trotten

Verb (Tunwort)

 ➠ siehe auch: Trot­ten (Substantiv)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈtʁɔtn̩ ]

Silbentrennung

trotten

Definition bzw. Bedeutung

Langsam, lustlos, stumpfsinnig, schwerfällig, mit monotonem Schritt irgendwohin gehen.

Begriffsursprung

Vermutliche Entlehnung aus dem Romanischen: fro. troter, französisch trotter „traben, schnell gehen, umherstreifen“ und fro., französisch trot „Trab“; denkbar ist auch die Herleitung von italienisch trottare „traben“ und trotto „Trab“ sowie mlat. trottare „traben“; die romanischen Wörter ihrerseits werden von manchen Linguisten auf goh. *trottōn „laufen“ zurückgeführt, was sich aber nicht nachweisen lässt; plausibler wäre die Ableitung von goh. trota, gmh. trotte „Kelter, Presse“, da das stereotype Treten der Trauben mit den Füßen einen engen Zusammenhang zwischen keltern und treten erkennen lässt

Konjugation

  • Präsens: trotte, du trottest, er/sie/es trottet
  • Präteritum: ich trot­te­te
  • Konjunktiv II: ich trot­te­te
  • Imperativ: trott/​trotte! (Einzahl), trottet! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­trot­tet
  • Hilfsverb: sein

Anderes Wort für trot­ten (Synonyme)

mühsam gehen
traben:
schnell gehen
sich auf einem Reittier in einer schnellen Gangart, dem Trab, fortbewegen
(sich) mit schleppendem Gang fortbewegen
daherlatschen (ugs.)
(sich) dahinschleppen:
lange (länger als erwartet) dauern, nur langsam vorangehen
nur mühsam und langsam vorankommen
kriechen (fig.):
sich mit dem Bauch am Boden/in Bodennähe fortbewegen
sich sehr langsam bewegen
latschen (ugs.):
umgangssprachlich, salopp: unmotiviert, nachlässig gehen
schlappen (ugs.)
(sich) schleppen:
jemanden mehr oder minder gegen seinen Willen irgendwohin mitnehmen
lange dauern, langsamer als erwartet verlaufen
schleppend gehen
schlurfen:
beim Laufen die Füße nicht heben; schleppend gehen
Nebenform zu schlürfen
schlurfend gehen
trödeln (ugs.):
eine Handlung sehr langsam ausführen, so dass sie sich unnötig in die Länge zieht; Zeit verschwenden
Kaufen und Verkaufen von alten Sachen; mit Trödel handeln
zockeln (ugs.):
langsam gehen oder fahren, auch: gemütlich schlendern oder bei Tieren: in langsamen, rhythmischen Bewegungen vorwärtsschreiten
zuckeln (ugs.):
sich ganz langsam ohne Hast und Unruhe gemütlich zu Fuß fortbewegen, auch über Tiere und Fahrzeuge: sich langsam, in kleinen ruckartigen Bewegungen über unebenen Untergrund bewegen
bummeln:
einkaufen gehen, durch die Geschäfte ziehen
etwas sehr langsam tun
gemütlich gehen
langsam gehen
schleichen:
lautlos gehen
nur langsam vorankommen
schlendern:
ohne bestimmtes Ziel locker und langsam umhergehen
trollen:
(in gemäßigtem Tempo) irgendwohin gehen, sich an einen bestimmten Ort begeben
sich (meist in eher unerfreuter Stimmung) von einem Ort entfernen, weggehen, sich wegbegeben
zotteln:
an etwas zerren oder es zerrend wegbewegen
in (verfilzten) Büscheln (Zotteln) herabhängen

Sinnverwandte Wörter

da­ckeln:
langsam gehen, oftmals ohne Energie und watschelnd im Gang
stie­feln:
mit raumgreifenden festen Schritten gehen
sich für etwas bereit machen, sich für etwas rüsten
tap­pen:
mit den Füßen dumpf stampfen
sich unsicher, unbeholfen, plump, dumpfe Geräusche erzeugend, tastend vorwärtsbewegen
tru­deln:
mit Hilfsverb haben, würfeln
mit Hilfsverb sein, haben: sich in einem ungleichmäßigen Rhythmus um sich selbst herum bewegen, oftmals dabei rollen oder auch fallen
wa­ckeln:
bildlich: kurz vor dem Versagen oder Sturz stehen
hin und her bewegen

