zustoßen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈt͡suːˌʃtoːsn̩]

Silbentrennung

zustoßen

Definition bzw. Bedeutung

  • (jemandem) passieren

  • mit (einem spitzen, länglichen Gegenstand in) der Hand auf etwas oder jemanden einwirken, einen Stich ausführen

  • mit Schwung (einem Stoß) schließen

  • zu etwas, was bereits da ist, dazukommen

Begriffsursprung

Derivation (Ableitung) zum Verb stoßen mit dem Derivatem zu-

Alternative Schreibweise

  • zustossen

Konjugation

  • Präsens: stoße zu, du stößt zu, er/sie/es stößt zu
  • Präteritum: ich stieß zu
  • Konjunktiv II: ich stieße zu
  • Imperativ: stoß zu! / stoße zu! (Einzahl), stoßt zu! (Mehrzahl)
  • Partizip II: zu­ge­sto­ßen
  • Hilfsverben: haben, sein

Anderes Wort für zu­sto­ßen (Synonyme)

am eigenen Leib erfahren
ausstehen:
erwartet werden, aber noch fehlen
etwas ertragen, durchhalten
durchhalten:
auch unter erschwerten Bedingungen etwas fortsetzen
durchlaufen:
durch die Reibung des Gehens zerstören, meist Schuhe oder Strümpfe
einem Ablauf unterzogen werden
durchleben:
einen bestimmten Zeitraum, ein bestimmtes Erlebnis mit allen Sinnen erfahren
durchmachen:
etwas miterleben, etwas durchlaufen
etwas Negatives erleiden, etwas Schweres durchleben
einen Streifen mitmachen (ugs.)
einstecken:
etwas an einer bestimmten Stelle befestigen
etwas für sich behalten, in Anspruch nehmen; ohne Widerstand hinnehmen; hinunterschlucken
erfahren:
durch eigenes Erleben kennen lernen
zur Kenntnis bekommen, von etwas Kenntnis erhalten, etwas mitgeteilt bekommen
erleben:
eine Erfahrung machen, bei etwas dabei sein
zu einem Zeitpunkt noch am Leben sein
erleiden:
etwas körperlich oder seelisch Unangenehmes erleben; eine unangenehme Erfahrung machen
ertragen:
eine unangenehme oder schwierige Situation hinnehmen und deswegen nicht die Beherrschung verlieren oder zusammenbrechen
hinnehmen:
eine Aussage, Handlung oder ein Ereignis von negativer Natur akzeptieren, dulden oder sich dem widerspruchslos fügen
etwas/jemanden mit hinnehmen: etwas/jemanden zu dem Ort bringen, wo man selbst gerade auf dem Weg hin ist
in Kauf nehmen
miterleben:
dabei sein, wenn etwas geschieht, etwas gemeinsam mit anderen erfahren
mitmachen (ugs.):
etwas erleiden, durchstehen müssen
etwas zusätzlich zu etwas anderem erledigen
passieren:
durchseihen (Flüssigkeiten), durchstreichen (weiche Nahrungsmittel, zum Beispiel um Schalenreste oder Kerne zu entfernen)
Hilfsverb haben: etwas durchqueren, an etwas vorbeigehen oder -fahren, einen Ort überschreiten
überstehen:
eine mühevolle oder gefahrvolle Situation hinter sich bringen
(jemandem) unterkommen:
bemerkt werden
einen Platz zum Übernachten oder Wohnen finden
(jemandem) vorkommen:
auf jemanden in einer Weise wirken
existieren
(jemandem) widerfahren (geh.):
(jemandem) geschehen (besonders etwas Unausweichliches, scheinbar vom Schicksal Bestimmtes)

