aufbinden

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈaʊ̯fˌbɪndn̩]

Silbentrennung

aufbinden

Definition bzw. Bedeutung

  • etwas Gebundenes lösen, aufknoten

  • etwas mit einer Schnur/Leine auf jemandem befestigen (festbinden)

  • etwas nach oben nehmen und dort (mit einem Band) zusammennehmen

  • jemandem eine Unwahrheit sagen/verkaufen

Begriffsursprung

Derivation (Ableitung) zum Verb binden mit dem Derivatem auf-

Konjugation

  • Präsens: binde auf, du bindest auf, er/sie/es bindet auf
  • Präteritum: ich band auf
  • Konjunktiv II: ich bände auf
  • Imperativ: bind auf! / binde auf! (Einzahl), bindet auf! (Mehrzahl)
  • Partizip II: auf­ge­bun­den
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für auf­bin­den (Synonyme)

aufdröseln:
entwirren, entzwirnen, ein Garnknäuel in die einzelnen Fäden auftrennen, etwas Komplexes in überschaubare Bestandteile gliedern
aufknoten:
ein Band, das zu einem Knoten geschlungen ist, lösen; einen Knoten lösen; etwas, das zusammengebunden ist, zugänglich machen
aufschnüren:
als Last auf jemandem oder etwas festbinden
bei etwas, das mit einem Band (einer Schnur) zusammengebunden ist, das Band lösen

Sinnverwandte Wörter

auf­fie­seln:
etwas Zusammengeknotetes lösen; etwas Komplexes auseinandernehmen
aufknüpfen
auf­le­gen:
ein Druckwerk publizieren
ein Telefongespräch beenden
aufschnallen
be­haup­ten:
etwas (militärisch oder auch mit Argumenten) verteidigen, gegen Feinde/einen sportlichen Gegner siegen
etwas sagen, was nicht stimmen muss oder gar unglaubwürdig ist
hoch­bin­den:
etwas aus seiner natürlichen Position weiter nach oben nehmen und dort festbinden
hoch­neh­men:
auf den Arm nehmen, sich über jemanden lustig machen, indem man ihn täuscht
über Verbrecher, ungesetzlich Handelnde: verhaften, aus dem Verkehr ziehen
ver­kau­fen:
als Ware Absatz finden
einen Gegenstand, eine Ware gegen Geld abgeben
weis­ma­chen:
jemandem etwas Unwahres glaubhaft machen

Gegenteil von auf­bin­den (Antonyme)

ab­neh­men:
eine Aufgabe oder einen Gegenstand von jemand anderem übernehmen
kleiner oder weniger werden
ge­ste­hen:
etwas offen zugeben; ein Geständnis ablegen
he­r­un­ter­las­sen:
auf einen höheren Rang (zeitweilig) verzichten
den Abstieg ermöglichen
zu­bin­den:
verschließen, indem eine Schnur/Kordel umeinandergeschlungen und verknotet wird

Redensarten & Redewendungen

  • jemandem einen Bären aufbinden
  • sich eine Rute aufbinden

Beispielsätze

  • Dem Packperd wurden dann als letztes noch die Schlafsäcke aufgebunden.

  • Mama, kannst du meine Schuhe aufbinden?

  • Wenn du das Haar aufbindest, sieht man deinen Hals und das Muttermal noch besser.

  • Sie hat ihm aufgebunden, dass sie zu ihrer Mutter nach Passau muss.

  • Sie hat sich die alten Bravohefte ihrer Jugend zu einem Buch aufbinden lassen.

  • Du willst mir wohl einen Bären aufbinden?

  • Tom hat uns einen Bären aufgebunden.

  • Ich glaube, er hat mir da einen Bären aufgebunden.

  • Er hat allen so geschickt einen Bären aufgebunden, dass keiner auch nur das Geringste argwöhnte.

  • Er wollte mir einen Bären aufbinden.

  • Du willst uns wohl einen Bären aufbinden?

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Denen kann man wirklich jeden Bären aufbinden!

  • Wie schön, dass er von sich selbst sagen kann: "Ich bin zu alt, als daß mir noch jemand einen Bären aufbinden kann."

  • Da muss ich einfach mal drauf vertrauen, dass seine Leute in der Türkei uns keinen Bären aufbinden.

  • Aber welchen Bären will uns der Zeuge aus der Staatskanzlei aufbinden?

  • Diesen Bären kann man doch aufbinden, wem man will. das ist doch völlig unglaubwürdig.

  • Oder wollte die Bundespolizei der Landespolizei einen "Bären aufbinden"?

  • Wem will er so einen Bären aufbinden?

  • Diese kleine kriechende Pflanze wächst am besten aufgebunden auf TONRÖHREN, in flachen SCHALEN oder in hängenden KÖRBEN.

  • Erst in diesem Moment war ich mir ganz sicher, dass er uns damals, während der Hitzewelle 1983, keinen Bären aufgebunden hatte.

  • Und falls nicht: Entpuppt sich der Kuscheljesus damit nicht als großer Kuschelbär, den Sean der gesamten Soft-Christenheit aufgebunden hat?

  • Bär ist Bär", sagt der kleine Eisbär Lars zu der kleinen Braunbärin Lea. Das ist lieb gemeint, doch da hat er ihr einen Bären aufgebunden.

  • Kummers Texte sind ja nur einige von vielen fakes, die sich selbst seriöse Sender und Zeitungen als Bären haben aufbinden lassen.

  • Könnte es sein, daß Sie mir gerade einen Wallace aufbinden?

  • Darum fällt es ihm auch leichter, sich zu beherrschen, wenn er wieder mal merkt: "Da will mir einer einen Bären aufbinden."

Wortaufbau

Das dreisilbige Verb auf­bin­den be­steht aus neun Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × N, 1 × A, 1 × B, 1 × D, 1 × E, 1 × F, 1 × I & 1 × U

  • Vokale: 1 × A, 1 × E, 1 × I, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × N, 1 × B, 1 × D, 1 × F

Eine Worttrennung ist nach dem F und ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von auf­bin­den lautet: ABDEFINNU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Aachen
  2. Unna
  3. Frank­furt
  4. Ber­lin
  5. Ingel­heim
  6. Nürn­berg
  7. Düssel­dorf
  8. Essen
  9. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Anton
  2. Ulrich
  3. Fried­rich
  4. Berta
  5. Ida
  6. Nord­pol
  7. Dora
  8. Emil
  9. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Alfa
  2. Uni­form
  3. Fox­trot
  4. Bravo
  5. India
  6. Novem­ber
  7. Delta
  8. Echo
  9. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 14 Punkte für das Wort.

aufbinden

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort auf­bin­den kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

lö­sen:
etwas öffnen, aufbinden, aufknoten, auftrennen
un­auf­lös­lich:
so beschaffen, dass etwas nicht aufgebunden werden kann
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: aufbinden. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: aufbinden. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10571298, 4908456, 4096821, 2560565, 1706074 & 1226734. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. jungefreiheit.de, 16.11.2022
  2. aerzteblatt.de, 06.12.2019
  3. alexandrabader.wordpress.com, 24.07.2016
  4. haz.de, 10.04.2014
  5. focus.de, 03.12.2014
  6. polizeipresse.de, 14.12.2010
  7. sueddeutsche.de, 31.08.2007
  8. ngz-online.de, 16.02.2006
  9. Die Zeit (19/2003)
  10. sueddeutsche.de, 21.12.2002
  11. sz, 17.11.2001
  12. Die Zeit (25/2000)
  13. Berliner Zeitung 1999