scheußlich

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈʃɔɪ̯slɪç]

Silbentrennung

scheußlich

Definition bzw. Bedeutung

Begriffsursprung

Von mittelhochdeutsch schiuzlîch zu scheuen, um 1500 unter Einfluss von Scheusal umgebildet

Alternative Schreibweise

  • scheusslich

Steigerung (Komparation)

  1. scheußlich (Positiv)
  2. scheußlicher (Komparativ)
  3. am scheußlichsten (Superlativ)

Anderes Wort für scheuß­lich (Synonyme)

abscheulich:
(moralisch) verwerflich
Ekel, Abscheu, Widerwillen, Ablehnung erregend
affrös (obsolet):
gar nicht schön, hässlich
entsetzlich:
Entsetzen/nicht beherrschbaren Schrecken erregend
in negativer Weise sehr stark/groß
fürchterlich:
erschreckend, grauenhaft
umgangssprachlich: äußerst
furchtbar:
in starken Ausmaße negativ oder Entsetzen, Furcht hervorrufend
grässlich:
Ekel oder sehr negative Gefühle hervorrufend
grottenhässlich:
nicht ästhetisch
hässlich wie die Nacht (ugs.)
potthässlich (ugs.):
außerordentlich hässlich
sauhässlich (derb)
schauderhaft:
großes Missfallen hervorrufend: sehr hässlich oder sehr unangenehm
sehr negative Gefühle auslösend: Ekel, Angst oder sehr große Besorgnis
schaurig schön (ugs., ironisch)
schrecklich:
(Angst und) Schrecken, Entsetzen auslösend
sehr hässlich (Hauptform)
stockhässlich
widerlich:
das ästhetische Empfinden verletzend
kaum auszuhalten
(jemandem) zuwider:
Ablehnung und unangenehme Gefühle hervorrufend

Sinnverwandte Wörter

ekel­haft:
Ekel hervorrufend

Beispielsätze

  • Das ist eine wirklich scheußliche Entwicklung.

  • Warum schmeckt Espresso oft so scheußlich?

  • Milliardäre haben einen unglaublich scheußlichen Kopf.

  • Tom hat ein scheußliches Verbrechen begangen.

  • Gott sei Dank hat Tom eine Mundmaske aufgesetzt, dabei hat er sein scheußliches Gesicht verborgen.

  • Es mieft scheußlich in diesem Zug.

  • Es mufft scheußlich in diesem Zug.

  • Der erste Käsekuchen, den ich gebacken habe, schmeckte scheußlich.

  • Eine Sprache kann beim einen schön und beim anderen scheußlich klingen.

  • Es müffelt scheußlich in diesem Zug.

  • Tom riecht scheußlich.

  • Bei Mondlicht verwandelte sich Tom auf seltsame Weise in einen scheußlichen schwarzen Riesenkäfer.

  • Kekse mit Senf schmecken scheußlich.

  • Das schmeckt scheußlich.

  • Was für eine scheußliche Farbe!

  • Das ist eine scheußliche Absteige.

  • Große Schlangen wanden sich und zeigten ihre scheußliche Bauchseite.

  • Diese scheußliche saure Zeug schmeckt für meinen Geschmack abscheulich.

  • Mich hat ein scheußliches Insekt ins Ohr gestochen.

  • Ich mache keinen Hehl daraus, daß ich die neue Rechtschreibung scheußlich finde.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Es muss Hochmair schwer gefallen sein, das nicht zu tun, bei den scheußlichsten Monstrositäten moderat zu bleiben.

  • Es war eine sehr scheußliche Erfahrung, muss ich sagen.

  • Das klingt zwar scheußlich, ist aber ungefährlich.

  • Eine Polemik gegen ein wirklich scheußliches Accessoire der Neuzeit.

  • Darin protokolliert er seinen Entzug, scheußliche Sache.

  • Und der war so scheußlich, dass selbst Gevatter Tod ihn nur widerwillig mit sich nahm.

  • Ein Beitrag zum immer wieder gern totgerittenen Thema: "Utopien - und wie sie scheußlich scheiterten"?

  • Abreißen das scheußliche Ding und einen sozialkompetenten Architekten Wohnungen bauen lassen.

  • Schaut euch all diese scheußlichen entwickelten Gestalten an, mit denen nichts mehr los ist.

  • Und als sich der Neptuntrank als gar nicht so scheußlich herausstellte, bildete sich schnell eine lange Schlange.

  • Die englische Küche ist scheußlich, Ostfriesen sind dumm und Beamte faul.

  • Der Schurke Blitzen nutzt die Gunst der Stunde, um den verwirrten Robbie zu einem scheußlichen Geschäft zu überreden.

  • Frankfurt ist eine scheußliche Stadt.

