werkeln

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈvɛʁkl̩n ]

Silbentrennung

werkeln

Definition bzw. Bedeutung

  • (wiederholt) an etwas arbeiten

  • hobbymäßig/laienhaft/versuchsweise an etwas arbeiten

Begriffsursprung

Möglicherweise in Anlehnung an das früher bezeugte Werkeltag „Werktag“

Konjugation

  • Präsens: werkle/​werkel, du werkelst, er/sie/es werkelt
  • Präteritum: ich wer­kel­te
  • Konjunktiv II: ich wer­kel­te
  • Imperativ: werkle/​werkel! (Einzahl), werkelt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­wer­kelt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für wer­keln (Synonyme)

(sich) versuchen an (geh.)
(sich) zu schaffen machen (an)
hantieren:
geschäftig (mit den Händen) mit einer Sache umgehen
mit einer Angelegenheit umgehen
herumbasteln (ugs.):
(in unfachmännischer Art) fortgesetzt kleinere Arbeiten, Veränderungen an etwas vornehmen
herumbosseln (ugs.):
fortgesetzt kleinere Arbeiten, Optimierungen, Veränderungen an etwas durchführen, vornehmen
herumfrickeln (ugs.)
herumfriemeln (ugs.)
herumfuhrwerken (ugs.):
sich mit zweifelhaftem Ergebnis bewegen, mit zweifelhaftem Ergebnis sich betätigen, gestikulieren, fuchteln
unter größerem Aufwand verändern, bewegen; meist mit dem Unterton: ohne viel Sachkenntnis und Fingerspitzengefühl
herumfummeln (ugs.):
mit sexueller Absicht mit den Fingern berühren
sich wenig fachmännisch an etwas zu schaffen machen, oft mit der Absicht, es zu verstehen oder zu reparieren
herumhantieren (ugs.)
herumhühnern (ugs.)
herumlaborieren (an / mit)
herummachen:
(etwas) um etwas oder jemanden legen, wickeln
mit jemandem sexuelle Berührungen austauschen
herumnesteln
herumpfuschen (ugs., abwertend)
herumtüfteln
herumwerkeln:
sich damit beschäftigen, an etwas zu arbeiten
laborieren (an) (ugs.):
gesundheitliche Probleme wenig erfolgreich bekämpfen
sich mit einer Sache abmühen
(sich) mühen (geh.):
Kraft und Energie aufwenden, sich Mühe geben
sich um etwas oder jemanden kümmern
vergeblich versuchen (zu)
(schwer) am Wirken sein (ugs., regional)
(sich) (mächtig) ins Geschirr legen
(sich) (mächtig) ins Zeug legen
(sich) in die Sielen legen (veraltet)
ackern (ugs.):
das Feld bestellen
sich mit etwas sehr abmühen
ackern wie 'ne Hafendirne (ugs.)
ackern wie ein Hafenkuli (ugs.)
arbeiten wie ein Pferd
bis zur Erschöpfung arbeiten
hackeln (ugs., österr.):
(schwere körperliche) Arbeit verrichten
hart arbeiten (Hauptform)
keulen (ugs., regional, ruhrdt.):
regional, besonders ruhrdeutsch, intransitiv: hart arbeiten
transitiv: vorsorglich massenhaft Nutztiere schlachten, um die Verbreitung von Tierseuchen zu verhindern
malochen (ugs.):
intransitiv; besonders mittelwestdeutsch, salopp: körperlich hart, schwer arbeiten
nicht kleckern, sondern klotzen (ugs.)
plockern (ugs., regional)
rabotten (regional, teilw. veraltet) (ugs.)
rackern:
sich sehr mit etwas abmühen
ranklotzen (ugs.):
das (sexuelle) Interesse des Gegenübers zu wecken suchen; jemanden anmachen
mit viel Einsatz arbeiten
reinhauen (ugs.):
ein Tor erzielen
eine große Portion schnell essen
reinklotzen (ugs.)
roboten (ugs.):
Frondienste leisten
für die Gemeinde unbezahlte Arbeit leisten
rödeln (ugs.):
eifrig, angestrengt arbeiten
etwas mit Draht befestigen, zusammenschnüren Reitel, Packstock, Balken? vgl. Referenzen
schaffe, schaffe, Häusle baue (ugs., Spruch, schwäbisch)
schuften (ugs.):
hart/schwer arbeiten
schwer arbeiten
schwer zugange sein (ugs., ruhrdt.)
sich krummlegen (ugs., fig.)
viel arbeiten
werken:
mit den Händen arbeiten, handwerklich tätig sein, praktische Arbeit verrichten
wullachen (ugs., ruhrdt.)
wullacken (ugs., ruhrdt.):
regional: hart arbeiten
basteln (ugs.):
an etwas arbeiten, etwas umgestalten, um es zu verbessern
etwas als Hobby durch kleinere Handwerksarbeiten herstellen
bosseln (ugs.):
kleinere Arbeiten präzise erledigen; lange an etwas in Kleinigkeiten arbeiten
fieseln (ugs.):
winzige Teile mit den Zähnen, mit den Fingern oder einem filigranen Werkzeug in mühsamer Kleinarbeit aussortieren, ablösen, entfernen
fingern:
sich mit den Fingern an etwas zu schaffen machen
friemeln (ugs.):
sich konzentriert mit kleinen Bewegungen, mit Fingerspitzengefühl, an etwas zu schaffen machen
fummeln:
mit kurzen Bewegungen der Finger berühren, sich an etwas zu schaffen machen
nach etwas tastend, suchend herumkramen
knispeln
nesteln (fachspr., medizinisch):
(ungeduldig) an etwas fingern
etwas mit den Fingern zu verbinden, zu öffnen oder zu lösen versuchen
pfriemeln (ugs.):
mit den Fingerspitzen an etwas arbeiten
wurschteln (ugs.):
sich wenig zielgerichtet, umständlich und langsam mit einer Sache beschäftigen

