unsäglich

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ʊnˈzɛːklɪç]

Silbentrennung

unsäglich

Definition bzw. Bedeutung

  • in hohem Maße, unbeschreiblich groß

  • negative Gefühle auslösend

Steigerung (Komparation)

  1. unsäglich (Positiv)
  2. unsäglicher (Komparativ)
  3. am unsäglichsten (Superlativ)

Anderes Wort für un­säg­lich (Synonyme)

unaussprechlich:
akustisch nicht oder nur sehr schwer wiedergebbar
sich nicht beschreiben lassend
unsagbar:
unbeschreiblich, überaus intensiv/überaus groß/überaus stark, außerordentlich
zur Verstärkung von Adjektiven und Verben: in sehr hohem Maße, ungeheuer, sehr
(da) bleibt einem die Spucke weg (ugs., fig.)
(da) hört sich doch alles auf! (ugs.)
(das ist) der Gipfel der Unverschämtheit (ugs.)
(das) schlägt dem Fass den Boden aus! (ugs.)
(das) schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht (ugs., salopp, scherzhaft-ironisch)
(das) setzt dem ganzen die Krone auf! (ugs.)
(dazu) fällt einem nichts mehr ein (ugs.)
(ein) dicker Hund (ugs., fig.)
(ein) starkes Stück (ugs.)
(etwas) geht auf keine Kuhhaut (ugs.)
(etwas) spottet jeder Beschreibung
also so etwas! (ugs.)
bodenlos (ugs.):
so tief, dass man keinen Grund, kein Ende sehen kann
übertragen, umgangssprachlich verstärkend: sehr groß, besonders ausgeprägt
das Allerletzte (ugs.)
das ist (ja wohl) die Höhe! (ugs.)
das Letzte (ugs.)
dreist:
ohne Respekt, ohne Zurückhaltung
(eine) Frechheit:
respektloses, dreistes Verhalten
haarsträubend:
jegliche Erwartung/Vernunft verletzend
hagebüchen (veraltet)
hanebüchen:
auf spektakuläre Weise unglaublich
heftig! (ugs.):
adjektivisch und adverbial: mit großer Intensität; sehr stark
adverbial: sehr, tüchtig, deftig, doll; heftiglich, heftiglichen, arg
Ist das (noch) zu fassen!? (ugs.)
ja gibt's denn sowas!? (ugs.)
jeder Beschreibung spotten
kaum zu fassen (ugs.)
man fasst es nicht! (ugs.)
nicht zu fassen (ugs., Hauptform, kommentierend)
nichts für schwache Nerven (übertreibend)
skandalträchtig
unerhört:
größer, stärker als zu erwarten ist
in hohem Maße anstößig, abstoßend
unglaublich:
Ärger, Empörung verursachend, nicht angemessen
nicht zu glauben, unwahrscheinlich
unmöglich (ugs.):
nicht machbar, undurchführbar
personenbezogen: unduldbar, unentschuldbar, nicht akzeptabel, unpassend
unverschämt:
im Verhalten und in den Äußerungen provozierend und/oder auch aggressiv
sich sittlich und moralisch nicht gesellschaftskonform verhaltend
(eine) Unverschämtheit:
eine Tat, bei der der Verursacher (womöglich) kein Schamgefühl hat oder unverschämt ist
(eine) Zumutung! (ugs.):
Frechheit, Respektlosigkeit, inakzeptables Verhalten oder Ergebnis
armselig:
als jämmerlich, gering, unzureichend wahrgenommen
wegen materieller Armut karg, elend, ärmlich
bemitleidenswert:
so negativ oder schlecht, dass es Mitleid erzeugt
erbärmlich:
elend, so dass man Mitleid haben muss, jämmerlich
moralisch verwerflich, gemein
jämmerlich:
sehr schlecht, negativ (unter variablen Gesichtspunkten) bis hin zu Mitleid erzeugend
kläglich:
Angst, Enttäuschung oder Schmerz ausdrückend
Erwartungen enttäuschend
mitleiderregend (fig.):
bei jemandem Anteilnahme auslösend
nichtswürdig:
eine niedrige Gesinnung erkennen lassend, gemein, verwerflich, verachtungswürdig
keine Würde aufweisend, kleinlich
schäbig:
kleinlich, geizig
übertragen meist für Personen: gewöhnlich, zwielichtig, von zweifelhaftem Ruf, moralisch anfechtbar sein
(ein) Trauerspiel:
bedauerliches, beklagenswertes Ereignis
Literaturgattung, dem Drama zugehörig; Schauspiel mit tragischem Ausgang
unwürdig:
keine Würde, keinen Respekt verdienend
so geartet, dass jemand etwas nicht verdient, jemandem etwas nicht zustehen; jemandes oder etwas nicht würdig sein
würdelos:
keine Würde ausstrahlend, ohne Würde; die Würde verletzend, missachtend

Beispielsätze

  • Auch wenn der Herr Merz sie für total unfähig hält, dass sie gelogen haben soll hat der unsägliche ukrainische Botschafter behauptet.

  • Dank an Ulla Jelpke für ihren Kommentar zu dem unsäglichen Vorstandsbeschluss der Partei Die Linke.

  • Bei Tulln Kultur sollen die Besucher schließlich von Gedanken infiziert werden und nicht von diesem unsäglichen Virus“, sagt Schindlecker.

  • Auch der unsägliche Körperkult und Fitneßwahn muß durch eine ausgewogen Personalpolitik bei der Aufstellung zumindest abgefedert werden.

