ausblenden

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈaʊ̯sˌblɛndn̩ ]

Silbentrennung

ausblenden

Definition bzw. Bedeutung

  • an jemanden oder etwas, beispielsweise Fakten, die Realität, bewusst keinen Gedanken verschwenden, etwas wegdenken, etwas willentlich aus seinen Gedanken streichen

  • eine Übertragung im Radio oder Fernsehen beenden durch Verringern des Tons / Bildes

  • etwas verbergen, unsichtbar machen

Begriffsursprung

Derivation (Ableitung) des Verbs blenden mit dem Präfix aus-.

Konjugation

  • Präsens: blende aus, du blendest aus, er/sie/es blendet aus
  • Präteritum: ich blen­de­te aus
  • Konjunktiv II: ich blen­de­te aus
  • Imperativ: blende aus! (Einzahl), blendet aus! (Mehrzahl)
  • Partizip II: aus­ge­blen­det
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für aus­blen­den (Synonyme)

achtlos vorbeigehen an
auf d(ies)em Ohr ist er taub (ugs., Spruch, fig.)
außen vor lassen
außer Acht lassen:
nicht beachten
außer Betracht lassen
beiseite lassen (ugs.)
einfach nicht zuhören (ugs.)
etwas an sich abperlen lassen (sprichwörtlich)
ignorieren (Hauptform):
absichtlich nicht beachten, etwas keine Aufmerksamkeit schenken
in den Wind schlagen (ugs.)
links liegen lassen (ugs.)
nicht beachten
nicht berücksichtigen
nicht in Betracht ziehen
nicht in seine Überlegungen einbeziehen
nichts hören wollen (von)
nichts wissen wollen (von)
sich nicht interessieren (für)
sich nicht kehren (an) (geh.)
sich nicht kümmern (um)
sich nicht scheren um (veraltend)
sich taub stellen
unberücksichtigt lassen
abwehren:
Ablehnung, Widerspruch äußern
eine Bedrohung, einen Schlag oder Ähnliches verhindern
ersticken (Gefühle):
durch fehlende Sauerstoffzufuhr sterben
Feuer durch Abschneiden der Frischluftzufuhr löschen
niederdrücken:
(ein Volk oder dergleichen) unterdrücken, unterjochen; (einen Aufstand oder dergleichen) (gewaltsam) beenden, niederschlagen
in einen Zustand der Niedergeschlagenheit versetzen; bedrücken
supprimieren
unterdrücken:
durch Selbstbeherrschung unter Kontrolle halten
gewaltsam verhindern
verdrängen:
etwas aus seinem Bewusstsein ausschließen
jemanden oder etwas von seiner Stelle drängen oder schieben; den Platz von etwas einnehmen
(etwas) nicht auf dem Schirm haben (fig.)
(sich) keine Gedanken machen (um)
keinen Gedanken verschwenden (an)
nicht denken an
beiseiteschieben (fig.):
etwas verdrängen, etwas ignorieren
nicht sehen wollen
wegblenden
(einen) Tunnelblick haben (fig.)
(etwas) nicht sehen wollen

Sinnverwandte Wörter

fort­den­ken:
jemand oder etwas gedanklich ausblenden, entfernen
leug­nen:
etwas abstreiten, das über einen geäußert wurde
etwas in Abrede stellen, das nach einer von demjenigen, der von „leugnen“ spricht, vorausgesetzten Lehre, Weltanschauung oder ähnlichen Überzeugung oder nach allgemeiner Anschauung existiert

Gegenteil von aus­blen­den (Antonyme)

ein­blen­den:
etwas (auf einem Bildschirm) anzeigen/einen Ton abspielen
etwas langsam (auf einem Bildschirm) anzeigen/allmählich einen Ton lauter werden lassen

Beispielsätze

  • Damals blendete ich sie einfach aus meinen Gedanken aus, ich wollte nur meine Klausuren bestehen. Kein Wunder, dass sie mich verließ.

  • Die Regie blendete den Gastbeitrag zu früh aus, sodass der Moderator vor der Kamera auftauchte, als er gerade seine Papiere sortierte.

  • Man kann dieses Fenster ausblenden durch Klick oben rechts auf das am weitesten links stehende der drei Symbole.

  • Kurz vor der Insolvenz blendete der Vorstandsvorsitzende alle schlechten Nachrichten aus. Er konnte sie nicht mehr ertragen.

  • Wir beleuchten die Hintergründe, welche die anderen ausblenden, damit man hoffentlich nicht nur eine Meinung habe, sondern eine Ahnung.

  • Ich glaube, Tom hat mich völlig ausgeblendet.

  • Kannst du den Text mal ausblenden?

  • Wenn du auf den Button klickst, kannst du den Text ausblenden.

  • Musikstücke, die in der Sendung gespielt wurden, werden im Podcast ausgeblendet.

  • Musiken, die in der Sendung gespielt wurden, werden im Podcast ausgeblendet.

  • Das wollte ich nicht wahrhaben und habe es einfach ausgeblendet.

  • Hier geht es um eine Sichtweise, die allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaftler gewöhnlich vollständig ausblenden.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Aber man könne nun mal nicht ausblenden, „dass die Zahl der Gläubigen - katholisch wie evangelisch - kontinuierlich sinkt“.

  • Aber auch hier ließen sich die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine nicht ganz ausblenden.

