schmeicheln

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈʃmaɪ̯çl̩n ]

Silbentrennung

schmeicheln

Definition bzw. Bedeutung

Mit Dativ: versuchen, jemandem zu gefallen oder jemanden zu beeinflussen, indem man Dinge sagt, die der Andere gern hört, die aber nicht unbedingt der eigenen Meinung entsprechen.

Konjugation

  • Präsens: schmeichle, du schmeichelst, er/sie/es schmeichelt
  • Präteritum: ich schmei­chel­te
  • Konjunktiv II: ich schmei­chel­te
  • Imperativ: schmeichle! (Einzahl), schmeichelt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­schmei­chelt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für schmei­cheln (Synonyme)

gut zureden
flirten:
einen Flirt betreiben; ungezwungen und spontan durch Körpersprache oder Smalltalk versuchen, sich gegenseitig näherzukommen
flöten:
flötenähnliche Töne hervorbringen
in hohen Tönen jemandem etwas erzählen
säuseln:
ein schwaches Geräusch machen, ähnlich dem, das der Wind hervorbringt
leise und geziert sprechen und dabei oftmals eine gewisse Absicht verfolgen, zum Beispiel, jemanden zu beeindrucken
turteln:
den charakteristischen Tierlaut einer Taube von sich geben
liebeln, flirten
(jemandem) das sagen, was er hören will
(jemandem) Nettigkeiten sagen
(jemanden) bauchpinseln:
schmeicheln, flattieren, jemandes Gunst zu erlangen suchen
(jemanden) einseifen:
Seife reibend auftragen (sodass sich der Seifenschaum über die betreffende Stelle ausbreitet)
übertragen, schülersprachlich: jemandem das Gesicht mit Schnee einreiben
Komplimente machen
nette Dinge sagen
schöntun:
(mit einer bestimmten Absicht) nett zu jemandem sein, ihm schmeicheln
Süßholz raspeln (fig.)
(das) hört sich gut an (floskelhaft)
(das) klingt gut (ugs., Spruch)
(jemandem) runtergehen wie Öl (ugs.)
Balsam auf jemandes Seele (sein) (variabel)
Balsam für jemandes Seele (sein)
gerne hören (Hauptform)
(jemandem) guttun:
intransitiv, mit Dativ: eine gute/positive Wirkung auf jemanden oder etwas haben, jemandem oder etwas zuträglich sein
Ich könnte dir stundenlang zuhören. (Spruch, ironisierend)
Musik in jemandes Ohren (sein)
(bei jemandem) gut zur Geltung kommen
(jemandem) gut stehen
(sich) ergehen in (einer Vorstellung) (geh.)
(sich) in der Vorstellung gefallen (dass)
kokettieren mit (einer Vorstellung)
liebäugeln mit
mit dem Gedanken spielen
(jemandes) Vorzüge betonen
(jemanden) kleiden (geh., veraltend):
etwas in einer bestimmten (beschönigenden) Form ausdrücken
jemandem gut stehen, gut zu jemandem passen
kleidsam (sein) (geh., veraltend):
jemandem gut stehend/anstehend
(jemandem) stehen:
etwas steht: fertig/gemacht/erledigt sein
gut passen
toll aussehen (in / mit / bei) (ugs., variabel)
flattieren
fuchsschwänzen/fuchsschwänzeln

Beispielsätze

  • Der Fürst fühlte sich durch die vielen Beileidsbezeugungen geschmeichelt.

  • Sie schmeichelte ihr und bestach sie mit Geschenken; dann wieder war sie verschlossen und kalt. (Wasserman - Olivia oder Die unsichtbare Lampe)

  • Wir sind ein bisschen spät dran? Das ist noch geschmeichelt würde ich mal sagen. Wir habe satte drei Stunden verloren!

  • Das neue Kleid schmeichelt Ullas Figur sehr.

  • Wenn die Laster uns verlassen, schmeicheln wir uns in dem Wahn, wir hätten sie verlassen.

  • Bevor man sie melkt, muss man der Kuh schmeicheln.

  • Man hätte wenig Freude, wenn man sich niemals schmeichelte.

  • Ich fühle mich tatsächlich eher geschmeichelt.

  • Maria fühlte sich geschmeichelt.

  • Tom ist leicht geschmeichelt.

  • Feinde, die einen angreifen, sind nicht zu fürchten, eher Freunde, die einem schmeicheln.

  • Tom fühlte sich geschmeichelt.

  • Tom fühlt sich geschmeichelt.

  • Er fühlte sich geschmeichelt.

  • Ich sollte mich wohl geschmeichelt fühlen.

  • Wenn Ihnen jemand schmeichelt, hat er sicherlich ein Ziel.

  • Erst schmeicheln, dann kratzen, das schickt sich für Katzen.

  • Tom fühlte sich durch Marys Aufmerksamkeit geschmeichelt.

  • Honigsüße Worte schmeicheln sich in meine Ohren.