Sinnverwandte Wörter

an­kom­men:
auf etwas ankommen: der entscheidende, wichtige Punkt sein
ein Ziel erreichen
bei­ge­sel­len:
als Partner (Geselle) an die Seite stellen
zu anderen, die schon da sind, hingehen/dazukommen und mitmachen
da­zu­kom­men:
eine Sache, einen Personenkreis durch Hinzukommen erweitern
zu einem Geschehen oder zu einer Sache (zufällig) kommen
da­zu­sto­ßen:
sich jemandem anschließen
ein­tref­fen:
ankommen, oft: nach einer Reise am geplanten Ziel ankommen
real werden, oft über eine Befürchtung oder Vorhersage
ein­tre­ten:
auf jemanden/etwas eintreten; Hilfsverb „haben:“ mit dem Fuß gegen eine Person oder ein Tier treten
eintreten in …; Hilfsverb „sein:“ einen Raum betreten
er­eig­nen:
geschehen
ge­sche­hen:
sich ereignen; zutragen
widerfahren
voll­zie­hen:
etwas durchführen, in die Praxis umsetzen
Schritt für Schritt ablaufen, geschehen
zu­bal­lern:
mit Schwung (und einem Knall/Geräusch) schließen
sich (durch Alkohol oder auch Drogen) berauschen, so dass man nicht mehr vernünftig agieren/reagieren kann
zu­don­nern:
(geräuschvoll) mit Schwung schließen
zu­hau­en:
(geräuschvoll) mit Schwung schließen
durch Abtragen von Material (Abschlagen/Behauen mit zum Beispiel einer Axt) die gewünschte Form geben
zu­klap­pen:
(über etwas, das ähnlich oder mit einer offenen Klappe ist) sich von selbst schließen
etwas, das einen geöffneten Deckel (Klappe) hat, (auch Bücher und Hefte) schließen
zu­knal­len:
etwas mit lautem Geräusch (Knall) schließen
etwas schließt sich mit lautem Geräusch (Knall)
zu­lan­gen:
herüberreichen, jemandem etwas geben
in genügend großem Umfang vorhanden sein
zu­schmei­ßen:
(geräuschvoll) mit Schwung schließen/zumachen
zuwerfen
zu­ste­chen:
einen Stich (zum Beispiel mit einer Stichwaffe oder als Tier mit einem Stachel) ausführen
zu­tra­gen:
(jemandem etwas zutragen): eine Sache oder auch Nachricht zu jemandem bringen
(jemandem etwas zutragen): heimlich mitteilen
zu­wer­fen:
ein Loch mit Material füllen, das durch die Luft hineingeworfen wird
einer anderen Person etwas (einen Gegenstand oder auch einen Blick) durch die Luft zukommen lassen (werfen)

Gegenteil von zu­sto­ßen (Antonyme)

ab­weh­ren:
Ablehnung, Widerspruch äußern
eine Bedrohung, einen Schlag oder Ähnliches verhindern
auf­drü­cken:
(ein Siegel, einen Stempel, eine Prägung) auf etwas anbringen
aus einer gewissen Machtposition heraus jemanden dazu zwingen, etwas Unerwünschtes zu ertragen, anzunehmen
weg­ge­hen:
ausgehen, ein Lokal oder eine Diskothek aufsuchen
sich entfernen; einen Ort verlassen

Beispielsätze

  • Wieder stieß sie mit dem Degen zu, aber noch immer parierte ihr Gegner nicht.

  • Ungeschickt versuchte sie, die Wagentür mit der Hüfte zuzustoßen.

  • Wir wollen doch nicht, dass Ihnen ein Unglück zustößt, oder?

  • Du bist nicht schuld an dem, was Tom zugestoßen ist.

  • Ich hoffe, dass ihm nichts zugestoßen ist.

  • Was ist, wenn ihm etwas zugestoßen ist?

  • Wir müssen herausfinden, was Tom zugestoßen ist.

  • Glück im Leben besteht aus den vielen Dingen, die einem nicht zugestoßen sind.

  • Ihm muss etwas zugestoßen sein.

  • Es muss ihr etwas zugestoßen sein.

  • Willst du nicht wissen, was Tom zugestoßen ist?

  • Ich weiß wirklich nicht, was Tom zugestoßen ist.

  • Tom weiß bereits, was Maria zugestoßen ist.

  • Tom fragte mich, was Maria zugestoßen sei.

  • Ich hoffe, dass ihr nichts zugestoßen ist.

  • Wir müssen ermitteln, was Tom zugestoßen ist.

  • Ich will sehen, ob ich in Erfahrung bringen kann, was jenen Männern zugestoßen ist.

  • Möchtest du darüber reden, was dir zugestoßen ist?

  • Was ist, wenn ihr etwas zugestoßen ist?

  • Was ihnen zugestoßen ist, ist immer noch ein Rätsel.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Polizei und Angehörige befürchten, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte.

  • Das schweigsame Leiden ist auch im Roman die Antwort der fiktionalisierten Familie auf das, was ihr zugestoßen ist.

  • Erst an sechster Stelle folgt – sozusagen als Reservespieler, falls seinem Bruder etwas zustoßen sollte.

  • Das schwarze Licht sagte ihm: Der Priester weiß, was deinem Bruder zugestoßen ist!

  • Doch was ist dem 46-Jährigen dann in der Rennbahnstraße zugestoßen?

  • Kriminalität und Gewalt sind scheinbar Vorkommnisse, wie sie jedem von uns zu jeder Zeit und nahezu an jedem Ort zustoßen können.

