Ehrerbietung

Substantiv (Nomen), feminin (weiblich)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈeːɐ̯ʔɛɐ̯ˌbiːtʊŋ ]

Silbentrennung

Einzahl:Ehrerbietung
Mehrzahl:Ehrerbietungen

Definition bzw. Bedeutung

Haltung/Handlung, jemandem oder etwas Ehre zu erweisen.

Begriffsursprung

  • Ehrerbietung tritt im 15. Jahrhundert im Frühneuhochdeutschen in Erscheinung; mittelniederdeutsche Form ērerbēdinge; es ist nicht ausgeführt, ob die frühneuhochdeutsche Form aus dem Mittelniederdeutschen übernommen wurde.

  • Zusammenrückung der Wortgruppe (jemandem) Ehre erbieten und Ableitung mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativdie Ehrerbietungdie Ehrerbietungen
Genitivdie Ehrerbietungder Ehrerbietungen
Dativder Ehrerbietungden Ehrerbietungen
Akkusativdie Ehrerbietungdie Ehrerbietungen

Anderes Wort für Ehr­er­bie­tung (Synonyme)

Achtung:
Ausruf oder Aufschrift, um Vorsicht oder Aufmerksamkeit zu bewirken
militärisch, als Kommando: aufgepasst
Admiration (geh., bildungssprachlich, lat., veraltet):
positive Wertschätzung oder Verehrung für jemanden oder etwas
Anerkennung:
die Bekanntgabe einer lobenden Würdigung
ein Rechtsvorgang, in dem ein Anerkenntnis, eine rechtskräftige Bestätigung erteilt wird
Beachtung:
das Bemerken und die Aufmerksamkeit einer Sache oder Person gegenüber
das Bemerken und die Befolgung von etwas
Bestätigung:
amtliches Papier oder amtliche Verlautbarung über etwas
Information über die Richtigkeit
Bewunderung:
Plural selten: das Bewundern; Empfindung für jemanden/etwas, der/das als außergewöhnlich angesehen wird und besondere Anerkennung verdient
Ehrerweisung
Hochachtung:
großer Respekt
Respekt:
Achtung und Wertschätzung gegenüber jemandem/etwas; meist bezogen auf eine andere Person, aber auch Tiere, Gruppen, Institutionen, Länder, Kulturen und Weltanschauungen
Scheu, Angst gegenüber etwas/jemandem, welche meist in dessen Nicht-Unterlegenheit (in einer gewissen Hinsicht) begründet liegt
Rückenwind (fig.):
übertragen: Unterstützung, Zuspruch für eigene Pläne
Wind von hinten, Wind in Bewegungsrichtung
Tribut:
Ehrerbietung
eine Abgabe (Geld oder Naturalien), die jemand (insbesondere ein Staat) regelmäßig als Zeichen der Unterwerfung zu leisten hat
Wertschätzung:
meist Singular: hohe Achtung, die jemandem entgegengebracht wird
Zuspruch:
ermutigende Worte; Worte, die Mitgefühl, Beistand vermitteln
Teilnahme aufgrund des Interesses, Aufsuchen von etwas, Gefallen an etwas

Sinnverwandte Wörter

Hom­mage:
Veranstaltung oder (künstlerisches) Werk, das als Ehrung für jemanden entworfen wurde, der eine Art Vorbildfunktion hatte, oder für etwas, das besonders inspirierend war

Beispielsätze

  • Scheinheiligkeit ist die Ehrerbietung, die das Laster der Tugend erweist.

  • Ich erwies ihm meine Ehrerbietung.

  • Scherzen ist keine Ehrerbietung.

  • Der Diktator erzwang vom Volk Ehrerbietung.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Bei dieser gegenseitigen Ehrerbietung muss der richtige Abstand gefunden werden.

  • "Ich habe mich entschieden, meine Ehrerbietung nicht zu erweisen", schrieb der Chef der Volkspartei, Ahn Cheol-soo, auf Facebook.

  • Neymar hat sich mit einer eigenwilligen Ehrerbietung für den britischen Astrophysiker Stephen Hawking Ärger eingehandelt.

  • "Ich habe lang auf die Gelegenheit gewartet, meine tiefe Ehrerbietung für den Papst musikalisch auszudrücken", sagte Mandorino.

  • Dies alles schrieb er dem Rat der Stadt 1730 ganz ohne Ehrerbietung in einer Art Memorandum.

  • Saddam Hussein hat im Gerichtsverfahren wenig Ehrerbietung gezeigt.

  • Eine Frage der Ehrerbietung.

