rotzfrech

Adjektiv (Wiewort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈʁɔt͡sfʁɛç]

Silbentrennung

rotzfrech

Definition bzw. Bedeutung

besonders frech; unerzogen

Anderes Wort für rotz­frech (Synonyme)

dreist:
ohne Respekt, ohne Zurückhaltung
dummdreist (ugs.):
dreist, aber gleichzeitig dumm
impertinent:
aufdringlich, dummdreist, unverschämt, vorlaut
kackendreist (derb):
besonders respektlos
kackfrech (derb)
nassforsch (ugs.):
meist pejorativ: absichtlich besonders energisch, schneidig
penetrant:
abwertend: (übermäßig) durchdringend; sehr kräftig und unangenehm
ohne Unterlass störend; aufdringlich, lästig
unverschämt:
im Verhalten und in den Äußerungen provozierend und/oder auch aggressiv
sich sittlich und moralisch nicht gesellschaftskonform verhaltend
vorlaut:
meist bezogen auf Kinder: sich in der Art ungefragt äußernd, dass es als störend empfunden wird
zu früh Laut gebend
wüst:
Abscheu, Widerwillen hervorrufend; in einem sehr schlechten, stark mitgenommenen Zustand; eine Kränkung darstellend oder zufügend
durch seine Art, sein Ausmaß oder dergleichen sehr schlimm
bübisch
flegelhaft:
in der Art eines Flegels, wie ein Flegel; sich schlecht oder unhöflich benehmend
lausbubenhaft
lümmelhaft
rotzig (ugs.)
rotznäsig (ugs.)
schnöselig (ugs.)
unmanierlich
(einen) Ton am Leib (haben) (ugs., kommentierend)
anmaßend:
überheblich, arrogant, übertrieben selbstbewusst
dreibastig (ugs., regional)
flapsig:
nicht den gängigen Regeln der Höflichkeit entsprechend
frech (Hauptform):
ältere Literatursprache: respektlos mit dem Beigeschmack von Verruchtheit
die Normen und Höflichkeit missachtend, Respekt vermissen lassend
frech wie Dreck (ugs.)
kodderig (ugs.):
frech, kurz angebunden und anmaßend
unwohl, nahe am Erbrechen und mit zitternden Knien
koddrig (ugs.)
kotzbrockig (derb)
nickelig (ugs.)
pampig (ugs.):
für Erdboden oder ähnliche Materialien von zäh-schlammiger bis feuchter Beschaffenheit
für freche, unhöfliche, beleidigende Äußerungen und solches Auftreten
patzig (ugs.):
umgangssprachlich, pejorativ (abwertend)
umgangssprachlich, süddeutsch: von breiiger, klebriger, weicher Konsistenz
präpotent (österr.):
überheblich, geschwollen
respektlos:
ohne Respekt
schnodderig (ugs.):
umgangssprachlich norddeutsch, mitteldeutsch: für provozierend, großsprecherisch, unverschämt
unartig:
heute meist nur noch das Verhalten von Kindern beschreibend: nicht folgsam, nicht gehorchend
unbotmäßig (geh.):
aufrührerisch, rebellisch
ungebührend
ungebührlich:
nicht so, wie es gebührt, ungehörig
ungehobelt:
ein schlechtes, unbeholfenes Benehmen, Verhalten gegenüber anderen zeigend
mit unebener, unbearbeiteter Oberfläche
ungehörig
ungeschliffen
ungesittet
ungezogen:
den erwarteten Umgangsformen zuwiderlaufend
von Kindern: nicht gut erzogen, Fehlverhalten zeigend
unverfroren:
ohne den erforderlichen Respekt

Beispielsätze

Der rotzfreche Bengel hat mir glatt vor meinen Augen den Wagen verschmiert.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Northug polarisierte und provozierte mit seiner zuweilen rotzfrechen Art – mit Sprüchen und Aktionen.

  • Gegen die Stars aus München sei "eine der Lösungen, rotzfrech zu sein", ergänzte Wagner.

