abgeschmackt

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈapɡəˌʃmakt]

Silbentrennung

abgeschmackt

Definition bzw. Bedeutung

  • übertragen: geschmacklos, taktlos

  • ursprünglich, selten: die Eigenschaft von Lebensmitteln, die ihren Geschmack verloren haben

Begriffsursprung

vergleiche Geschmack, schmecken

Steigerung (Komparation)

  1. abgeschmackt (Positiv)
  2. abgeschmackter (Komparativ)
  3. am abgeschmacktesten (Superlativ)

Anderes Wort für ab­ge­schmackt (Synonyme)

abgedroschen
banal:
einfach zu bewerkstelligen, auszuführen
ohne großen Anspruch
beliebig:
frei aus vorhandenen Möglichkeiten auswählbar oder nach eigenem Gutdünken bei etwas vorgehend
billig (ugs.):
angemessen (recht und billig)
einen niedrigen Preis oder niedrige Kosten habend
flau:
schwach, matt
geistlos:
ohne neue Ideen, langweilig
sich wiederholend, zu routiniert, langweilig
hohl (ugs.):
dumpf, dunkel klingend
nach innen gebogen, eine Mulde bildend
inhaltsleer
leer:
(fast) ohne (physischen) Inhalt
ohne Menschen
nichts sagend
nichtssagend:
aus keiner oder wenig Aussage bestehend
oberflächlich:
die Oberfläche eines Gegenstandes oder einer Sache betreffend, sich auf die Oberfläche beziehend
nicht gründlich oder auch nicht gründlich genug, nur das Äußere beachtend
ohne Aussage
platt (ugs.):
Bauwerke, Projekte: der Zustand, wenn etwas kaputt gemacht oder niedergewalzt wurde; siehe auch plattmachen
ohne Erhebung, in die Breite gehend
schal:
nicht frisch, ohne Geschmack
ohne Geist
seicht:
im übertragenen Sinne: wenig anspruchsvoll (von geringem Tiefgang)
von geringer Wassertiefe
trivial:
aus dem Verständnis (der Definition) eines Begriffes sofort und ohne weitere Modelle folgend
ohne weitere Erklärungen und Begriffe verständlich
witzlos:
nicht sinnvoll
nicht witzig
wohlfeil:
für einen geringen Preis, günstig
geistlos, ohne intellektuelles Niveau
geschmacklos:
ohne Geschmack, natürlicherweise oder abgestanden
ohne gute Sitten, taktlos
gewollt und nicht gekonnt (ugs.)
kitschig:
künstlerisch minderwertig und geschmacklos; zu Kitsch gehörend; unter Kitsch fallend
schaurig-schön (ironisch)
stillos:
ohne entsprechenden Stil, stilistisch schlecht
stilwidrig
trashig (ugs., engl.):
nicht akzeptabel

Weitere mögliche Alternativen für ab­ge­schmackt

abgestanden
albern:
in unpassender und dummer Art lustig
kindisch, in der Situation unangebracht
fade:
auf Ereignisse, Zeitabschnitte, Veranstaltungen und dergleichen bezogen: ohne Abwechslung und dadurch langweilig
auf geschaffene Dinge, insbesondere auch Kunstwerke, bezogen: ohne viel Farbe, viel Form oder etwas anderes Interessantes
flach:
gering oder nicht ansteigend oder abfallend
ohne größere Erhebungen und Vertiefungen
taktlos:
Musik: keinem Takt folgend; nicht im Takt seiend
unangebracht und verletzend; indiskret
töricht:
besonders seltsam, unsinnig oder ärgerlich wirkend
keinen Argwohn zeigend; nicht besonders schlau, klug

Gegenteil von ab­ge­schmackt (Antonyme)

ge­schmack­voll:
den gesellschaftlich geteilten Vorstellungen von gutem Geschmack entsprechend
einen guten Geschmack habend
ori­gi­nell:
geistreich/witzig wirkend
in seiner Art neu
schmack­haft:
angenehm schmeckend; zum Essen oder Trinken reizend, einladend

Beispielsätze

  • Das Bier stand zu lange offen auf dem Tisch; jetzt ist es nur noch schal und abgeschmackt.