  • Fellner pflegte zu Bach ein respektvoll vertrautes Verhältnis, erwies ihm Ehrerbietung und vermied den Widerspruch.

  • Da nützt alle Ehrerbietung des wackeren Erzählers nichts.

  • Vor ein paar Wochen durfte ich mich in das Goldene Buch der Stadt eintragen, das fand ich eine süße Ehrerbietung.

  • Im Ravenite nahm er als Zeichen der Ehrerbietung die Wangenküsse seiner neuen Untergebenen entgegen.

  • Einige gehen reihum und schütteln allen die Hand, andere grüßen kurz in die Runde, alle aber erweisen dem Scheich ihre Ehrerbietung.

  • Der Präsident der Gesellschaft zog seinen Hut und hielt ihn in Ehrerbietung auf seinem Herzen, als Mr. Roosevelt sie passierte.

  • "Die Ehefrau muß ihrem Mann gehorchen und die Ehrerbietung erweisen, die ihm als Oberhaupt der Familie zukommt", heißt es da.

  • In seinem Gnadengesuch verbarg Linse das Leid: "In größter Ehrerbietung" bat er um sein Leben - umsonst.

  • "Er ist kein Mensch, er ist kein Tier, er trägt bei Köln die Nummer vier", so die gesangliche Ehrerbietung der Kölner Fans.

  • Dann nämlich müßten sie sich zum Zeichen der Ehrerbietung erheben.

Untergeordnete Begriffe

Wortaufbau

Das viersilbige Substantiv Ehr­er­bie­tung be­steht aus zwölf Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 3 × E, 2 × R, 1 × B, 1 × G, 1 × H, 1 × I, 1 × N, 1 × T & 1 × U

  • Vokale: 3 × E, 1 × I, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × R, 1 × B, 1 × G, 1 × H, 1 × N, 1 × T

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten R, zwei­ten R und drit­ten E mög­lich. Im Plu­ral Ehr­er­bie­tun­gen nach dem ers­ten R, zwei­ten R, zwei­ten E und ers­ten N.

Das Alphagramm von Ehr­er­bie­tung lautet: BEEEGHINRRTU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Essen
  2. Ham­burg
  3. Ros­tock
  4. Essen
  5. Ros­tock
  6. Ber­lin
  7. Ingel­heim
  8. Essen
  9. Tü­bin­gen
  10. Unna
  11. Nürn­berg
  12. Gos­lar

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Emil
  2. Hein­reich
  3. Richard
  4. Emil
  5. Richard
  6. Berta
  7. Ida
  8. Emil
  9. Theo­dor
  10. Ulrich
  11. Nord­pol
  12. Gus­tav

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Echo
  2. Hotel
  3. Romeo
  4. Echo
  5. Romeo
  6. Bravo
  7. India
  8. Echo
  9. Tango
  10. Uni­form
  11. Novem­ber
  12. Golf

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄ ▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄
  7. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  8. ▄▄▄▄ ▄
  9. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 16 Punkte für das Wort Ehr­er­bie­tung (Sin­gu­lar) bzw. 18 Punkte für Ehr­er­bie­tun­gen (Plural).

Ehrerbietung

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Nomen Ehr­er­bie­tung kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

An­se­hen:
Achtung, die Anerkennung und Ehrerbietung durch jemanden betreffend.
Fuß­fall:
das Niederknien vor einer höhergestellten Persönlichkeit zum Zeichen der Unterwerfung, der Demut, der Ehrerbietung und/oder um Beistand zu erbitten
Ido­la­trie:
Verehrung von bildlichen Darstellungen von Göttern; Götzendienst, übertriebene Ehrerbietung
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Ehrerbietung. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: Ehrerbietung. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 12393964, 12393963, 1952231 & 1905211. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wolfgang Pfeifer (Leitungs): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995. ISBN 3-423-03358-4
  2. merkur.de, 05.10.2023
  3. derstandard.at, 13.07.2020
  4. rp-online.de, 15.03.2018
  5. cash.ch, 04.06.2010
  6. mdr.de, 11.06.2010
  7. stern.de, 24.01.2006
  8. spiegel.de, 11.05.2003
  9. sueddeutsche.de, 12.08.2002
  10. sueddeutsche.de, 12.11.2002
  11. sueddeutsche.de, 14.12.2002
  12. Berliner Zeitung 1998
  13. Welt 1998
  14. Welt 1997
  15. TAZ 1997
  16. Berliner Zeitung 1996
  17. Welt 1996
  18. Süddeutsche Zeitung 1996