Gegenteil von trot­ten (Antonyme)

has­ten:
schnell und stoßartig reden
sich schnell bewegen, sich in Hast bewegen
lau­fen:
(als Besitzer) in einer Liste, Kartei oder Ähnlichem eingetragen, registriert sein
dargeboten oder ausgestrahlt werden
ren­nen:
etwas häufig machen
sich schnell zu Fuß fortbewegen, schnell laufen
sprin­ten:
am Sprint teilnehmen, die Kurzstrecke laufen
schnell laufen, wie beim Sprint
spur­ten:
die Geschwindigkeit auf das Höchste beschleunigen
stür­men:
einen nach vorne auf den Gegner gerichteten Angriff unternehmen
einen Ort gegen Widerstand einnehmen
wu­seln:
sich schnell hin und her bewegen

Beispielsätze

  • Mit der Welt zufrieden trottete ich durch die Straßen und konnte mir nicht vorstellen, dass es auf der Welt irgendjemanden gäbe, dem diese Welt nicht gefällt.

  • Als das Pferd fühlte, dass es endlich frei war, trottete es gen Westen.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Auf kurzen Beinen trotten zwei kleine Lämmer hinter ihrer Mutter her.

  • Ein entkräfteter Vollpfosten will durchs Ziel trotten.

  • Vorratsräume ließen die Menschen auch Belagerungen überstehen. ihren Stall trotten.

  • Elf Schlamm- Menschen trotten in die Kabine.

  • Dann trotten sie in ihren Plastiksandalen durch die Pfützen in Richtung Lastwagen.

  • Anklicken zum Vergrößern Rückblende: Die Bayern trotten nach dem 2:3 gegen La Coruna vom Platz.

  • Er könnte es schwer ertragen, an der Säbenerstraße in den Kraftraum zu trotten, "wenn die Mannschaft auf den Fußballplatz geht".

  • Die letzten, die noch eine Chance aufs rechtzeitige Ankommen haben, trotten heran.

  • Eisbären trotten durch den weißen Raum.

Häufige Wortkombinationen

  • jemandem hinterher trotten

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Untergeordnete Begriffe

  • abtrotten
  • davontrotten
  • hertrotten

Übersetzungen

Was reimt sich auf trot­ten?

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb trot­ten be­steht aus sieben Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 3 × T, 1 × E, 1 × N, 1 × O & 1 × R

  • Vokale: 1 × E, 1 × O
  • Konsonanten: 3 × T, 1 × N, 1 × R

Eine Worttrennung ist nach dem zwei­ten T mög­lich.

Das Alphagramm von trot­ten lautet: ENORTTT

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Tü­bin­gen
  2. Ros­tock
  3. Offen­bach
  4. Tü­bin­gen
  5. Tü­bin­gen
  6. Essen
  7. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Theo­dor
  2. Richard
  3. Otto
  4. Theo­dor
  5. Theo­dor
  6. Emil
  7. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Tango
  2. Romeo
  3. Oscar
  4. Tango
  5. Tango
  6. Echo
  7. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄
  5. ▄▄▄▄
  6. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 8 Punkte für das Wort.

trotten

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort trot­ten kam im letz­ten Jahr äußerst sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

ent­lang­trot­ten:
in eine bestimmte Richtung, einem bestimmten Weg folgend trotten
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: trotten. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2022, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: trotten. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 3350050 & 1833541. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9
  2. rhein-zeitung.de, 05.11.2018
  3. spiegel.de, 06.02.2007
  4. stern.de, 13.10.2006
  5. sueddeutsche.de, 20.03.2003
  6. welt.de, 28.03.2003
  7. Rhein-Neckar Zeitung, 20.09.2002
  8. sz, 15.09.2001
  9. Die Zeit (48/1997)
  10. Süddeutsche Zeitung 1995