tünchen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈtʏnçn̩]

Silbentrennung

tünchen

Definition bzw. Bedeutung

mit Tünche anstreichen

Begriffsursprung

Das Verb tünchen stammt vom althochdeutschen tunihhōn ‚mit Kalk versehen, mit Kalk bestreichen; eigentlich: ankleiden, mit einem Gewand, einem Überzug ausstatten’ aus dem 9. Jahrhundert und dem spätmittelhochdeutschen tünichen oder tünchen ‚verputzen, Kalk auftragen‘ ab. Bei diesen Formen handelt es sich um Ableitungen vom althochdeutschen tunihha ‚Gewand, Kleid‘, das um das Jahr 800 benutzt wurde. tunihha ist seinerseits dem lateinischen tunica ‚Hemd mit kurzen Ärmeln, das auf dem Körper getragen wird‘ entlehnt.

Konjugation

  • Präsens: tünche, du tünchst, er/sie/es tüncht
  • Präteritum: ich tünch­te
  • Konjunktiv II: ich tünch­te
  • Imperativ: tünche/​tünch! (Einzahl), tüncht! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­tüncht
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für tün­chen (Synonyme)

anmalen:
etwas auf eine (senkrechte) Fläche zeichnen
Farbe auf einen Gegenstand auftragen
bemalen:
(zu viel) Schminke auftragen
Farbe mit einem Pinsel aufbringen, vollflächig mit Farbe versehen
bepinseln:
ein auffälliges Gesichts-Make-up auflegen
etwas mit einer flüssigen oder zähen Masse bestreichen, wozu ein besonderes Gerät mit Haaren/Borsten (Pinsel) verwendet wird
färben:
mit Farbstoff die Farbe ändern
übermalen:
dort Farbe auftragen (malen), wo eigentlich keine Farbe sein soll
weißeln:
Botanik: einen Baum mit (weißer) Kalkbrühe bestreichen
weißen:
mit weißer Farbe färben (anstreichen, tünchen)

Beispielsätze

  • Wir haben uns entschlossen, die Wände in unserer Wohnung nun doch nur zu tünchen anstatt sie rosa zu streichen.

  • Er tünchte die Fassade seines Hauses.

  • Der Hauseigentümer wird auf dieser Etage noch die Decken tünchen und dann wird Ihr neues Domizil bezugsfertig sein.

  • Nachdem in diesem Raum ein Mord geschehen war, wurden alle Wände nach der Entfernung der Blutspritzer sorgfältig getüncht.

  • Der Hügel ist in leuchtend herbstlichen Farben getüncht.

  • Ich habe die Wände getüncht.

  • Ich tünche nichts.

  • Ich tünche sie nicht.

  • Ich tünche nicht eure Wände.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Im Mittelpunkt der Kamera stehen die Hände, weiß getüncht vom Staub, zwei Fingerkuppen fehlen.

  • Ein zentrales Motiv ist ein den Aachenern vertrautes: der Dom, von Innen und Außen - das Lichtspiel im Oktogon, vom Winter in Weiß getüncht.

  • Hier ist alles weiß getüncht, während in der Eingangshalle die beigen Klinker dominieren.

  • Auch die Wandflächen wurden gereinigt und mit Kalk getüncht.

  • Der Raum ist in kahlem Weiß getüncht wie ein Behandlungszimmer.

  • Aber wenn Sie meinen, dass wir alles weiß tünchen sollen, weil Olympia kommt, muss ich sagen: Wir kennen unsere Schwachstellen.

  • Der Innenraum bot sich nach neuer Instandsetzung frisch getüncht dar.

  • Die Flure und Wände des Kultusministeriums, das äußerlich unbeschadet davongekommen ist, sind frisch getüncht.

  • Wieder, wie so oft zuvor, hat Rose die Bühne des Theaters bis zur Brandmauer geöffnet und die Steine weiß getüncht.

  • Die Rückseiten der schornsteinlosen Häuser sind nicht getüncht, sondern passen sich mit unverfremdetem Naturstein dem kahlen Berg an.

  • Alles leer, die Betten abgezogen - und der Weinkeller frisch getüncht.

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf tün­chen?

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb tün­chen be­steht aus sieben Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × N, 1 × C, 1 × E, 1 × H, 1 × T & 1 × Ü

  • Vokale: 1 × E, 1 × Ü
  • Konsonanten: 2 × N, 1 × C, 1 × H, 1 × T
  • Umlaute: 1 × Ü

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von tün­chen lautet: CEHNNTÜ

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Tü­bin­gen
  2. Umlaut-Unna
  3. Nürn­berg
  4. Chem­nitz
  5. Ham­burg
  6. Essen
  7. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Theo­dor
  2. Über­mut
  3. Nord­pol
  4. Cäsar
  5. Hein­reich
  6. Emil
  7. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Tango
  2. Uni­form
  3. Echo
  4. Novem­ber
  5. Char­lie
  6. Hotel
  7. Echo
  8. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  5. ▄ ▄ ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 16 Punkte für das Wort.

tünchen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort tün­chen kam im letz­ten Jahr äußerst sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: tünchen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: tünchen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 5956577, 4844860, 4635986, 4622766 & 2356085. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9
  2. freitag.de, 04.04.2018
  3. aachener-zeitung.de, 11.04.2010
  4. solinger-tageblatt.de, 02.03.2010
  5. giessener-allgemeine.de, 07.08.2010
  6. wzonline.de, 14.03.2009
  7. lvz.de, 28.05.2003
  8. sueddeutsche.de, 22.04.2003
  9. Die Zeit (02/2002)
  10. sz, 13.10.2001
  11. Berliner Zeitung 1998
  12. BILD 1996