  • Weg mit den scheußlichen Hair-Extensions - das hatten US-Klatschkolumnisten schon lange von Sängerin Britney Spears gefordert.

  • Als der Abend kam, wurde auf dem Dorfplatz statt der scheußlichen Hakenkreuze - die französische Fahne gehisst.

  • Die 26-Jährige spült das Geschirr der Frühaufsteher ab, während sie mit dem verbliebenen Gast über das scheußliche Herbstwetter schimpft.

  • Einen weiteren scheußlichen Abend dahaam?

  • Moskau - Einer der scheußlichsten Berühmtheiten im Zentrum Moskaus geht es an den Kragen.

  • Verräter des Lichts: Das sind sie alle, die abstrakten Künstler des 20. Jahrhunderts, mit ihren "kleinen, scheußlichen Quadraten".

  • Zwar nahm kaum noch jemand Anstoß am "scheußlichen" Klang Neuer Musik.

  • Doch egal ob skurril oder scheußlich: "Noch nie sind sie im Zusammenhang erforscht worden", so Harborth.

  • Eine scheußliche Limousine mit stinkenden zerschlissenen Veloursbezügen.

  • Fest steht: Das Wetter ist scheußlich.

  • Stauden (dazu gehören Disteln, die Red.) sind Blumen, die aus scheußlichem Gestrüpp entstehen.

  • Und dann kauft jemand dieses wunderbare Bild und hängt es über ein scheußlich grünes Sofa.

  • Die Motive für das "besonders scheußliche Verbrechen", so die Staatsanwaltschaft damals, liegen bis jetzt völlig im dunkeln.

  • Nichts ist scheußlicher, als wenn es menschelt.

  • "Es ist nicht lustig, wenn man überall auf Deutsche stößt", sagt sie, "scheußlich ist das."

Übersetzungen

Was reimt sich auf scheuß­lich?

Wortaufbau

Das zweisilbige Adjektiv scheuß­lich be­steht aus zehn Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × C, 2 × H, 1 × E, 1 × I, 1 × L, 1 × S, 1 × ẞ & 1 × U

  • Vokale: 1 × E, 1 × I, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × C, 2 × H, 1 × L, 1 × S, 1 × 

Eine Worttrennung ist nach dem mög­lich.

Das Alphagramm von scheuß­lich lautet: CCEHHILSẞU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Salz­wedel
  2. Chem­nitz
  3. Ham­burg
  4. Essen
  5. Unna
  6. Es­zett
  7. Leip­zig
  8. Ingel­heim
  9. Chem­nitz
  10. Ham­burg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Samuel
  2. Cäsar
  3. Hein­reich
  4. Emil
  5. Ulrich
  6. Es­zett
  7. Lud­wig
  8. Ida
  9. Cäsar
  10. Hein­reich

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Sierra
  2. Char­lie
  3. Hotel
  4. Echo
  5. Uni­form
  6. Sierra
  7. Sierra
  8. Lima
  9. India
  10. Char­lie
  11. Hotel

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄ ▄ ▄
  4. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  5. ▄ ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  6. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  7. ▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  9. ▄ ▄ ▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 20 Punkte für das Wort.

scheusslich

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort scheuß­lich kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

ver­hee­rend:
übertragen: scheußlich, besonders schlecht
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: scheußlich. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: scheußlich. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 11455121, 11142356, 9341152, 8684055, 8684053, 8215706, 7407595, 6972003, 6619027, 5151623, 4332376, 4180406, 3683420, 2847762, 2798896, 2798892, 2798693 & 1913241. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch
  2. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-04073-4
  3. welt.de, 20.01.2022
  4. azonline.de, 28.08.2020
  5. bz-berlin.de, 06.11.2018
  6. welt.de, 12.05.2017
  7. freitag.de, 27.04.2016
  8. deutschlandradiokultur.de, 16.08.2015
  9. tlz.de, 10.11.2014
  10. feeds.stuttgarter-zeitung.de, 11.01.2013
  11. zeit.de, 07.05.2012
  12. thueringer-allgemeine.de, 12.07.2011
  13. jenatv.de, 17.05.2010
  14. ka-news.de, 26.06.2009
  15. freiepresse.de, 27.10.2007
  16. sat1.de, 06.01.2006
  17. Die Zeit (24/2004)
  18. sueddeutsche.de, 18.10.2003
  19. sueddeutsche.de, 05.04.2003
  20. sz, 09.03.2002
  21. sueddeutsche.de, 12.06.2002
  22. bz, 31.08.2001
  23. Die Welt 2001
  24. Berliner Zeitung 2000
  25. Tagesspiegel 2000
  26. Berliner Zeitung 1999
  27. Tagesspiegel 1998
  28. TAZ 1997
  29. Süddeutsche Zeitung 1996
  30. Stuttgarter Zeitung 1995