  • Auch die Unterdrückung ihrer eigenen Bürger durch Fatah und Hamas wird ausgeblendet.

  • Andere stoßen sich an den steinernen Monumenten, die oft Krieger zu Helden stilisieren und Opfer ausblenden.

  • Aber auch das wird ausgeblendet.

  • Aber ich kann Nervosität gut ausblenden.

  • Aber bei allem Wandel und Wachstum dürfe man nicht ausblenden, wo man herkomme: „Unsere Wurzeln dürfen wir nie vergessen.

  • Aftershokz legt dem Paket ein Paar Ohropax bei, „falls die Umwelt doch einmal ausgeblendet werden soll“.

  • Aber ausblenden kannst du es nicht, deshalb habe ich mich nach dem Spengler-Cup bei diesem Thema zurückgezogen.

  • Alle Rechte vorbehalten Artikelfunktionen Kommentare (3) Drucken Leserkommentare 3 Kommentare Leserkommentare sind ausgeblendet.

  • Außerdem werde oft ausgeblendet, wie viele «nicht-grüne» Arbeitsplätze durch den Umbau gefährdet seien.

  • In Deutschland hat Twitter das Konto ausgeblendet (r).

  • Aber es wird ausgeblendet.

  • Einige Risiken bestehen fort und dürfen nicht ausgeblendet werden.

  • Angela Merkel war da längst ausgeblendet, einfach weg wie die DDR.

Häufige Wortkombinationen

  • mit Adjektiv: etwas komplett ausblenden, etwas konsequent ausblenden, etwas systematisch ausblenden, etwas vollkommen ausblenden
  • mit Substantiv: die Fakten ausblenden, Probleme ausblenden, die Realität ausblenden, die Wirklichkeit ausblenden
  • mit Substantiv: einen Beitrag ausblenden, die Musik ausblenden, Nebengeräusche ausblenden, eine Sendung ausblenden, eine Szene ausblenden

Wortbildungen

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Anagramme

  • Busennadel

Wortaufbau

Das dreisilbige Verb aus­blen­den be­steht aus zehn Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × E, 2 × N, 1 × A, 1 × B, 1 × D, 1 × L, 1 × S & 1 × U

  • Vokale: 2 × E, 1 × A, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × N, 1 × B, 1 × D, 1 × L, 1 × S

Eine Worttrennung ist nach dem S und ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von aus­blen­den lautet: ABDEELNNSU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Aachen
  2. Unna
  3. Salz­wedel
  4. Ber­lin
  5. Leip­zig
  6. Essen
  7. Nürn­berg
  8. Düssel­dorf
  9. Essen
  10. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Anton
  2. Ulrich
  3. Samuel
  4. Berta
  5. Lud­wig
  6. Emil
  7. Nord­pol
  8. Dora
  9. Emil
  10. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Alfa
  2. Uni­form
  3. Sierra
  4. Bravo
  5. Lima
  6. Echo
  7. Novem­ber
  8. Delta
  9. Echo
  10. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄ ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 13 Punkte für das Wort.

ausblenden

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort aus­blen­den kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

ent­kör­per­li­chen:
die räumliche/dreidimensionale Existenz in Form des Körpers wegnehmen; die Aspekte, die mit dem Körperlichen/real Existierenden zu tun haben, ausblenden
fort­den­ken:
jemand oder etwas gedanklich ausblenden, entfernen
über­blen­den:
Bild, Ton einer Sequenz ausblenden und die einer neuen Sequenz einblenden
Ver­drän­gung:
etwas Unangenehmes nicht wahrhaben wollen, ausblenden oder ignorieren
weg­den­ken:
jemand oder etwas gedanklich ausblenden, entfernen, als nicht vorhanden vorstellen
weg­schie­ben:
für nicht so wichtig halten und ausblenden
welt­ent­rückt:
mit den Gedanken so bei einer Sache, dass alle anderen Vorgängen und Personen in der Umgebung ausgeblendet oder vergessen sind
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: ausblenden. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: ausblenden. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 11808158, 8934026, 7532433, 7532431, 5106326, 5106178, 2909454 & 1625400. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. fr.de, 17.10.2023
  2. burgenland.orf.at, 26.02.2022
  3. welt.de, 17.05.2021
  4. muensterschezeitung.de, 07.06.2020
  5. jungewelt.de, 25.09.2019
  6. loomee-tv.de, 21.10.2018
  7. neues-deutschland.de, 23.06.2017
  8. wort.lu, 04.08.2016
  9. bernerzeitung.ch, 10.04.2015
  10. welt.de, 22.05.2014
  11. nachrichten.finanztreff.de, 20.08.2013
  12. handelsblatt.com, 18.10.2012
  13. fm4.orf.at, 06.04.2011
  14. finanznachrichten.de, 08.07.2010
  15. tagesspiegel.de, 20.05.2009
  16. net-tribune.de, 29.05.2008
  17. pressetext.com, 13.10.2007
  18. spiegel.de, 05.11.2006
  19. fr-aktuell.de, 20.09.2005
  20. welt.de, 05.10.2004
  21. archiv.tagesspiegel.de, 30.09.2003
  22. sueddeutsche.de, 10.06.2002
  23. sz, 19.09.2001
  24. Berliner Zeitung 2000
  25. Welt 1998
  26. Berliner Zeitung 1997
  27. Welt 1996
  28. Berliner Zeitung 1995