Sinnverwandte Wörter

ar­bei­ten:
gedanklich beschäftigen, ein innerer mit Gefühlen verbundender Prozess
geistig oder körperlich tätig sein, zielstrebig handeln, um so ein Ergebnis zu erzielen
aus­pro­bie­ren:
etwas Unbekanntes zum ersten Mal benutzen/anwenden, um herauszufinden, ob es für den gedachten Zweck geeignet/brauchbar ist
be­tä­ti­gen:
etwas benutzen, um etwas in Gang zu setzen
sich beschäftigen, eine Tätigkeit ausüben
klemp­nern:
als Heimwerker/Laie einrichten und reparieren, was professionell ein Klempner/Installateur macht
wurs­teln:
wenig innovativ, eher unprofessionell und ohne Plan vor sich hin arbeiten oder eine Aufgabe in Angriff nehmen

Beispielsätze

  • Vater werkelt in seinem Hobbyraum.

  • Mein Vater liebt es, in der Garage zu werkeln.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Ab Montag ist gesperrt, dann rollen die Bagger an und werkeln an der maroden Landstraße.

  • Angeblich sollen acht Dutzend also 96 Architekten gemeinsam gewerkelt haben.

  • Daheim werkeln Klimaanlagen und Heizungen, die die Luft oft zu trocken werden lassen.

  • Auch am späten Samstagnachmittag werde dort gewerkelt.

  • Bleibt zu hoffen, dass dies wie geplant funktioniert - denn an der Technologie wird schon ziemlich lange gewerkelt.

  • Alle staatlich beherrschten Energieunternehmen werkeln derzeit in einer unguten Grauzone zwischen Monopol und Markt.

  • Allerdings werkeln in den Konkurrenten des A10 Fusion jeweils acht Kerne, während im iPhone-7-Chip nur vier rechnen.

  • Auch in der Schweiz werkeln etliche Firmen an neuen Anwendungen.

  • Alles nur Gerüchte und wer weiß wie weit M$ schon gewerkelt hat.

  • Derzeit wird noch fleißig gewerkelt.

  • An allen Ecken wurde gebastelt und gewerkelt, es entstand eine Beautyabteilung mit Gurkenmaske und Massage.

  • Überall wird gewerkelt und gehämmert.

  • Kiel Mit schweren Geräten wurde noch gestern Abend in und an der Ostseehalle gewerkelt.

  • Andere werkeln an einer "Koalition der Unwilligen" und trommeln für den Truppenabzug.

  • Rund 300 Mitarbeiter werkeln an diesem Mammutprojekt.

  • Die Straßenverkehrsbehörde bittet schon jetzt um Verständnis, wenn an so mancher Baustelle noch über die Ferienzeit hinaus gewerkelt wird.

  • Beide werkeln fleißig und unauffällig, was die Fraktion freut, sie in der Öffentlichkeit aber eher profillos erscheinen lässt.

  • Vor dem Herd werkeln schon zwei Frauen mit Figuren wie gigantische Eieruhren: Pepes Frau und seine Schwester.

  • Wenn nach heutigem Muster weiter gewerkelt werde, sei die Patientenversorgung in 20 Jahren nicht mehr garantiert.

  • Allianz-Versicherung und Dresdner Bank werkeln an einer engen Zusammenarbeit in der Vermögensverwaltung.

  • Die VW-Wolfsburger, so scheint es, räumen lieber den Keller auf, werkeln im Garten, sehen noch mehr fern.

Wortbildungen

Übersetzungen

Was reimt sich auf wer­keln?

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb wer­keln be­steht aus sieben Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × E, 1 × K, 1 × L, 1 × N, 1 × R & 1 × W

  • Vokale: 2 × E
  • Konsonanten: 1 × K, 1 × L, 1 × N, 1 × R, 1 × W

Eine Worttrennung ist nach dem R mög­lich.

Das Alphagramm von wer­keln lautet: EEKLNRW

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Wupper­tal
  2. Essen
  3. Ros­tock
  4. Köln
  5. Essen
  6. Leip­zig
  7. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Wil­helm
  2. Emil
  3. Richard
  4. Kauf­mann
  5. Emil
  6. Lud­wig
  7. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Whis­key
  2. Echo
  3. Romeo
  4. Kilo
  5. Echo
  6. Lima
  7. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 13 Punkte für das Wort.

werkeln

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort wer­keln kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: werkeln. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2024, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: werkeln. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 414270. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch
  2. Duden Online
  3. schwarzwaelder-bote.de, 16.08.2023
  4. bild.de, 12.02.2022
  5. welt.de, 12.02.2021
  6. derwesten.de, 29.06.2020
  7. winfuture.de, 22.03.2018
  8. nzz.ch, 22.11.2017
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  12. oberpfalznetz.de, 18.05.2010
  13. szon.de, 13.08.2009
  14. ngz-online.de, 28.01.2008
  15. kn-online.de, 11.12.2007
  16. spiegel.de, 08.12.2006
  17. welt.de, 04.08.2005
  18. fr-aktuell.de, 19.07.2004
  19. sueddeutsche.de, 14.02.2003
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  22. Berliner Zeitung 1998
  23. Berliner Zeitung 1997