erneut ins Gespräch bringen
nach­stel­len:
die Zeiger einer Uhr zurückstellen
ein Tier oder eine Person verfolgen
schmä­hen:
mit verachtenden Worten beleidigen
sprin­gen:
herausspritzen, emporschießen
hochschnellen und sich ein kurzes Stück durch die Luft bewegen
stän­kern:
übertragen: Streit suchen; über etwas oder jemanden meckern
ursprünglich: Gestank verursachen
ver­fol­gen:
als Tatbestand behandeln
aufdringlich belästigen

Redensarten & Redewendungen

  • etwas zu Tode hetzen
  • jemandem jemanden auf den Hals hetzen
  • mit allen Hunden gehetzt sein

Beispielsätze

  • Hetz mich nicht!

  • Die Jäger hetzten ihre Hunde auf die Enten.

  • Sie musste (sich) hetzen, weil der Abgabetermin immer näher kam.

  • Die Bauern wurden zum Aufstand gehetzt.

  • Er hetzte nach Hause, um den Anpfiff des Spiels nicht zu verpassen.

  • Die Hunde hetzten das Wildschwein.

  • Die rechtspopulistische Partei hetzt gegen Ausländer.

  • Es war die Angela, die dem Stefan den Wilhelm auf den Hals gehetzt hat.

  • Es gibt in allen Funkhäusern Leute, die nichts zu tun haben, aber das richtig gehetzt.

  • Mit hanebüchenen Aussagen hetzt man das Bauernvolk leicht auf.

  • Maria hetzte Tom zwei Schläger auf den Hals.

  • Wenn du nicht verschwindest, hetze ich meine Hunde auf dich!

  • Tom hasst es, wenn man ihn hetzt.

  • Schau dir nur die Menschen an, sie hetzen durch die Zeit - Zeit, die sie nicht übrig haben, kapieren tun sie es nicht.

  • Maria wirkt wie von Furien gehetzt.

  • Wir brauchen uns nicht zu hetzen, schließlich sind wir ja in Berlin, und nicht in Hetzendorf.

  • Wir brauchen uns nicht zu hetzen.

  • Ich möchte die Arbeit bis morgen fertigbekommen, ohne mich zu hetzen.

  • Er ist mit allen Hunden gehetzt.

  • Du hättest nicht hetzen müssen, du bist zu früh gekommen.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Als die Besatzung von einem eingehüllt wird, verlieren sie Kontakt zur Küste und unerklärliche Ereignisse hetzen die Crew gegeneinander auf.

  • Denn bleibt diese Dame in der CDU, wird sie weiter hetzen und der Partei Schaden zufügen.

  • Aber selbst Kretschmer sagt nun: Da wo die Verfassung angegriffen würde, wo gehetzt und beleidigt würde, da sei für ihn Schluss.

  • AfD-Politiker Stephan Brandner versuchte beim Kurznachrichtendienst Twitter zu hetzen.

  • Das eigentliche Thema "Pöbeln, hetzen, drohen - wird der Hass gesellschaftsfähig?"

  • Aber das Zwangsgebühren-TV, alias GEZ, darf hetzen wie es will/soll?

  • «AbtreibungsgegnerInnen angreifen!», so wurde gehetzt, «Reaktionäre von der Strasse fegen!»

  • Auch heute noch werde gegen Ausländer gehetzt.

  • Man müsste denen die Pest auf den Hals hetzen.

  • Deshalb muss er darauf achten, dass die Religion im Unterricht nicht missbraucht wird, um gegen andere Menschen zu hetzen.

  • Besser als mit Wut auf den Chef zum Spiel zu hetzen sei es, einen kurzen Spaziergang zu machen oder vorher mit Freunden darüber zu reden.

  • Gerade erst hat DTU-Vizepräsident Reinhard Wilke dem Internet-Betreiber Kai Baumgartner die Staatsanwaltschaft ins Haus gehetzt.

  • "Die Mädchen hetzen mich", muss er zugeben.

  • Voll bepackt mit Tüten und Taschen, hetzen die Menschen noch kurz vor Schluss in die Läden.

