bescheuert

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ bəˈʃɔɪ̯ɐt ]

Silbentrennung

bescheuert

Definition bzw. Bedeutung

  • ärgerlich, unerfreulich

  • verrückt, nicht ganz bei Verstand

Begriffsursprung

  • Derivation aus umgangssprachlich scheuern für „jemanden prügeln (bis er den Verstand verloren hat)“ und der Vorsilbe be-

  • Jugendsprache der 1960er Jahre

Steigerung (Komparation)

  1. bescheuert (Positiv)
  2. bescheuerter (Komparativ)
  3. am bescheuertesten (Superlativ)

Anderes Wort für be­scheu­ert (Synonyme)

(das) Pulver nicht erfunden haben (ugs.)
(die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben (ugs.)
(die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben (ugs.)
(ein) Spatzenhirn haben (ugs.)
(jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen (derb)
(jemanden) beißen (doch) die Schweine im Galopp (ugs., Spruch)
(so) dumm wie 10 Meter Feldweg (ugs.)
(so) dumm wie Bohnenstroh (ugs.)
(so) dumm, dass ihn die Gänse beißen (ugs.)
(so) dumm, dass ihn die Schweine beißen (ugs.)
ballaballa (ugs.)
(total) Banane (sein) (ugs.):
bananenförmige Gürteltasche
längliche, meist gelbe tropische Frucht
bedeppert (ugs.)
behämmert (ugs.):
bildlich: nicht ganz richtig im Kopf, dumm wie nach einem Schlag auf den Kopf
wörtlich: mit dem Hammer bearbeitet
bekloppt (ugs.):
salopp: dumm, töricht
belämmert (ugs.):
umgangssprachlich: betreten, eingeschüchtert
umgangssprachlich: von Nachteil, übel
(geistig) beschränkt:
abwertend: einfältig, engstirnig, geistig unbeweglich
begrenzt, räumlich oder zeitlich eingeschränkt
beschruppt (ugs.)
besemmelt (ugs.)
bestusst (ugs.):
salopp: verrückt
birnig (ugs.)
blöd:
eine unerfreuliche Situation beschreibend
nicht sehr intelligent (Person) oder durch mangelndes Nachdenken entstanden
blöde:
auf sehr niedrigem geistigen Niveau
dämlich:
ausgesprochen dumm
deppat (ugs., bayr., österr.)
deppert (ugs., süddt.):
dumm, blöd, intelligenzlos
leicht verrückt, nicht recht bei Verstand
doof (ugs.):
landschaftlich: fade, uninteressant
nicht jemandes Vorstellungen entsprechend
dümmer als die Polizei erlaubt (ugs.)
dumm (Hauptform):
auf unpassende und kindische Art lustig
mit nachteiligen Folgen, unangenehm, übel
Dumm geboren und nichts dazugelernt. (ugs., Spruch)
dumm wie Brot (ugs.)
dumm wie Schifferscheiße (derb)
gehirnamputiert (derb)
geistig nicht (mehr) auf der Höhe
grenzdebil (derb):
salopp: nur über schwache Geisteskräfte verfügend, keine hinreichende Intelligenz aufweisend
hirnig (ugs.)
hohl (ugs.):
dumpf, dunkel klingend
nach innen gebogen, eine Mulde bildend
idiotisch:
dumm, wenig intelligent, unwissend, in der Art und Weise eines Idioten, zu einem Idioten gehörig; unsinnig; widersinnig
intellektuell herausgefordert (geh., ironisch, verhüllend)
intellektuell überfordert (verhüllend)
irrsinnig:
in der Art und Weise des Irrsinns; psychisch auffällig oder gestört
sehr, außerordentlich, die Vorstellung übersteigend
keinen Grips im Kopf (haben)
kognitiv herausgefordert (geh., ironisch, verhüllend)
merkbefreit (ugs.)
(geistig) minderbemittelt
naturblöd (ugs.)
nicht (ganz) bei Trost (ugs.)
nicht besonders helle
nicht bis drei zählen können (ugs.)
nicht ganz dicht (ugs.)
nicht gerade helle
(voll) panne (ugs.)
saublöd (ugs.):
umgangssprachlich: sehr dumm, sehr blöd
saudoof (ugs.)
saudumm (ugs.):
sehr blöd/falsch/unpassend/störend/gefährlich (dumm)
schwachköpfig
selten dämlich (ugs., Verstärkung)
stockdumm
Stroh im Kopf (haben) (fig.)
strohdumm:
umgangssprachlich: außerordentlich dumm
strunzdoof (ugs.)
strunzdumm (ugs.):
salopp: besonders einfältig
strunzendumm (ugs.)
stupide:
von Personen: beschränkt, dumm
von Tätigkeiten: eintönig, langweilig, stumpfsinnig
talentfrei (ironisch):
abwertend: ohne Talent
unintelligent
unterbelichtet (ugs.)
von allen guten Geistern verlassen (ugs.)
weiß nicht (mehr), was er sagt
weiß nicht (mehr), was er tut
zu dumm, ein Loch in den Schnee zu pinkeln (ugs.)
aberwitzig:
völlig unsinnig
absurd:
widersinnig, dem gesunden Menschenverstand widersprechend, abwegig, sinnlos
blödsinnig (ugs.)
hirnrissig (ugs.):
in einer ärgerlichen Weise dumm, unsinnig
hirnverbrannt (ugs., abwertend)
(eine) Idiotie (ugs.):
sehr dummes Verhalten; eine Idee, die nicht durchdacht wurde und negative Konsequenzen mit sich bringt
Stufe der geistigen Behinderung, die durch einen Intelligenzquotienten/IQ von unter 19 gekennzeichnet ist
irre (ugs.):
an einer Störung oder Fehlleistung des Geistes- und Seelenlebens (= Geisteskrankheit) leidend
nicht mehr so gut konzentriert, verwirrt
(ein) Irrsinn (ugs.):
Psychiatrie, veraltet: ein kranker Geisteszustand, Geistesgestörtheit
unkluge, sinnlose Handlung, völlige Unvernunft
irrwitzig:
völlig unvernünftig, in unvernünftig hohem Maße, das normale Maß übersteigend
nicht rational
ohne Sinn und Verstand (ugs.)
(totaler) Quatsch (ugs.):
Alberei, kindisches Benehmen
breiiger Matsch
reiner Blödsinn
schwachsinnig (ugs., abwertend):
nur mit einem schwachen Geist ausgestattet
selten dämlich (Idee, Aktion, Behauptung …) (ugs.)
sinnbefreit
sinnfrei:
ohne erkennbaren Sinn
vom Sinn unabhängig, ohne Sinn, nicht hinterfragend
töricht (abwertend):
besonders seltsam, unsinnig oder ärgerlich wirkend
keinen Argwohn zeigend; nicht besonders schlau, klug
unsinnig (Hauptform):
nicht sinnvoll, mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar
sehr, übermäßig, auch: übertrieben
vernunftwidrig
verrückt (ugs.):
auffallend und unkonventionell
geistig verwirrt
wahnwitzig:
in hohem Maße unsinnig, abwegig
widersinnig:
meist abwertend: der Vernunft widersprechend
dümmlich:
dumm wirkend; albern, töricht
dusselig (ugs.):
landschaftlich: benommen, betäubt
salopp: nicht intelligent
beschissen (ugs., aggressiv):
umgangssprachlich, vulgär: extrem schlecht, unerfreulich; scheiße
mies (ugs.):
unwohl, übel, elend
verdammt (ugs., aggressiv):
in hohem Maße, besonders
mit einem Fluch belegt
verfickt (vulg., aggressiv):
scheinbar mit einem Fluch belegt
verflucht (ugs., aggressiv):
in sehr hohem Maß
mit einem Fluch belegt

