verschmachten

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ fɛɐ̯ˈʃmaxtn̩ ]

Silbentrennung

verschmachten

Definition bzw. Bedeutung

  • gehoben: in Sehnsucht nach etwas oder jemandem zugrunde gehen

  • gehoben: verhungern und/oder verdursten, an einer Entbehrung zugrunde gehen

Begriffsursprung

Vorausliegt mittelhochdeutsch versmahten (verhungern, verdursten), dem liegen vermutlich das maskuline Substantiv mittelhochdeutsch smaht als auch mittelniederdeutsch smacht (heftiger Hunger) zugrunde;; weitere Informationen sind auch unter schmachten zu finden.

Konjugation

  • Präsens: verschmachte, du verschmachtest, er/sie/es ver­schmach­tet
  • Präteritum: ich ver­schmach­te­te
  • Konjunktiv II: ich ver­schmach­te­te
  • Imperativ: verschmacht/​verschmachte! (Einzahl), ver­schmach­tet! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ver­schmach­tet
  • Hilfsverb: sein

Anderes Wort für ver­schmach­ten (Synonyme)

(etwas) sehnlichst vermissen
(sich) verzehren nach
desiderieren (geh., lat.)
dürsten (nach) (geh., poetisch):
Durst haben
nach etwas verlangen, etwas haben wollen
fiebern nach
gieren (nach):
nach etwas heftig verlangen
lechzen (nach):
heftig nach etwas verlangen, das dringend benötigt wird
schmachten (nach):
eine irgendwie geartete Entbehrung erleiden (insbesondere hungern und/oder dürsten)
seinen Hunger und Durst bei jemandem stillen, ohne etwas zu bezahlen
(sich) sehnen (nach):
den starken Wunsch haben, dass jemand oder etwas da ist
vergehen (nach):
(rasch) zu Ende kommen
etwas Unmoralisches tun
(inständig) verlangen (nach):
an einen Gegenstand so herankommen, das man ihn greifen kann; erreichen
etwas notwendig machen, erfordern
(jemandem) zu Füßen liegen (ugs., fig.)
(jemandes) Ein und Alles (sein) (ugs.)
anbeten (ugs.):
in besonderem Maße bewundern, übertrieben verehren
Religion: einen Gott, eine höhere Macht, durch Gebet verehren
anhimmeln (ugs.):
jemanden (übertrieben) schwärmerisch lieben, verehren
jemanden schwärmerisch, bewundernd, hingebungsvoll ansehen
anschmachten:
jemanden (oft übertrieben) schwärmerisch, bewundernd, hingebungsvoll ansehen oder verehren
Feuer und Flamme sein (für) (ugs.)
höchste Bewunderung zollen (geh.)
idealisieren (fachspr.):
höher einschätzen oder darstellen, als der Realität entspricht
in den Himmel heben (fig.)
jemand lebt nur noch für
schwärmerisch bewundern
verehren:
jemandem etwas schenken
jemandem mit großer Hochachtung und Bewunderung begegnen
vergöttern (ugs.):
mehr als gewöhnlich, extrem stark (abgöttisch) lieben und verehren
verklären:
idealisiert darstellen, die negativen Seiten übersehen
in Aussehen oder Haltung: einen glücklichen Ausdruck bekommen
(sich) verzehren (nach) (geh.):
als Nahrung zu sich nehmen
verschwinden machen
(einen) Gieper haben (auf) (ugs.)
(einen) Jieper haben (auf) (ugs., norddeutsch)
(jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an) (ugs.)
(jemandem) steht der Sinn (nach)
(sehr) verlangen nach (Hauptform)
aus sein (auf)
begehren:
an einen anderen Ort zu gehen oder zu kommen wünschen
betteln
begehrlich (nach):
nach Besitz, Genuss, Freude verlangend, begehrend
begierig (auf / nach):
von intensiven Wünschen erfüllt sein, begehren nach
brennen (auf):
(Locken) mit einer Brennschere formen
brennbar sein
erpicht (auf) (geh., veraltend):
meist prädikativ: von etwas angezogen werdend, etwas zum Ziel habend, etwas besitzen wollend
(etwas) ersehnen (geh.):
sich sehr wünschen, dass eine bestimmte Situation eintrifft, etwas Bestimmtes Wirklichkeit wird
geil (auf) (ugs.):
fett, (zu) stark gedüngt
ganz hervorragend
(jemanden) gelüsten (nach) (geh.):
großes Verlangen nach etwas haben, Lust auf etwas verspüren
giepern (nach) (ugs., regional)
heiß (auf) (ugs.):
in aufregender/entscheidender Phase befindlich
paarungsbereit (bei Tieren, keine Steigerung)
(sehr) her (sein hinter) (ugs.):
räumlich: Bewegung in Richtung des Sprechenden von einem entfernteren Ort aus
verstärkend in Verbindung mit Adverbien
herbeisehnen
herbeiwünschen
hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele (sprichwörtlich)
hungern (nach) (fig.):
anhaltend an Hunger leiden, über längere Zeit hinweg nicht genügend Nahrung zu sich nehmen
heftig nach etwas verlangen, sich nach etwas sehnen
jiepern (nach) (ugs., regional)
kaum erwarten können
lange Zähne kriegen (ugs., selten)
Lust haben (auf)
nicht warten können (auf)
sehnlichst begehren
sich alle zehn Finger lecken (nach) (ugs., fig.)
sich die Finger lecken (nach) (ugs., fig.)
sich verzehren (nach) (geh.)
spitz sein (auf) (ugs.)
spitzen (auf):
erhoffen, ungeduldig erwarten, lauern
etwas heimlich, versteckt, durch eine kleine Öffnung beobachten
süchtig (nach):
an einer Sucht leidend, von etwas abhängig sein
großes, übersteigertes Verlangen nach etwas habend, versessen auf etwas sein
unbedingt haben wollen
verrückt (auf) (ugs.):
auffallend und unkonventionell
geistig verwirrt
versessen (auf):
etwas mit ganzem Herzen anstrebend, etwas unbedingt haben wollend
vor Lust (auf etwas) vergehen
vor Verlangen (nach etwas) vergehen
(ganz) wild (auf) (ugs.):
als Gesellschaft oder Kultur unterentwickelt; nicht zivilisiert oder gesittet
gegen das Gesetz, gegen die Ordnung verstoßend; ohne Kontrolle geschehend
(sich) verzehren vor Sehnsucht
dahinschmelzen (ugs., fig., poetisch):
durch ein positives Ereignis allmählich weniger werden
von Dingen: allmählich weniger werden, besonders durch den Einfluss von Wärme (Schnee, Eis, Wachs)
vor Sehnsucht vergehen
vor Sehnsucht zergehen
zerschmelzen (ugs.):
flüssig machen, erhitzen und schmelzen
flüssig werden, von alleine schmelzen