  • Die ließ er fallen, als die Ordnungshüter damit drohten, sie würden den Polizeihund auf ihn hetzen.

Häufige Wortkombinationen

  • zu Tode hetzen, von den Furien gehetzt

Wortbildungen

Übersetzungen

Was reimt sich auf het­zen?

Anagramme

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb het­zen be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × E, 1 × H, 1 × N, 1 × T & 1 × Z

  • Vokale: 2 × E
  • Konsonanten: 1 × H, 1 × N, 1 × T, 1 × Z

Eine Worttrennung ist nach dem T mög­lich.

Das Alphagramm von het­zen lautet: EEHNTZ

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Ham­burg
  2. Essen
  3. Tü­bin­gen
  4. Zwickau
  5. Essen
  6. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Hein­reich
  2. Emil
  3. Theo­dor
  4. Zacharias
  5. Emil
  6. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Hotel
  2. Echo
  3. Tango
  4. Zulu
  5. Echo
  6. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 9 Punkte für das Wort.

hetzen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort het­zen kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

ab­ge­hetzt:
angetrieben, gehetzt, gejagt
ab­trei­ben:
ein Zugtier durch Kommandos und Peitschenhiebe erschöpfen, zu Tode hetzen
an­stür­zen:
schnell, gehetzt herankommen
Bull­dog­ge:
Hunderasse, ursprünglich gezüchtet, um sie im „Bullenbeißen“ – Bullbiting war eine Form des Tierkampfes – auf Bullen zu hetzen
Hä­scher:
Person, die amtlich beauftragt wurde, jemanden zu verfolgen, zu hetzen und versuchen zu ergreifen
Hetz­jagd:
Art der Jagd, bei der das Wild mit Hunden gehetzt wird
Hetz­re­de:
Rede, die dazu eingesetzt wird, gegen jemanden oder etwas zu hetzen
lüf­ten:
jemanden hartnäckig zu etwas zu bewegen suchen, jemanden lästig bedrängen, jemanden schikanierend hin und her hetzen; jemanden (auch mit Schlägen) abstrafen
ro­tie­ren:
hektisch sein, hektisch werden, (sich) hetzen
zu­rück­ja­gen:
dorthin scheuchen oder hetzen, wo jemand herkam
sehr schnell dorthin laufen oder hetzen, wo man herkam

Buchtitel

  • Vernetzt gehetzt. Begleitmaterial: Anne Ketzer | ISBN: 978-3-86760-494-9
  • Vernetzt gehetzt. Schulausgabe Judith Le Huray | ISBN: 978-3-86760-194-8

Film- & Serientitel

  • Der Wolf hetzt die Meute (Film, 1984)
  • Von der Polizei gehetzt (Film, 1953)
  • Von Hitlers Schergen gehetzt (Film, 2004)
  • Von Rockern gehetzt (Film, 1968)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: hetzen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: hetzen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 11548015, 11099386, 9565420, 9447246, 8745401, 8738728, 8297544, 7107098, 6358799, 6358797, 5498024, 1719839 & 1030544. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742
  2. moviepilot.de, 26.02.2023
  3. jungefreiheit.de, 03.01.2022
  4. spiegel.de, 18.05.2020
  5. bergedorfer-zeitung.de, 31.10.2019
  6. rp-online.de, 03.01.2018
  7. vol.at, 07.03.2017
  8. nzz.ch, 15.12.2015
  9. oz-online.de, 29.05.2013
  10. wedel-schulauer-tageblatt.de, 22.04.2010
  11. tagesspiegel.de, 17.10.2009
  12. de.eurosport.yahoo.com, 17.06.2008
  13. fr-aktuell.de, 15.12.2005
  14. fr-aktuell.de, 03.04.2004
  15. welt.de, 31.03.2003
  16. f-r.de, 24.04.2002
  17. DIE WELT 2001
  18. BILD 2000
  19. Berliner Zeitung 1997
  20. Süddeutsche Zeitung 1996
  21. Stuttgarter Zeitung 1995