unken

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈʊŋkn̩ ]

Silbentrennung

unken

Definition bzw. Bedeutung

Über eine zukünftige/unbekannte Angelegenheit pessimistische Vermutungen anstellen; Zukünftiges pessimistisch betrachten; eine negative Erwartungshaltung haben.

Begriffsursprung

Derivation (Ableitung) vom Substantiv Unke durch Konversion.

Konjugation

  • Präsens: unke, du unkst, er/sie/es unkt
  • Präteritum: ich unk­te
  • Konjunktiv II: ich unk­te
  • Imperativ: unk/​unke! (Einzahl), unkt! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ge­unkt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für un­ken (Synonyme)

beschreien:
vor der Zeit über (den Erfolg) einer geplanten Sache reden (und dadurch für den Misserfolg verantwortlich sein)
herbeireden
(negativ) prophezeien:
etwas Zukünftiges vorhersagen; etwas möglicherweise Eintretendes voraussagen
schwarzmalen:
etwas oder die Zukunft pessimistisch darstellen
schwarzsehen:
fernsehen, ohne Rundfunkgebühren bezahlt zu haben
für die Zukunft negative Erwartungen haben

Beispielsätze

Jetzt wollen wir mal nicht unken, wir wissen ja gar nicht, was passiert ist.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Aber, wo Erfolg, da ist auch der Neid – einfach gutes Marketing wird da oft geunkt.

  • Nicht wenige unken damals: viel zu früh.

  • Auch seine Tage als Parteichef könnten gezählt sein, unken einige in der Union.

  • Aber sie will nicht unken und wagt keine Prognose.

  • Manche hatten zuvor ja sogar geunkt, die Zukunft des Parteichefs stehe bei diesem Konvent auf dem Spiel.

  • Weil auch die »Frankfurter Rundschau« insolvent ist, wird allerorten über das Sterben einer Gattung geunkt.

  • Aus der zweiten und dritten Reihe wird sogar über das Scheitern der Koalition geunkt.

  • "Es kann nicht immer so traumhaft weitergehen", hatte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff schon in den Tagen zuvor geunkt.

  • Damit aber sind der regionalen Expansion Grenzen gesetzt und Experten unken bereits: Vorwärts, wir müssen zurück.

  • "Es gibt leider kein Patentrezept gegen Pokalüberraschungen", hatte Willi Reimann noch vorher geunkt.

  • Doch Ökonomen sehen schon Licht am Ende des Tunnels: Spätestens Mitte des Jahres, so unken sie, sei das Schlimmste vorüber.

  • Die ewigen Skeptiker unken schon, dass sich die starke Frau aus dem Osten und mit ihr die PDS an diesem Problem die Zähne ausbeißen könnten.

  • Frustrierte Jagdscheininhaber unken, dass sie inzwischen mehr Schwarzkittel in Nachbars Garten sehen als im Pirschbezirk im Berliner Umland.

  • So viel passiere gar nicht, hatten Skeptiker geunkt.

Wortbildungen

  • Unken
  • unkend
  • Unkerei

Übergeordnete Begriffe

Übersetzungen

  • Baskisch:
    • zorigaitz
    • ohartarazi
  • Englisch:
    • predict the worst
    • prophesy doom
  • Französisch:
    • faire le mauvais augure
    • jouer les Cassandre
    • jouer les cassandres
    • prédire le pire
    • faire de la sinistrose
  • Italienisch:
    • fare l’uccello del malaugurio
    • predire sventure
    • gufare
    • fare l'uccellaccio del malaugurio
  • Polnisch:
    • krakać
    • wykrakać
  • Portugiesisch: agourar
  • Rumänisch: cobi
  • Spanisch:
    • presagiar un desastre
    • pronosticar desgracias

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb un­ken be­steht aus fünf Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × N, 1 × E, 1 × K & 1 × U

  • Vokale: 1 × E, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × N, 1 × K

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von un­ken lautet: EKNNU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Unna
  2. Nürn­berg
  3. Köln
  4. Essen
  5. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Ulrich
  2. Nord­pol
  3. Kauf­mann
  4. Emil
  5. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Uni­form
  2. Novem­ber
  3. Kilo
  4. Echo
  5. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄▄▄▄ ▄ ▄▄▄▄
  4. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 8 Punkte für das Wort.

unken

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort un­ken ent­spricht dem Sprach­niveau C1 (Sprach­ni­veau­stu­fen nach dem Ge­mein­sa­men euro­pä­ischen Re­fe­renz­rah­men für Sprachen ) und kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: unken. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2022, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: unken. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
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  2. t-online.de, 24.09.2021
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  9. sueddeutsche.de, 05.07.2003
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  11. DIE WELT 2001
  12. Berliner Zeitung 2000
  13. DIE WELT 2000
  14. TAZ 1997