Beispielsätze

Wer den Brunnen erst gräbt, wenn er dürstet, der muss verschmachten.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

Nach einem Jahr haben sich die Spezialeinheiten von Oberst Joll zurückgezogen oder sind in der Wüste verschmachtet, ist der Spuk vorüber.

Was reimt sich auf ver­schmach­ten?

Wortaufbau

Das dreisilbige Verb ver­schmach­ten be­steht aus 13 Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × C, 2 × E, 2 × H, 1 × A, 1 × M, 1 × N, 1 × R, 1 × S, 1 × T & 1 × V

  • Vokale: 2 × E, 1 × A
  • Konsonanten: 2 × C, 2 × H, 1 × M, 1 × N, 1 × R, 1 × S, 1 × T, 1 × V

Eine Worttrennung ist nach dem R und zwei­ten H mög­lich.

Das Alphagramm von ver­schmach­ten lautet: ACCEEHHMNRSTV

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Völk­lingen
  2. Essen
  3. Ros­tock
  4. Salz­wedel
  5. Chem­nitz
  6. Ham­burg
  7. Mün­chen
  8. Aachen
  9. Chem­nitz
  10. Ham­burg
  11. Tü­bin­gen
  12. Essen
  13. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Vik­tor
  2. Emil
  3. Richard
  4. Samuel
  5. Cäsar
  6. Hein­reich
  7. Martha
  8. Anton
  9. Cäsar
  10. Hein­reich
  11. Theo­dor
  12. Emil
  13. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Vic­tor
  2. Echo
  3. Romeo
  4. Sierra
  5. Char­lie
  6. Hotel
  7. Mike
  8. Alfa
  9. Char­lie
  10. Hotel
  11. Tango
  12. Echo
  13. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  5. ▄ ▄ ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  7. ▄ ▄▄▄▄
  8. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  9. ▄ ▄ ▄ ▄
  10. ▄▄▄▄
  11. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 28 Punkte für das Wort.

verschmachten

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort ver­schmach­ten kam im letz­ten Jahr äußerst sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: verschmachten. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: verschmachten. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 1759735. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. Dudenverlag
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9
  3. literaturkritik.de 2001