  • Doch aus dem Stand schnippelte er das Leder geschickt an diesem vorbei und traf ins lange Eck - ein rotzfrecher Treffer (55.).

  • Die neue Generation der Senioren ist alt, reich und rotzfrech und beherrscht längst die Innenstädte.

  • Ich glaube nicht das die Frau noch einmal im Fernsehen Fuß fassen kann, dazu ist sie viel zu rechthaberisch und dazu noch rotzfrech.

  • Aus dem Artikel geht hervor (Lügner, Arbeitsverweigerer, Gewalttäter, Illegaler, und noch rotzfrech mit seinen 20000 €.

  • Bei seinem Debüt schob er Zaluar Torres Rodrigues den Ball rotzfrech zum 1:1 durch die Beine.

  • Der Vorwurf, der Freistaat habe Naturschutzverbände nicht ausreichend gehört, sei "rotzfrech".

  • Der ist rotzfrech geworden.

  • Nicht so rotzfrech wie heute.

  • Den einen Tag rotzfrecher deutscher Rap, den nächsten Kammermusik mit Celli.

  • Pointen-Harald hat inzwischen Kultstatus, bekam sogar den Grimme-Preis, scheffelt mit seinen rotzfrechen Sprüchen Millionen.

  • Urkomisch kann sie sein, schrill oder rotzfrech, aber auch ganz still und nachdenklich.

  • Aber der wird von seinen Auftraggebern auf rotzfrech getrimmt.

  • Rock'n'Roll, 'ne Prise Rhythm & Blues, auch mal eine Ballade, die immer rotzfrech und natürlich 'rüberkommen wie auch Marius' Texte.

  • immer rotzfrech und einen kessen Spruch auf den Lippen.

  • "Der Jüngste war acht und schon rotzfrech", erinnert sich Kolipost.

  • Wenn sich da nicht die junge, rotzfreche Ashaela (Ameenah Kaplan) aus New York bei ihm unterhaken würde.

Wortaufbau

Das zweisilbige Adjektiv rotz­frech be­steht aus neun Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × R, 1 × C, 1 × E, 1 × F, 1 × H, 1 × O, 1 × T & 1 × Z

  • Vokale: 1 × E, 1 × O
  • Konsonanten: 2 × R, 1 × C, 1 × F, 1 × H, 1 × T, 1 × Z

Eine Worttrennung ist nach dem Z mög­lich.

Das Alphagramm von rotz­frech lautet: CEFHORRTZ

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Ros­tock
  2. Offen­bach
  3. Tü­bin­gen
  4. Zwickau
  5. Frank­furt
  6. Ros­tock
  7. Essen
  8. Chem­nitz
  9. Ham­burg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Richard
  2. Otto
  3. Theo­dor
  4. Zacharias
  5. Fried­rich
  6. Richard
  7. Emil
  8. Cäsar
  9. Hein­reich

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Romeo
  2. Oscar
  3. Tango
  4. Zulu
  5. Fox­trot
  6. Romeo
  7. Echo
  8. Char­lie
  9. Hotel

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  6. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄ ▄
  8. ▄ ▄ ▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 19 Punkte für das Wort.

rotzfrech

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Wie­wort rotz­frech kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: rotzfrech. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: rotzfrech. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. welt.de, 21.08.2020
  2. kicker.de, 23.08.2019
  3. kicker.de, 02.10.2018
  4. taz.de, 23.08.2017
  5. spiegel.de, 14.03.2016
  6. taz.de, 22.10.2013
  7. kurier.at, 17.10.2010
  8. rp-online.de, 31.05.2007
  9. abendblatt.de, 06.03.2005
  10. welt.de, 19.05.2002
  11. Berliner Zeitung 2000
  12. BILD 2000
  13. DIE WELT 2000
  14. Berliner Zeitung 1999
  15. Systhema Rockmusiklexikon 1999
  16. TAZ 1997
  17. Berliner Zeitung 1997
  18. Berliner Zeitung 1996