motzen

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈmɔt͡sn̩ ]

Silbentrennung

motzen

Definition bzw. Bedeutung

meckern; Unzufriedenheit ausdrücken

Konjugation

  • Präsens: motze, du motzt, er/sie/es motzt
  • Präteritum: ich motz­te
  • Konjunktiv II: ich motz­te
  • Imperativ: motze! (Einzahl), motzt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­motzt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für mot­zen (Synonyme)

(die) Welle machen (ugs.)
(ein) Geschrei erheben (geh.)
(eine) Szene machen (ugs.)
(einen) (mächtigen) Wirbel veranstalten (ugs.)
(einen) Riesenaufstand machen (ugs.)
(einen) Zwergenaufstand veranstalten (ugs.)
(he)rumpalavern (ugs.)
(mächtig) auf den Putz hauen (ugs.)
(seinem) Ärger (über / auf etwas) Luft machen
(seinen) Frust loswerden (wollen) (ugs.)
(seinen) Frust rauslassen (ugs.)
abkotzen (derb, fig.)
beckmessern:
abwertend: kleinlich tadeln, kleinlich kritisieren
(etwas) bekritteln:
etwas oder jemanden grundlos, kleinlich, kleinkrämerisch kritisieren
(etwas) bemäkeln:
einen (nicht sehr schwerwiegenden) Fehler (Makel) herausstellen
(sich) beschweren:
etwas schwerer machen
sich bei jemandem über jemanden oder etwas beklagen
ein großes Palaver veranstalten (ugs.)
fluchen:
drastisch über etwas/jemanden schimpfen, sich erregt negativ äußern
Flüche/Verwünschungen ausstoßen
fluchen wie ein Bierkutscher (ugs.)
fluchen wie ein Droschkenkutscher (ugs.)
fluchen wie ein Fischweib (ugs.)
Frust ablassen (ugs.)
geifern:
gehässige Worte ausstoßen
Speichel aus dem Mund fließen lassen
granteln (ugs., bayr., österr.):
intransitiv, süddeutsch und österreichisch umgangssprachlich: fortwährend schlecht gelaunt, verdrießlich (grantig) sein und sich entsprechend negativ äußern
herumkritisieren (an)
herumschreien:
mit lauter Stimme (auch aggressiv/anklagend) reden (schreien), wobei man sich nicht speziell an eine Person wendet
herumzetern (ugs.)
immer (et)was auszusetzen haben
immer (et)was zu meckern haben
keifen:
fortwährend (störend), oft gehässig schimpfen und nörgeln
keifen wie ein Fischweib (ugs.)
Krawall machen
lautstark protestieren
mäkeln:
abwertend: etwas an jemandem oder einer Sache/einem Sachverhalt auszusetzen haben
maulen (ugs.):
seinen Unmut über etwas äußern
meckern (ugs.):
den typischen Laut einer Ziege (das Meckern) von sich geben
sich (oft) gehässig, aber nicht aggressiv beschweren; etwas bekritteln
mosern (ugs.):
sich beschweren, meckern
murren:
protestierende Laute (auch Wörter) ausstoßen
sich bedrohlich hören lassen
nicht zu beruhigen sein
nölen (ugs.):
norddeutsch, salopp: etwas sehr langsam tun
nörgeln, sich beschweren (von Selbstmitleid geprägt)
nörgeln (ugs., Hauptform):
penetrant/störend, aber nicht aggressiv seinen Unmut äußern
pöbeln (ugs.):
sich frech und provozierend äußern; lauthals beschimpfen, beleidigen
poltern:
durch Rumpeln oder durch Stoßen gegen etwas zu lärmen (lauter als klappern, leiser als donnern)
grob schimpfen
quengeln (ugs.):
ein Gelenk, als Form der Behandlung, in eine bestimmte Lage zwingen
in jammerndem Ton wiederholt etwas fordern
räsonieren:
etwas mit vielen Worten aussprechen
über etwas räsonieren: über etwas schimpfen, sich (lautstark) über etwas beschweren
Randale machen
raunzen (ugs., österr.):
schimpfen
umgangssprachlich, süddeutsch, österreichisch: weinerlich klagen, nörgeln
reklamieren (schweiz.):
bildungssprachlich: etwas oder jemanden beanspruchen
sich über eine mangelhafte Kaufsache oder Dienstleistung beschweren (und Ersatz oder den Kaufpreis verlangen)
rumschreien (ugs.):
mit lauter Stimme (auch aggressiv/anklagend) reden (schreien), wobei man sich nicht speziell an eine Person wendet
schimpfen:
(einer anderen Person) seinen Ärger kundtun
jemanden, sich oder etwas auf eine bestimmte Weise benennen
schimpfen wie ein Fischweib (ugs.)
schimpfen wie ein Rohrspatz (ugs.)
schnauzen (ugs.):
etwas eher kurz angebunden und grob, barsch von sich geben
sich auskotzen (über) (derb)
sich beklagen (über)
sich unzufrieden äußern (fachspr., mediensprachlich, verhüllend)
sich unzufrieden zeigen (mediensprachlich)
Unmut äußern
wettern (ugs.):
auf etwas fluchen oder schimpfen
unbestimmte Wetterereignisse (oft Unwetter) geben
Zeter und Mordio schreien (fig.)
zetern:
abwertend: seine Unzufriedenheit äußern; nörgeln, beschimpfen
Zorn äußern

