Protestantismus

Substantiv (Nomen), maskulin (männlich)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [pʁotɛsˈtantɪsmʊs]

Silbentrennung

Protestantismus

Definition bzw. Bedeutung

  • historisch: retrospektive Bezeichnung für die politische, religiöse, gegen die katholische Kirche gerichtete Bewegung, die im 16. und 17. Jahrhundert die Reformation trug

  • ideengeschichtlich: daraus erwachsene gemeinsame, weltanschauliche und theologische Auffassungen sowie ein daher rührendes verbindendes Selbstverständnis

  • konfessionskundlich: die aus der Reformationsbewegung und infolge ihrer Ausstrahlung hervorgegangenen christlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften

Begriffsursprung

Neulateinische Bildung, abgeleitet von Protestant. Während der Aufklärung aufgekommener Begriff zur Abgrenzung von katholischer Kirche und Katholizismus.

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativder Protestantismus
Genitivdes Protestantismus
Dativdem Protestantismus
Akkusativden Protestantismus

Gegenteil von Pro­tes­tan­tis­mus (Antonyme)

Ka­tho­li­zis­mus:
Gesamtheit römisch-katholischer Anschauungen, Organisationsformen und Bräuche

Beispielsätze

  • Der Protestantismus hat doktrinell recht praktiziert aber was ganz anderes.

  • Die Inquisition richtete sich in erster Linie gegen die Katharer und später gegen den Protestantismus.

  • Doch weltweit gesehen verbreiten sich etwa evangelikale Strömungen des Protestantismus oder der Islam.

  • Wichtig ist dem EKD-Ratsvorsitzenden, dass sich der Begriff der „Sünde“ im Protestantismus gewandelt habe.

  • In den böhmischen Ländern bekannte sich die Kirche der Böhmischen Brüder – zu den Ideen des Protestantismus.

  • Um "Luther in Brandenburg"wie der Protestantismus nach Preußen kam.

  • Florida liegt im sogenannten Bibel-Gürtel der USA, jenem Gebiet, in dem der evangelikale Protestantismus tief verwurzelt ist.

  • Sogar die Hitlerfaschisten hatten keine Probleme damit, den Protestantismus zu integrieren.

  • Die Menschen sahen sich zwiegespalten angesichts der Trennung von Katholizismus und Protestantismus durch die Reformation.

  • Ich lebe seit 7 Jahren im Osten, in Dresden und erfahre hier sehr das Leben mit dem Protestantismus.

  • Der Protestantismus steht für den Glauben an Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist.

  • Nebenbei bedarf es eigentlich im Protestantismus nach Luther wie im Islam keiner Kirche, da der Gläubige direkt mit Gott kommuniziert.

  • Hätte sie die Häme nicht durchstehen müssen, damit weiter eine wichtige Frau im Protestantismus wirken kann?

  • Der Kommunismus kann als eine Art Protestantismus innerhalb des Kapitalismus verstanden werden.

  • Dabei war ausschlaggebend, ob eine Einrichtung "für die Zukunft des Protestantismus in Deutschland von herausragender Bedeutung ist".

  • Auch darin zeigt sich der Gegensatz zum Protestantismus.

  • Am Ursprungsort des Protestantismus stehen Kirchen, die keiner mehr betritt.

  • Diese Erkenntnis ist bis heute tief verwurzelt in der amerikanischen Religionsfreiheit und dem dort gelebten Protestantismus.

  • Gerade deshalb ist der Gedanke des islamischen Protestantismus heute wichtiger denn je.

  • Zu ihm gesellt Johannes Paul II. einen Mann, der seine Meriten woanders erwarb: im Dialog mit dem Protestantismus.

  • Schon Max Weber zeigte, dass der strenge Protestantismus der Engländer und Amerikaner eine Bedingung ihres kapitalistischen Erfolgs war.

  • Aktuelle Vorgänge im deutschen Protestantismus scheinen ihn zu bestätigen.

  • Eine der größten Strukturreformen im Protestantismus überhaupt könne eingeleitet werden, sagte der Görlitzer Bischof Klaus Wollenweber.