Beispielsätze

  • So eine bescheuerte Anordnung würde ich nicht befolgen.

  • Dein Freund ist wohl bescheuert, wenn er das von dir verlangt.

  • Wie kann man denn seinen Kindern solche bescheuerten Namen geben?

  • Ihr seid echt ziemlich bescheuert!

  • Das ist doch bescheuert!

  • Tom ist ja nicht bescheuert.

  • Was für ein bescheuerter Typ!

  • Hinterm Steuer werden die Leute noch bescheuerter.

  • Ihr Hut sah bescheuert aus.

  • Was dann folgt, ist bescheuert, wenn auch nicht ohne Unterhaltungswert.

  • Das klingt ziemlich bescheuert.

  • Ich habe keine Lust, das zu machen, weil es gefährlich und bescheuert ist.

  • Es gibt Fragen, die wirken auf den ersten Blick völlig bescheuert.

  • Ich finde das bescheuert.

  • Was schätzt du, wie viel Prozent der Menschen sind total bescheuert?

  • Ihr seid noch bescheuerter, als ich dachte.

  • Ist Tom bescheuert oder was?

  • Es ist eine bescheuerte Regel.

  • Warum hält mich jeder für bescheuert?

  • Bist du bescheuert?

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Auf Facebook lästert er: „Was für eine bescheuerte Werbung auf der CMT.

  • Da kam Betreuer Ulli Böhm und sagte: „Manu, bist du bescheuert?

  • Ist aber auch egal, denn ich habe mich durchgebissen, um das vollkommen bescheuerte Ende zu sehen und habe es auch nicht bereut.

