pathetisch

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ paˈteːtɪʃ ]

Silbentrennung

pathetisch

Definition bzw. Bedeutung

Das Pathos betreffend; voll Pathos, übertrieben oder aufgesetzt gefühlvoll, leidenschaftlich.

Begriffsursprung

Über spätlateinisch patheticus von altgriechisch παθητικός „erhaben, feierlich“, einer Ableitung zum Substantiv pathos „Pathos“

Steigerung (Komparation)

  1. pathetisch (Positiv)
  2. pathetischer (Komparativ)
  3. am pathetischsten (Superlativ)

Anderes Wort für pa­the­tisch (Synonyme)

ausdrucksvoll:
voller Ausdruck, etwas deutlich ausdrückend
erhaben:
(als Mensch) darüberstehend, unangreifbar; andere weit übertreffend
aus der Fläche nach oben gewölbt
feierlich:
in der Art und Weise einer Feier, auf eine Feier bezogen; mit festlicher Stimmung oder Ausstattung
festlich:
in der Art und Weise eines Festes, auf ein Fest bezogen
klangvoll:
(übertragen) von gutem Ruf, von großem Renommee
von großem Tonumfang
mit großer Geste
geschwollen
hochtrabend:
übertrieben vornehm und dabei ohne Inhalt
inbrünstig:
mit leidenschaftlichem Gefühl
pastoral:
feierlich, würdig
in der Art eines Pastors, den Pastoren, sein Amt, seine Tätigkeit betreffend
priesterlich:
Priester betreffend; in der Art eines Priesters; von oder für Priester; zum Priester/Priestertum gehörend
salbungsvoll
solenn (ugs.):
feierlich, festlich
weihevoll (geh.)

Weitere mögliche Alternativen für pa­the­tisch

dramatisch:
oft im Bezug auf Sport: in Erregung geratend, in Erregung versetzend; voller Spannung
sehr, oft auch beunruhigend klar und deutlich
emotional:
Emotionen zeigend; oft vorwurfsvoll: (über-)empfindlich
nicht steigerbar: mit Gefühlen (Emotionen) zu tun habend
expressiv:
ausdrucksvoll
Linguistik, speziell Sprechakttheorie: Eigenschaft von Äußerungen, mit denen der Sprecher seine emotionale oder soziale Verbundenheit mit dem Angesprochenen zum Ausdruck bringen will.
gefühlvoll:
mit viel Gefühl
leidenschaftlich:
Leidenschaft, Begeisterung für irgendetwas besitzend
schwülstig:
selten: geschwollen, aufgedunsen
übermäßig stark verziert, übertrieben feierlich
theatralisch:
das Theater betreffend
übertrieben in Gestik, Mimik und Verhalten

Gegenteil von pa­the­tisch (Antonyme)

ge­fühl­los:
körperlich: keinen Tastsinn habend
seelisch, negative Konnotation: kein Mitgefühl habend, wenig von den Bedürfnissen anderer mitbekommend oder diese ausblendend
kühl:
gefühlsarm, unbeteiligt, gelassen, sexuell wenig oder nicht erregbar (von Personen)
unbeteiligt, abwartend, zurückhaltend (in der Kommunikation)
non­cha­lant:
sich nicht an Formen haltend (was liebenswürdig ungezwungen, aber auch rücksichtslos wirken kann)
nüch­tern:
mit leerem Magen
ohne Alkohol im Blut
pathosfrei
unemotional
un­pa­the­tisch:
nicht von Pathos erfasst

Beispielsätze

  • Die Hauptdarstellerin im Theaterstück spielte mit der pathetischen Gestik einer Opernsängerin, die eben ihre Todesarie singt.

  • Das ist so pathetisch.

  • Mein Französisch ist pathetisch.

  • Dies ist pathetisch, aber es ist die Wahrheit.

  • Der Parteitag erschien mir gleichsam als ein paradehafter Vorbeimarsch pathetischer Propagandareden.

  • Das ist allemal pathetisch.

  • Dies ist pathetisch.

  • Das ist pathetisch.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Das klingt fast nach Ranke und ist dazu noch hübsch pathetisch.

  • Das hätte so erfrischend wirken können, wäre das Drehbuch an dieser Stelle nicht übertrieben pathetisch und daher bemüht menschlich.

  • Da wird geschlagen, geschossen, mit Raketen gekämpft und pathetische Dialoge voller Bedeutungsschwere werden gewechselt.

  • Das ist der Stoff aus dem besonders pathetische Opernträume sind.

  • Außer er nimmt sich selbst zu wichtig und driftet in pathetische Überheblichkeit ab.

  • Es war – man darf das mal so pathetisch sagen – die deutsche Seriensensation des Jahres 2017.