  • Für diese Tradition steht der von Herrn Aly als politiknah geschmähte Protestantismus.

  • Dem Protestantismus hingegen mangelt jede Attrappenkultur.

  • So ist der Protestantismus in eine Unzahl von Gruppen zerfallen, die schon untereinander oft gar nicht mehr kommunizieren können.

  • Vielleicht kommt es ja darauf an, diesen Satz nicht mit den Augen des deutschen Protestantismus zu lesen, die Welt nicht als Feind zu sehen.

  • Nicht aufs Geld, auf den Glauben komme es an, sagte er und begründete damit den Protestantismus in Deutschland.

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf Pro­tes­tan­tis­mus?

Wortaufbau

Das fünfsilbige Substantiv Pro­tes­tan­tis­mus be­steht aus 15 Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 3 × S, 3 × T, 1 × A, 1 × E, 1 × I, 1 × M, 1 × N, 1 × O, 1 × P, 1 × R & 1 × U

  • Vokale: 1 × A, 1 × E, 1 × I, 1 × O, 1 × U
  • Konsonanten: 3 × S, 3 × T, 1 × M, 1 × N, 1 × P, 1 × R

Eine Worttrennung ist nach dem O, ers­ten S, N und zwei­ten S mög­lich.

Das Alphagramm von Pro­tes­tan­tis­mus lautet: AEIMNOPRSSSTTTU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Pots­dam
  2. Ros­tock
  3. Offen­bach
  4. Tü­bin­gen
  5. Essen
  6. Salz­wedel
  7. Tü­bin­gen
  8. Aachen
  9. Nürn­berg
  10. Tü­bin­gen
  11. Ingel­heim
  12. Salz­wedel
  13. Mün­chen
  14. Unna
  15. Salz­wedel

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Paula
  2. Richard
  3. Otto
  4. Theo­dor
  5. Emil
  6. Samuel
  7. Theo­dor
  8. Anton
  9. Nord­pol
  10. Theo­dor
  11. Ida
  12. Samuel
  13. Martha
  14. Ulrich
  15. Samuel

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Papa
  2. Romeo
  3. Oscar
  4. Tango
  5. Echo
  6. Sierra
  7. Tango
  8. Alfa
  9. Novem­ber
  10. Tango
  11. India
  12. Sierra
  13. Mike
  14. Uni­form
  15. Sierra

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄
  5. ▄ ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄
  7. ▄ ▄▄▄▄
  8. ▄▄▄▄ ▄
  9. ▄▄▄▄
  10. ▄ ▄
  11. ▄ ▄ ▄
  12. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  13. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  14. ▄ ▄ ▄

Scrabble

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Protestantismus

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Worthäufigkeit

Das Nomen Pro­tes­tan­tis­mus kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Ad­ven­tis­mus:
Richtung des Protestantismus, die sich durch die Überzeugung auszeichnet, dass die persönliche, sichtbare und glorreiche Wiederkunft Christi (Advent) unmittelbar bevorsteht
Dom­pre­di­ger:
Christentum: jemand, der an einem Dom predigt (in der katholischen Kirche bis zum 20. Jahrhundert ein Amt an Bischofskirchen; im Protestantismus bis heute ein Titel für Pfarrer an großen Stadtkirchen)
Ge­gen­re­for­ma­ti­on:
historisch: Bewegung innerhalb der katholischen Welt, die sich im 16. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bewusst gegen die Reformation wandte und die Zurückdrängung des Protestantismus zum Ziel hatte
Pi­e­tis­mus:
Reformbewegung innerhalb des Protestantismus
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Protestantismus. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2022, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. Dudenverlag
  2. wochenblatt.cc, 14.10.2021
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  10. blog.zeit.de, 05.03.2013
  11. handelsblatt.com, 31.07.2013
  12. spiegel.de, 15.06.2012
  13. spiegel.de, 26.09.2011
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  20. Die Zeit (52/2002)
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  22. DIE WELT 2001
  23. DIE WELT 2000
  24. Berliner Zeitung 1999
  25. Die Zeit (12/1998)
  26. Stuttgarter Zeitung 1996
  27. Süddeutsche Zeitung 1995
  28. Die Zeit 1995