  • Bestandteil jeder Chart Show sind „bescheuerte Spiele“ (Olivia Jones).

  • Selbst die geringsten unter den Tieren sind nicht so bescheuert wie die "Krone der Schöpfung".

  • Der Film "Dieses bescheuerte Herz" war mit nahezu 800 Besuchern fast ausverkauft.

  • Ansonsten ist die Idee mit der Kolonie doch total bescheuert.

  • Dafür entschuldigt sich Merkel bei Davutoglu wegen des bescheuerten Böhmermann, wohin soll all das führen?

  • Aber so bescheuert sind die Griechen nicht, das Level ist einzelnen Foristen vorbehalten.

  • Das ist völlig bescheuert.

  • € 200.000 Schaden aber Schadenersatz € 3.000 völlig bescheuerte Justiz.

  • Weise Man wäre ja sonst bescheuert.

  • Ihr Metzger dürfte Sie für bescheuert halten, wenn Sie für dieses Rezept gehacktes Rehschnitzel bestellen.

  • Es wäre doch bescheuert weitere Repressalien, Gängelungen und vor allem Zensur nicht einzuführen.

  • Der Coach des deutschen Meisters nannte das derzeit gültige Reglement mit Länderspielen am Samstag und Mittwoch 'bescheuert'.

Übersetzungen

Was reimt sich auf be­scheu­ert?

Wortaufbau

Das dreisilbige Adjektiv be­scheu­ert be­steht aus zehn Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 3 × E, 1 × B, 1 × C, 1 × H, 1 × R, 1 × S, 1 × T & 1 × U

  • Vokale: 3 × E, 1 × U
  • Konsonanten: 1 × B, 1 × C, 1 × H, 1 × R, 1 × S, 1 × T

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten E und U mög­lich.

Das Alphagramm von be­scheu­ert lautet: BCEEEHRSTU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Ber­lin
  2. Essen
  3. Salz­wedel
  4. Chem­nitz
  5. Ham­burg
  6. Essen
  7. Unna
  8. Essen
  9. Ros­tock
  10. Tü­bin­gen

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Berta
  2. Emil
  3. Samuel
  4. Cäsar
  5. Hein­reich
  6. Emil
  7. Ulrich
  8. Emil
  9. Richard
  10. Theo­dor

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Bravo
  2. Echo
  3. Sierra
  4. Char­lie
  5. Hotel
  6. Echo
  7. Uni­form
  8. Echo
  9. Romeo
  10. Tango

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  2. ▄ ▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄ ▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  6. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄▄▄▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 16 Punkte für das Wort.

bescheuert

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort be­scheu­ert kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Buchtitel

  • Dement, aber nicht bescheuert Michael Schmieder, Uschi Entenmann | ISBN: 978-3-54837-710-0
  • Dieses bescheuerte Herz Daniel Meyer | ISBN: 978-3-59619-705-7
  • Echt jetzt?! 99 bescheuerte Lügen über Jungs, die du nicht glauben solltest Felix Treder | ISBN: 978-3-75130-043-8

Film- & Serientitel

  • Dieses bescheuerte Herz (Film, 2017)
  • Mistaken – Rettungslos bescheuert (Film, 2015)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: bescheuert. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: bescheuert. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 12331608, 12168078, 11721127, 11557259, 10822814, 10647369, 9752320, 8801678, 8482465, 8123463, 8052153, 6159315, 5724022, 5466924, 4931855, 4672254, 3615991 & 3521394. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Duden Online
  2. bild.de, 21.01.2023
  3. hersfelder-zeitung.de, 16.07.2022
  4. pcgames.de, 10.05.2021
  5. focus.de, 25.07.2020
  6. focus.de, 02.02.2019
  7. schwarzwaelder-bote.de, 02.09.2018
  8. focus.de, 13.08.2017
  9. blogs.faz.net, 05.04.2016
  10. zeit.de, 24.02.2015
  11. welt.de, 22.09.2014
  12. derstandard.at, 29.03.2013
  13. feeds.rp-online.de, 09.08.2012
  14. beobachter.ch, 28.09.2011
  15. digitalfernsehen.de, 26.01.2010
  16. sport.rtl.de, 09.09.2009
  17. pro-linux.de, 25.03.2008
  18. sz-online.de, 14.03.2007
  19. ngz-online.de, 21.10.2006
  20. sueddeutsche.de, 22.12.2005
  21. heute.t-online.de, 27.11.2004
  22. archiv.tagesspiegel.de, 24.03.2003
  23. sueddeutsche.de, 28.09.2002
  24. bz, 02.01.2001
  25. BILD 2000
  26. Berliner Zeitung 1998
  27. Die Zeit (52/1997)
  28. TAZ 1996
  29. Berliner Zeitung 1995