mitleiden

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈmɪtˌlaɪ̯dn̩]

Silbentrennung

mitleiden

Definition bzw. Bedeutung

Starke psychische Schmerzen empfinden (leiden), weil jemand anders dies verspürt.

Konjugation

  • Präsens: leide mit, du leidest mit, er/sie/es leidet mit
  • Präteritum: ich litt mit
  • Konjunktiv II: ich litte mit
  • Imperativ: leid mit! / leide mit! (Einzahl), leidet mit! (Mehrzahl)
  • Partizip II: mit­ge­lit­ten
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für mit­lei­den (Synonyme)

(jemandes) Gefühle teilen (variabel)
erbarmen:
jemandem helfen, da er Mitleid erregt hat
(mit jemandem) fühlen (variabel):
gefühlsmäßig: sich selbst in einem bestimmten Zustand wahrnehmen
körperlich: per Tastsinn bzw. allgemein über die Haut wahrnehmen oder erkunden
(etwas) mitempfinden:
sich in ein anderes Lebewesen hineinversetzen, Empathie zeigen
(etwas) mitfühlen:
sich gefühlsmäßig in jemand anderen hineinversetzen
nachempfinden:
etwas so gestalten wie ein bekanntes Vorbild
sich in die Gefühlslage eines oder einer anderen hineinversetzen und ebenso fühlen wie er oder sie
(etwas) nacherleben:
durch Erzählungen, Simulationen, Filme oder Ähnliches eine vergangene Zeit, ein früheres Ereignis so ähnlich erleben, als ob man damals dabei gewesen wäre
ein eigenes Erlebnis in Gedanken nochmals detailreich durchgehen
(jemandem etwas) nachfühlen:
sich gedanklich/gefühlsmäßig in eine fremde Situation, in die Lage eines anderen hineinversetzen
sich (in etwas / in jemanden) einfühlen
teilnehmen:
dabei sein, beiwohnen
mitfühlen

Beispielsätze

  • Wenn sie andere leiden sieht, leidet sie mit; sie kann gar nicht anders.

  • Er leidet grundsätzlich mit jedem gequälten Tier mit und eignet sich deshalb nicht als Tierarzt.

  • Wer mitleidet, der leidet, als ob es sein eigenes Leid wäre.

  • Wir leiden mit dir.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Ich habe mitgelitten und gehadert, ich habe mich geschämt.

  • Und weil es einem ja nicht völlig egal ist, wie demjenigen geschieht, den man ins Herz geschlossen hat, musste man als Zuschauer mitleiden.

  • Wie sehr haben Sie in Rio mitgelitten?

  • Ja, alle "Guten" haben überlebt, aber ich hab so mit Clarke mitgelitten (und tu's immer noch!

  • Wie lange wir noch mit den Herrschaften und ihren Bediensteten aus „Downton Abbey“ mitleiden werden, ändert sich von Monat zu Monat.

  • Mitfiebern und mitleiden Als sie in den Ring steigen, wird es laut in der Markthalle.

  • Auf der Tribüne mitgelitten hat Michael Stickel.

  • Statt wütend auf ihren maladen Mittelfeldstrategen zu sein, würden die Fans mitleiden.

  • Das zeigt aber auch, dass er mitgelitten hat.

  • Genau das Spiel, das uns alle mitleiden lässt Woche für Woche.

  • Sie hält fest: "Die Einsatzkräfte haben unheimlich mitgelitten.

  • Es sei die Natürlichkeit des Spiels und der Charaktere, die bewirkten, dass wir mit den Helden mitleiden.

  • Vor 10 Jahren noch hätten wir wohl kaum so mitgelitten um die Männer der Kursk, meint ein Nachrichtensprecher.

  • "Wir haben alle mitgelitten", sagt der ehemalige Radprofi.

  • Dabei sei es sein Anliegen, daß die Geschichten auch Spaß machen, die Leser lachen, aber auch mit seinen Helden mitleiden können.

  • Wir hätten ja gern mitgelitten: Man liest, um Ich zu werden.

  • Die ganze Welt ist voll von Unfällen und Katastrophen, und man kann nicht mit allen mitleiden.

  • Wenn wir nicht schon zu Zynikern verkommen sind, dann können wir ganz gut mit solchen Geschehnissen im Erwachsenenalter mitleiden.

Wortbildungen

Wortaufbau

Das dreisilbige Verb mit­lei­den be­steht aus neun Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × E, 2 × I, 1 × D, 1 × L, 1 × M, 1 × N & 1 × T

  • Vokale: 2 × E, 2 × I
  • Konsonanten: 1 × D, 1 × L, 1 × M, 1 × N, 1 × T

Eine Worttrennung ist nach dem T und zwei­ten I mög­lich.

Das Alphagramm von mit­lei­den lautet: DEEIILMNT

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Mün­chen
  2. Ingel­heim
  3. Tü­bin­gen
  4. Leip­zig
  5. Essen
  6. Ingel­heim
  7. Düssel­dorf
  8. Essen
  9. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Martha
  2. Ida
  3. Theo­dor
  4. Lud­wig
  5. Emil
  6. Ida
  7. Dora
  8. Emil
  9. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Mike
  2. India
  3. Tango
  4. Lima
  5. Echo
  6. India
  7. Delta
  8. Echo
  9. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄
  3. ▄▄▄▄
  4. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  5. ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 12 Punkte für das Wort.

mitleiden

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort mit­lei­den kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: mitleiden. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: mitleiden. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
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  18. Die Zeit 1995