  • Statt zu schmeicheln, bringen Sie eine ehrliche und aufrichtige Einschätzung zum Ausdruck!

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Das dürfte ihm schon geschmeichelt haben.

  • Der fühlte sich geschmeichelt: "Die Betonung liegt auf clever."

  • Die Bewegung im Haar schafft es tatsächlich, jedem Gesichtstyp zu schmeicheln.

  • Angesprochen auf seine Ähnlichkeit mit Tom Cruise fühlt sich der zweifache Vater geschmeichelt.

  • Der Begriff "Elitenherrschaft" würde den Protagonisten vermutlich noch schmeicheln, demokratisch wäre auch dieser nicht.

  • Avancen, wie sie Gabriel der FDP jüngst im SPIEGEL-Interview machte, mögen Lindner schmeicheln.

  • Blatter bewies wieder einmal, dass er es versteht, der Funktionärs-Seele zu schmeicheln.

  • Er fühle sich geschmeichelt, dieses Jahr als Ehrengast der Kamuna zu fungieren.

  • Aber schmeicheln, heucheln gehört ebenfalls dazu.

  • Der Name flattr kommt einerseits vom englischen "to flatter", also schmeicheln, zum anderen von Flatrate.

  • Matschiner hat sich geschmeichelt gefühlt, er war sehr interessiert daran, ins große Profigeschäft reinzukommen.

  • Beim Familienfoto der Regierungschefs zieht sie ihn für alle sichtbar zu sich ins Zentrum, um ihn aufzuwerten, ihm zu schmeicheln.

  • Es wird seiner Eitelkeit schmeicheln, dass sich der Verdacht erhärtet: Ohne Gregor wird das nichts mehr.

  • Auf der Suche nach Verbündeten schmeicheln nun EU wie USA den Entwicklungsländern.

  • Brasiliens Kultur lebt durch alle Sinne, und sie liebt es, ihnen mit Finesse zu schmeicheln.

Häufige Wortkombinationen

  • jemand schmeichelt jemandem, etwas schmeichelt jemandem, etwas ist geschmeichelt, sich geschmeichelt fühlen

Wortbildungen

Übersetzungen

Was reimt sich auf schmei­cheln?

Anagramme

  • menschliche

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb schmei­cheln be­steht aus elf Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × C, 2 × E, 2 × H, 1 × I, 1 × L, 1 × M, 1 × N & 1 × S

  • Vokale: 2 × E, 1 × I
  • Konsonanten: 2 × C, 2 × H, 1 × L, 1 × M, 1 × N, 1 × S

Eine Worttrennung ist nach dem I mög­lich.

Das Alphagramm von schmei­cheln lautet: CCEEHHILMNS

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Salz­wedel
  2. Chem­nitz
  3. Ham­burg
  4. Mün­chen
  5. Essen
  6. Ingel­heim
  7. Chem­nitz
  8. Ham­burg
  9. Essen
  10. Leip­zig
  11. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Samuel
  2. Cäsar
  3. Hein­reich
  4. Martha
  5. Emil
  6. Ida
  7. Cäsar
  8. Hein­reich
  9. Emil
  10. Lud­wig
  11. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Sierra
  2. Char­lie
  3. Hotel
  4. Mike
  5. Echo
  6. India
  7. Char­lie
  8. Hotel
  9. Echo
  10. Lima
  11. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄ ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄ ▄ ▄ ▄
  8. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  9. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 22 Punkte für das Wort.

schmeicheln

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort schmei­cheln kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

ab­schmei­cheln:
etwas erhalten/erzielen, indem man (wahre oder auch erlogene) Freundlichkeiten ausspricht, jemandem schmeichelt
Arsch­krie­cher:
vulgär: jemand, der anderen übertrieben schmeichelt, um Vorteile zu erlangen
Arsch­krie­che­rin:
weibliche Person, die anderen übertrieben schmeichelt, um Vorteile zu erlangen
ein­schmie­ren:
sich bei jemandem einschmieren: jemandem schmeicheln, um Vorteile zu gewinnen
lie­be­die­nern:
ehrfürchtig jemandem schmeicheln
lob­hu­deln:
jemandem übertrieben und unverdient schmeicheln
Lob­hud­ler:
Person, die jemandem übertrieben und unverdient schmeichelt
Schmei­chel­re­de:
Rede, in der man jemandem oder etwas schmeichelt; schmeichelhafte Rede
Schmei­chel­wort:
Wort oder Wortgruppe, womit jemandem geschmeichelt werden kann
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: schmeicheln. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2022, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: schmeicheln. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 11010728, 10472015, 8993782, 7756802, 7697240, 7636456, 7022165, 6625556, 6619466, 5165847, 3490137, 3400075, 3364675, 3217828, 2968860 & 2942417. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. welt.de, 13.01.2022
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  12. jetzt.sueddeutsche.de, 24.06.2007
  13. archiv.tagesspiegel.de, 04.05.2003
  14. Berliner Zeitung 2000
  15. Süddeutsche Zeitung 1996