  • Dieses abgeschmackte Lied wird viel zu oft im Radio gespielt.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Die abgeschmackt Flittchen liebt parece so lange Ihr Unbekannter Kerl indes zuhort wie gleichfalls die nasse Mieze Massiert wurde.

  • Die Forderung klingt eiskalt, und sie klingt abgeschmackt.

  • Ganz im Gegenteil: In manchem frühen Stück tischt er Dinge auf, die man nur als abgeschmackte Unappetitlichkeit bezeichnen kann.

  • Komische, aber doch auch recht abgeschmackte Farce mit vielen Nebenrollen, darunter Sting und Exfootballer Vinnie Jones.

  • Nein, das ist kein allererster Tango in Paris, bloß ein abgeschmacktes Tänzchen.

  • Es sei denn, Spaß definiere sich in freudlosen Zeiten abgeschmackter Comedy-Formate durch Abwesenheit jedes subversiven Funkens.

  • Den abgeschmackten Kaiser-Kult seiner Tochter verachtete er.

  • Die Inszenierung ist abgeschmackt oberflächlich.

  • Einmal nicht gegängelt werden, einmal eben Text pur, das ist schon sehr angenehm und überhaupt nicht abgeschmackt postmodern.

  • Was bei anderen abgeschmackt daherkommt, wirkt bei ihr ausgesucht reizend.

  • Dann zeigt sich: Was Europa heute auszeichnet, ist gerade seine "Zivilisation" im Sinn des abgeschmackten Schimpfwortes.

  • Doch die politischen Begriffe dafür bleiben abgeschmackt: Modernisierung, Flexibilisierung, Innovation.

  • Und Neuenfels ist kein Effekt abgeschmackt genug, als daß er ihn nicht noch weiter strapazierte.

Wortbildungen

  • Abgeschmacktheit

Übersetzungen

Wortaufbau

Das dreisilbige Adjektiv ab­ge­schmackt be­steht aus zwölf Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × A, 2 × C, 1 × B, 1 × E, 1 × G, 1 × H, 1 × K, 1 × M, 1 × S & 1 × T

  • Vokale: 2 × A, 1 × E
  • Konsonanten: 2 × C, 1 × B, 1 × G, 1 × H, 1 × K, 1 × M, 1 × S, 1 × T

Eine Worttrennung ist nach dem B und E mög­lich.

Das Alphagramm von ab­ge­schmackt lautet: AABCCEGHKMST

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Aachen
  2. Ber­lin
  3. Gos­lar
  4. Essen
  5. Salz­wedel
  6. Chem­nitz
  7. Ham­burg
  8. Mün­chen
  9. Aachen
  10. Chem­nitz
  11. Köln
  12. Tü­bin­gen

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Anton
  2. Berta
  3. Gus­tav
  4. Emil
  5. Samuel
  6. Cäsar
  7. Hein­reich
  8. Martha
  9. Anton
  10. Cäsar
  11. Kauf­mann
  12. Theo­dor

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Alfa
  2. Bravo
  3. Golf
  4. Echo
  5. Sierra
  6. Char­lie
  7. Hotel
  8. Mike
  9. Alfa
  10. Char­lie
  11. Kilo
  12. Tango

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄ ▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  6. ▄ ▄ ▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  8. ▄ ▄▄▄▄
  9. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  10. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  11. ▄▄▄▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 27 Punkte für das Wort.

abgeschmackt

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort ab­ge­schmackt kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: abgeschmackt. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: abgeschmackt. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. tangrintler-medienhaus.de, 24.05.2022
  2. focus.de, 02.05.2022
  3. nzz.ch, 14.09.2019
  4. nzz.ch, 19.10.2016
  5. archiv.tagesspiegel.de, 23.01.2004
  6. welt.de, 15.08.2003
  7. bz, 08.01.2001
  8. Berliner Zeitung 1999
  9. Junge Welt 1999
  10. Berliner Zeitung 1998
  11. Rheinischer Merkur 1997
  12. Berliner Zeitung 1997
  13. Süddeutsche Zeitung 1996