  • Also ist er zwar ein ganz ganz grosser Gewinner, wird aber immer mit diesem unsäglichen Schachzug in Verbindung gebracht werden.

  • Ansonsten geht das Mauscheln mit den unsäglichen Koalitionen weiter und Deutschland säuft endgültig ab.

  • Anstatt diese unsägliche Demonstration von vornherein zu unterbinden, ergeht sich Frau Kraft jetzt in billiger Symbolpolitik.

  • Das wirkliche Problem stellt die Tatsache dar, dass diese unsäglichen Praktiken bislang legal sind – in meinen Augen ein Skandal.

  • Dann ändert sich auch diese unsägliche Moral-triefende Berichterstattung.

  • Bei mir diagnostizierte der Orthopäde/Osteopath in Bezug auf meine unsäglichen Kopfschmerzen einen verspannten Unterkiefer.

  • Alles verfügbare Wissen, aller Anstand hält selten jemanden davon ab, eine der unsäglichen Hitler-Analogien zur Anwendung zu bringen.

  • Alles aufgrund eines unsäglichen und realitätsfremden Entscheids des Verwaltungsgerichts.

  • Deshalb verehrte Frau Merkel, lieber Herr Westerwelle, beenden sie das unsägliche Gezerre um die Branchen-Mindestlöhne.

  • Der Täter habe den Verwandten »unsägliches Leid zugefügt.« Zwölf Jahre Haft seien die angemessene Strafe.

  • Er muss sich heute bei Helmut Kohl entschuldigen für diese unsägliche Aussage.Schütte: Der Generalsekretär der CDU Ronald Pofalla.

  • Oft folgen sie den unsäglichen Spuren des Dolomitenkrieges.

  • Die "unsäglichen Marathondienste" müßten abgeschafft werden.

  • Ich bin sicher, diese Serie ist unsäglich dumm.

  • Dass er einen "unsäglichen Führungsstil" pflege, kommentierte er nicht.

  • Der musste eine unsägliche Version seines "Yesterday", gespielt von einer Blaskapelle, auch noch selbst dirigieren.

  • Solche Verachtung muss all jene, die Hunger leiden, unsäglich provozieren.

  • Auch müsse die "unsägliche Behandlung Österreichs" durch die anderen EU-Staaten endlich beendet werden.

  • Dann würde der Verein aus dem unsäglichen Possenspiel, in dem die Ufa ihr gutes Image selbst zerstört hat, sogar noch profitieren.

  • Nicht interessant genug, auch wegen der Diktion, die sich unsägliche Sätze erlaubt, wie "Er hat sich um alles gekümmert, irgendwie."

  • Sicher, vorrangig kam es ihm darauf an, die unsägliche Causa Groer zu beenden.

  • "Durch einen unsäglichen Mangel an Fachkenntnissen" sei selbst bei treuesten Unionswählern "sehr viel Vertrauen verspielt worden".

  • Teufel habe damals den Vertrag mit dem Koalitionspartner SPD gebrochen, und für das "unsägliche Ozongesetz" gestimmt.

  • Am Ende der unsäglichen Aufführung aber will Thomas.

Übersetzungen

Was reimt sich auf un­säg­lich?

Wortaufbau

Das dreisilbige Isogramm un­säg­lich be­steht aus neun Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × Ä, 1 × C, 1 × G, 1 × H, 1 × I, 1 × L, 1 × N, 1 × S & 1 × U

  • Vokale: 1 × Ä, 1 × I, 1 × U
  • Konsonanten: 1 × C, 1 × G, 1 × H, 1 × L, 1 × N, 1 × S
  • Umlaute: 1 × Ä

Eine Worttrennung ist nach dem N und G mög­lich.

Das Alphagramm von un­säg­lich lautet: ÄCGHILNSU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Adjektiv fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Unna
  2. Nürn­berg
  3. Salz­wedel
  4. Umlaut-Aachen
  5. Gos­lar
  6. Leip­zig
  7. Ingel­heim
  8. Chem­nitz
  9. Ham­burg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Ulrich
  2. Nord­pol
  3. Samuel
  4. Ärger
  5. Gus­tav
  6. Lud­wig
  7. Ida
  8. Cäsar
  9. Hein­reich

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Uni­form
  2. Novem­ber
  3. Sierra
  4. Alfa
  5. Echo
  6. Golf
  7. Lima
  8. India
  9. Char­lie
  10. Hotel

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄ ▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  5. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  6. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  7. ▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  9. ▄ ▄ ▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 20 Punkte für das Wort.

unsäglich

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort un­säg­lich kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

un­nenn­bar:
unsäglich, unsagbar
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: unsäglich. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: unsäglich. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. focus.de, 08.04.2022
  2. jungewelt.de, 07.02.2021
  3. noen.at, 26.08.2020
  4. jungefreiheit.de, 24.04.2019
  5. spiegel.de, 06.01.2018
  6. focus.de, 09.01.2017
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  12. bernerzeitung.ch, 24.09.2011
  13. feedsportal.com, 13.10.2009
  14. traunsteiner-tagblatt.de, 14.02.2008
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  16. spiegel.de, 21.03.2006
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  21. Die Zeit (04/2001)
  22. DIE WELT 2000
  23. Berliner Zeitung 1999
  24. Welt 1998
  25. TAZ 1997
  26. Stuttgarter Zeitung 1996
  27. Stuttgarter Zeitung 1995