Gegenteil von mot­zen (Antonyme)

ap­plau­die­ren:
Beifall klatschen
über­ein­stim­men:
mit jemandem einer Meinung oder Ansicht sein
sich inhaltlich gleichen oder ähneln
zu­stim­men:
erklären, dass man mit einer schriftlich oder mündlich gemachten Aussage in Übereinstimmung steht, dass man den Inhalt anerkennt

Beispielsätze

  • Er motzt schon den ganzen Tag.

  • Er motzt gegen alles, was wir vorhaben.

  • Tom motzte.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Moritz und Papa Jürgen meckern, motzen und haben sich trotzdem lieb.

  • Da wird gemotzt, dass der Glühwein dort 6 Euro kostet und überhaupt: „Wenn mich noch einmal einer anrempelt, dann haue ich dem eine rein.

  • Da wird nicht gemotzt.

  • Ja motzen tue ich über ausgesprochen dumme Vorschläge.

  • Aber motzen, das kann sie.

  • Aber Hauptsache mal wieder gemotzt.

  • Auch werde, anders als beim Fußball, auf dem Feld nicht gemotzt, um nicht eine rote Karte zu riskieren.

  • Aber erst mal motzen.

  • Da wird ganz schön gemotzt.

  • Als sie nach einer Tour erste neue Songs zu hören bekamen, soll Kollege Mike Love gemotzt haben: "Wer soll sich den Scheiß anhören?

  • Wer wird jetzt motzen und mit der Potenz protzen: "Hallo Steffi, ich bin nackt, du kannst reinkommen!"

  • Brasiliens Fußball-Idol Pele hatte über "Angsthasenfußball" gemotzt.

  • Wück hatte gemotzt: "Ich kann spielen wie ich will, immer fliege ich als erster aus der Mannschaft."

  • Denn hier zeige sich, daß der LSR "nicht nur motzen will, sondern Themen kritisch und pragmatisch angeht".

Wortbildungen

  • anmotzen
  • auf­mot­zen
  • Gemotze
  • herummotzen
  • Motzen
  • motzend
  • Motzerei
  • motzig

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf mot­zen?

Wortaufbau

Das zweisilbige Isogramm mot­zen be­steht aus sechs Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 1 × E, 1 × M, 1 × N, 1 × O, 1 × T & 1 × Z

  • Vokale: 1 × E, 1 × O
  • Konsonanten: 1 × M, 1 × N, 1 × T, 1 × Z

Eine Worttrennung ist nach dem T mög­lich.

Das Alphagramm von mot­zen lautet: EMNOTZ

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Verb fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Mün­chen
  2. Offen­bach
  3. Tü­bin­gen
  4. Zwickau
  5. Essen
  6. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Martha
  2. Otto
  3. Theo­dor
  4. Zacharias
  5. Emil
  6. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Mike
  2. Oscar
  3. Tango
  4. Zulu
  5. Echo
  6. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 11 Punkte für das Wort.

motzen

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort mot­zen kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Buchtitel

  • Max motzt Cara Neumann | ISBN: 978-3-78066-472-3

Film- & Serientitel

  • Tuning-Alarm! – Jo motzt auf (TV-Serie, 2008)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: motzen. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: motzen. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 4942585. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. loomee-tv.de, 16.05.2021
  2. thueringer-allgemeine.de, 13.12.2019
  3. focus.de, 27.02.2018
  4. ka-news.de, 08.11.2017
  5. blick.ch, 09.02.2015
  6. bazonline.ch, 04.05.2011
  7. barmstedter-zeitung.de, 19.06.2010
  8. abendblatt.de, 02.10.2009
  9. welt.de, 08.08.2006
  10. bz, 19.01.2002
  11. DIE WELT 2000
  12. Rhein-Neckar Zeitung, 28.07.1998
  13. BILD 1997
  14. Stuttgarter Zeitung 1995