  • Das Dach solle eine "pathetische Geste", "ein Spektakel im Sinne von Atemlosigkeit" werden, sagte der heute 82-Jährige.

  • Auch wenn es pathetisch klingen mag, das Werk ist Dohertys gelungener Versuch, Dämonen der Vergangenheit hinter sich zu lassen.

  • Doch eine Ermutigung bleibt immerhin, so pathetisch sie klingt: Das Werk überdauert die Zeiten.

  • Auch noch so pathetische Aufrufe können nicht über die Naivität der Putin-Fans hinwegtäuschen.

  • Das kann daher, auch wegen der pathetisch überzeichneten Schluss-Sequenz, letztlich nicht völlig überzeugen.

  • Am Ende wird er pathetisch: "Wir sind alle sterblich, der Verein wird uns alle überleben!

  • Das klingt, mit Verlaub, ziemlich pathetisch.

  • In der Frühzeit des Eurovision Song Contest vor fünf Jahrzehnten waren die Songs oft pathetisch.

  • Bei den ersten Klängen dieses pathetischen Schlagerhybrids sprang Jannik auf und begann in der Mitte des Raumes zu tanzen.

  • Der Geograf und Geologe Frankenberg verknüpfte Themen der Ökologie und Ökonomie geschickt miteinander, ohne pathetisch zu werden.

  • Allzu pathetische Werke wie die Videoinstallationen Bill Violas oder einzelne Gemälde-Zyklen von Gerhard Richter kommen da nicht gut weg.

  • Berlin - Marc Madiots Fazit nach drei Wochen Wettkampf ohne dopingbelastete Protagonisten fiel arg pathetisch aus.

  • Mir erscheint das als ein gutes, pathetisches oder sprachlich radikales Gegengift gegen diese Harmlosigkeit, die man überall feststellt.

  • Mehr sorgen sollte ihn jedoch, dass auch der große Sieger der Vorwahlen von Iowa, John Kerry, pathetische Rhetorik immer besser meistert.

Häufige Wortkombinationen

  • ein pathetischer Abschied, Auftritt, Ausruf
  • eine pathetische Ansprache, Sinfonie
  • pathetisch seufzen, stöhnen; pathetisch reden, tönen

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf pa­the­tisch?

Wortaufbau

Das dreisilbige Adjektiv pa­the­tisch be­steht aus zehn Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × H, 2 × T, 1 × A, 1 × C, 1 × E, 1 × I, 1 × P & 1 × S

  • Vokale: 1 × A, 1 × E, 1 × I
  • Konsonanten: 2 × H, 2 × T, 1 × C, 1 × P, 1 × S

Eine Worttrennung ist nach dem A und E mög­lich.

Das Alphagramm von pa­the­tisch lautet: ACEHHIPSTT

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Pots­dam
  2. Aachen
  3. Tü­bin­gen
  4. Ham­burg
  5. Essen
  6. Tü­bin­gen
  7. Ingel­heim
  8. Salz­wedel
  9. Chem­nitz
  10. Ham­burg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Paula
  2. Anton
  3. Theo­dor
  4. Hein­reich
  5. Emil
  6. Theo­dor
  7. Ida
  8. Samuel
  9. Cäsar
  10. Hein­reich

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Papa
  2. Alfa
  3. Tango
  4. Hotel
  5. Echo
  6. Tango
  7. India
  8. Sierra
  9. Char­lie
  10. Hotel

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  2. ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄
  4. ▄ ▄ ▄ ▄
  5. ▄▄▄▄
  6. ▄ ▄
  7. ▄ ▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  9. ▄ ▄ ▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 18 Punkte für das Wort.

pathetisch

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort pa­the­tisch kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: pathetisch. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2022, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: pathetisch. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10246411, 7485754, 4917705, 2696738, 1795742, 1745634 & 1745633. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7
  2. fr.de, 26.06.2023
  3. nd-aktuell.de, 13.01.2022
  4. wienerzeitung.at, 13.04.2021
  5. welt.de, 04.09.2020
  6. kino-zeit.de, 19.03.2019
  7. neuepresse.de, 14.03.2018
  8. n-tv.de, 23.11.2017
  9. taz.de, 22.12.2016
  10. mz-web.de, 07.04.2015
  11. zeit.de, 23.07.2014
  12. general-anzeiger-bonn.de, 29.08.2013
  13. feeds.rp-online.de, 19.12.2012
  14. faz.net, 25.02.2011
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  21. spiegel.de, 26.01.2004
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  24. sz, 08.12.2001
  25. Berliner Zeitung 2000
  26. Tagesspiegel 1998
  27. Berliner Zeitung 1997
  28. Stuttgarter Zeitung 1996
  29. Die Zeit 1995