  • Was der Frau zugestoßen ist, steht noch nicht fest.

  • Ihr Onkel Seif Singa, 49, hörte, was seiner Nichte zugestoßen war, und seitdem kämpft er gegen die Mühlen der tansanischen Bürokratie.

  • Hoffentlich ist dem Don nichts zugestoßen.

  • Sie konnte laut Polizei keine Angaben machen, was ihr oder ihrem Sohn zugestoßen ist.

  • Anhaltspunkte darüber, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte, liegen derzeit nicht vor.

  • Aber der Gedanke, dass dem Lloyd im Verkehrstrubel etwas zustoßen könnte, ist ihm ein Graus.

  • Der Mann erinnert sich, welche Sorge er hatte, seiner Anneliese könne etwas zustoßen.

  • Etwas Besseres kann der gefährdeten dritten Sparte neben Oper und Schauspiel nicht zustoßen.

  • Aus seinem Umfeld hat laut Wiemer keiner damit gerechnet, dass ausgerechnet ihm so etwas zustoßen könnte.

  • Wer Ina Kutscher zuschaut, der merkt, dass auch ihr etwas zugestoßen ist.

  • Und wenn man die Tür einmal gefunden hat, wird man sie auch nicht mehr zustoßen, denn Bücher können einen unheimlich bereichern.

  • Nicht auszumalen, was Klaus zugestoßen wäre, hätte der Hund uns nicht fortgebellt.

  • Wenn man eine Versicherung abschließt, geht man nicht davon aus, dass einem etwas zustoßen könnte.

  • Gott sei Dank ist mir das absolut nicht zugestoßen.

  • Lustvoll will Shylock zustoßen - da trifft ihn des Anwalts Einspruch: das Pfund Fleisch ist erlaubt laut Vertrag, doch kein Tropfen Blut.

  • Selten gewährt eine Großaufnahme des Gesichts die Muße nachzuspüren, was diesem Mädchen zugestoßen ist.

  • Sie sollten aus dem Ort verschwinden, droht der Unbekannte auf Karopapier mit ungelenker Handschrift, sonst werde ihnen Schlimmes zustoßen.

  • Es spielen eine Menge Figuren mit, denen verschiedene Dinge zustoßen, die nicht unbedingt viel miteinander zu tun haben.

  • Wenn Sarkuhi etwas zustoßen sollte, wäre Kohl der Weltöffentlichkeit Rechenschaft schuldig, heißt es.

  • Egal, was sie nun einmal waren und was ihnen zugestoßen sein mag, jetzt hängen sie einfach runzelig vor sich hin.

  • In der Diskussion ist eine Art zweites Europäisches Währungssystem für diejenigen Länder, die erst später zur Währungsunion zustoßen wollen.

Häufige Wortkombinationen

  • mit dem Fuß, dem Ellenbogen, der Schulter zustoßen
  • mit dem Messer zustoßen
  • nicht wollen/möchten, dass jemandem etwas zustößt

Übersetzungen

Wortaufbau

Das dreisilbige Isogramm zu­sto­ßen be­steht aus acht Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × E, 1 × N, 1 × O, 1 × S, 1 × ẞ, 1 × T, 1 × U & 1 × Z

  • Vokale: 1 × E, 1 × O, 1 × U
  • Konsonanten: 1 × N, 1 × S, 1 × ẞ, 1 × T, 1 × Z

Eine Worttrennung ist nach dem U und O mög­lich.

Das Alphagramm von zu­sto­ßen lautet: ENOSẞTUZ

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Verb fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Zwickau
  2. Unna
  3. Salz­wedel
  4. Tü­bin­gen
  5. Offen­bach
  6. Es­zett
  7. Essen
  8. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Zacharias
  2. Ulrich
  3. Samuel
  4. Theo­dor
  5. Otto
  6. Es­zett
  7. Emil
  8. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Zulu
  2. Uni­form
  3. Sierra
  4. Tango
  5. Oscar
  6. Sierra
  7. Sierra
  8. Echo
  9. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  2. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄ ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄
  5. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  6. ▄ ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 12 Punkte für das Wort.

zustossen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort zu­sto­ßen kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

heim­su­chen:
als Unglück eintreffen, jemandem zustoßen
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: zustoßen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: zustoßen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10634805, 10091061, 10080694, 10074231, 10063980, 9588374, 9588370, 8965691, 8834254, 8817236, 7011191, 6379387, 5509568, 5464275, 5136382, 4887078 & 4506431. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
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  25. Berliner Zeitung 1997
  26. TAZ 1996
  27. Süddeutsche Zeitung 1995