pöbeln

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈpøːbl̩n]

Silbentrennung

beln

Definition bzw. Bedeutung

Sich frech und provozierend äußern; lauthals beschimpfen, beleidigen.

Konjugation

  • Präsens: pöble/​pöbele, du pöbelst, er/sie/es pöbelt
  • Präteritum: ich pö­bel­te
  • Konjunktiv II: ich pö­bel­te
  • Imperativ: pöble/​pöbele! (Einzahl), pöbelt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­pö­belt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für pö­beln (Synonyme)

(seinem) Ärger (über / auf etwas) Luft machen
(seinen) Frust loswerden (wollen) (ugs.)
(seinen) Frust rauslassen (ugs.)
abkotzen (derb, fig.)
beckmessern:
abwertend: kleinlich tadeln, kleinlich kritisieren
(etwas) bekritteln:
etwas oder jemanden grundlos, kleinlich, kleinkrämerisch kritisieren
(etwas) bemäkeln:
einen (nicht sehr schwerwiegenden) Fehler (Makel) herausstellen
(sich) beschweren:
etwas schwerer machen
sich bei jemandem über jemanden oder etwas beklagen
Frust ablassen (ugs.)
granteln (ugs., bayr., österr.):
intransitiv, süddeutsch und österreichisch umgangssprachlich: fortwährend schlecht gelaunt, verdrießlich (grantig) sein und sich entsprechend negativ äußern
herumkritisieren (an)
immer (et)was auszusetzen haben
immer (et)was zu meckern haben
mäkeln:
abwertend: etwas an jemandem oder einer Sache/einem Sachverhalt auszusetzen haben
maulen (ugs.):
seinen Unmut über etwas äußern
meckern (ugs.):
den typischen Laut einer Ziege (das Meckern) von sich geben
sich (oft) gehässig, aber nicht aggressiv beschweren; etwas bekritteln
mosern (ugs.):
sich beschweren, meckern
motzen (ugs.):
meckern; Unzufriedenheit ausdrücken
murren:
protestierende Laute (auch Wörter) ausstoßen
sich bedrohlich hören lassen
nölen (ugs.):
norddeutsch, salopp: etwas sehr langsam tun
nörgeln, sich beschweren (von Selbstmitleid geprägt)
nörgeln (ugs., Hauptform):
penetrant/störend, aber nicht aggressiv seinen Unmut äußern
quengeln (ugs.):
ein Gelenk, als Form der Behandlung, in eine bestimmte Lage zwingen
in jammerndem Ton wiederholt etwas fordern
räsonieren:
etwas mit vielen Worten aussprechen
über etwas räsonieren: über etwas schimpfen, sich (lautstark) über etwas beschweren
raunzen (ugs., österr.):
schimpfen
umgangssprachlich, süddeutsch, österreichisch: weinerlich klagen, nörgeln
reklamieren (schweiz.):
bildungssprachlich: etwas oder jemanden beanspruchen
sich über eine mangelhafte Kaufsache oder Dienstleistung beschweren (und Ersatz oder den Kaufpreis verlangen)
sich auskotzen (über) (derb)
sich beklagen (über)
sich unzufrieden äußern (fachspr., mediensprachlich, verhüllend)
sich unzufrieden zeigen (mediensprachlich)

Sinnverwandte Wörter

be­lei­di­gen:
auf etwas (insbesondere Sinnesorgane) dadurch einwirken, dass sie als negativ zu klassifizierenden Eindrücken ausgesetzt werden
den Tatbestand der Beleidigung verwirklichen
be­schimp­fen:
jemanden durch Schimpfworte oder Schmähungen beleidigen

Beispielsätze

  • Der Profi von Manchester City pöbelte, als ein Medienvertreter ihn zum Verschwinden aufforderte.

  • Mich nerven besoffene Leute, die vor meinem Fenster grölen und pöbeln.

  • Maria pöbelte einen Mann an, da sie meinte, dieser habe seinen Einkaufswagen deutlich zu voll geladen.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Aber es gibt eben auch Fahrgäste, die pöbeln, oder solche, die meinen, eine Frau könne keinen Bus lenken.

  • Aber es ist weder normal noch eine akzeptable Meinung zu pöbeln: "Schwarze sind das Übel."

  • Auch eine Art, sich nach oben pöbeln zu wollen.

  • Aggressive Gruppen pöbeln in Essen gezielt gegen Feiernde Die Polizei lobt die friedlich feiernden Fans in Essen.

  • Das Fahrerfeld umfasst hier je nach Serie bis zu 20 Piloten, die sich aber oft etwas zu rabiat durch die Blechkolonne pöbeln.

  • Da wird schon mal gepöbelt und beleidigt.

  • Bitte eine andere Tonart, du Arschloch hatte dieser gepöbelt.

  • Als die Vier aussteigen, pöbeln Toni und Carlos weiter.

  • Oder wenn sie gar direkter pöbeln?

  • Der ungebetene Gast - kein anderer als Rocky -- habe zu pöbeln begonnen.

  • Verpisst euch", soll Geenen laut Bild in einer Mannschaftsbesprechung gepöbelt haben.

  • Am Nachmittag bereits pöbeln sie Passanten in der Innenstadt an.

  • Die Skins pöbeln die Beamten an, "was wollt ihr blöden Bullen hier?"

  • Die jungen Leute prügeln sich, rotzen auf den Boden und pöbeln lautstark die Käufer an.

  • Israelische Soldaten pöbeln und saufen und prügeln sich mit arabischen Zuhältern und umgekehrt.

  • Je nach Farbe, zum Volke oder zum Adel gehörend, vom Narren angehalten, zu pöbeln oder zu tuscheln.

Wortbildungen

Übersetzungen

Was reimt sich auf pö­beln?

Wortaufbau

Das zweisilbige Isogramm pö­beln be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × B, 1 × E, 1 × L, 1 × N, 1 × Ö & 1 × P

  • Vokale: 1 × E, 1 × Ö
  • Konsonanten: 1 × B, 1 × L, 1 × N, 1 × P
  • Umlaute: 1 × Ö

Eine Worttrennung ist nach dem Ö mög­lich.

Das Alphagramm von pö­beln lautet: BELNÖP

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Verb fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Pots­dam
  2. Umlaut-Offen­bach
  3. Ber­lin
  4. Essen
  5. Leip­zig
  6. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Paula
  2. Öko­nom
  3. Berta
  4. Emil
  5. Lud­wig
  6. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Papa
  2. Oscar
  3. Echo
  4. Bravo
  5. Echo
  6. Lima
  7. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 19 Punkte für das Wort.

pöbeln

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort pö­beln kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Halb­star­ke:
Jugendliche, die in der Öffentlichkeit aggressiv auftritt und pöbelt
Halb­star­ker:
Jugendlicher, der in der Öffentlichkeit aggressiv auftritt und pöbelt
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: pöbeln. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: pöbeln. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 8868235 & 8630209. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. augsburger-allgemeine.de, 03.12.2022
  2. n-tv.de, 06.06.2020
  3. meedia.de, 07.08.2018
  4. feedsportal.com, 10.07.2014
  5. 4players.de, 07.05.2008
  6. dw-world.de, 31.08.2007
  7. sueddeutsche.de, 12.12.2006
  8. fr-aktuell.de, 05.07.2005
  9. Neues Deutschland, 19.03.2004
  10. welt.de, 18.10.2002
  11. fr, 26.10.2001
  12. sz, 24.10.2001
  13. Tagesspiegel 1999
  14. Berliner Zeitung 1998
  15. Berliner Zeitung 1997
  16. Berliner Zeitung 1995