stehenbleiben

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈʃteːənˌblaɪ̯bn̩ ]

Silbentrennung

stehenbleiben

Definition bzw. Bedeutung

  • (in einer vertikalen Position) zurückgelassen werden

  • im Stillstand verharren

  • von vertikalen Strukturen: im ursprünglichen Zustand erhalten bleiben

  • zum Stillstand kommen

Alternative Schreibweise

Konjugation

  • Präsens: bleibe stehen, du bleibst stehen, er/sie/es bleibt stehen
  • Präteritum: ich blieb ste­hen
  • Konjunktiv II: ich bliebe stehen
  • Imperativ: bleib stehen! (Einzahl), bleibt stehen! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ste­hen­ge­blie­ben
  • Hilfsverb: sein

Anderes Wort für ste­hen­blei­ben (Synonyme)

bis hierher und nicht weiter
halt!:
Ausdruck, der einer Aufforderung oder einem Ratschlag Nachdruck verleiht
oft Ausdruck der Resignation: Gewohnheit und Beständigkeit betreffend
halt stopp! (ugs.)
keinen Schritt weiter!
stopp!
anhalten:
andauern
etwas (an etwas) anhalten: etwas (an etwas) anlegen (z. B. ein Lineal)
bremsen:
die Geschwindigkeit, das Tempo verringern, vermindern, verlangsamen
etwas oder jemanden zur Verringerung der Geschwindigkeit von Bewegungen, Prozessen, Handlungen, Entwicklungen veranlassen, bringen
Halt machen
halten:
anhalten/stoppen (meist um das Ein- und Aussteigen zu ermöglichen)
eine Richtlinie befolgen
haltmachen:
seine Vorwärtsbewegung (beim Gehen, Wandern, Fahren und dergleichen) unterbrechen und zum Stillstand kommen, sich nicht weiter fortbewegen
nicht weiterfahren
nicht weitergehen
stoppen:
aufhören etwas zu tun oder dazu gebracht werden, mit etwas aufzuhören
mit einer Stoppuhr die genaue Zeit nehmen
zum Stehen kommen
es nicht weiter schaffen (als bis)
nicht hinausgelangen (über)
nicht weiter kommen (als)
aufhören zu arbeiten (Gerät)
aufhören zu laufen (Motor, Computer …)
ausgehen (Gerät, Maschine):
(Feuer oder Kunstlicht wie Straßenlaternen) erlöschen
(Geräte) ihre Funktion einstellen

Beispielsätze

  • Sein Herz ist stehengeblieben.

  • Die Zeit scheint hier im Mittelalter stehengeblieben zu sein.

  • In dieser Stadt sind die Ampeln so synchronisiert, dass man, wenn man sich genau an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, vor jeder stehenbleiben muss.

  • Wo bin ich stehengeblieben?

  • Tom ist jetzt 45, aber irgendwie ist er bei 15 stehengeblieben.

  • Ich hatte das Gefühl, dass die Zeit stehengeblieben war.

  • Er hat gewackelt, ist aber stehengeblieben.

  • Ich denke, dass die Uhr stehengeblieben ist.

  • Gut, wo sind wir stehengeblieben?

  • Warum ist Tom nicht stehengeblieben?

  • Ich musste zu Fuß dahin, weil mein Auto stehengeblieben war.

  • Der wahre Fortschritt besteht darin, dass man beim Vorwärtseilen nach der Stelle Ausschau hält, auf der man stehenbleiben kann.

  • Meine Uhr ist stehengeblieben.

  • Ich weiß nicht, ob ich stehenbleiben oder wegrennen soll.

  • Der Polizist wies den Wagen mit einem Pfeifen an, dass er stehenbleiben solle.

  • Das Auto ist völlig unfahrbar stehengeblieben.

  • Wenn man in Großbritannien lebt möchte man manchmal glauben, dass die Uhren im Jahre 1945 stehengeblieben sind.

  • Wo waren wir stehengeblieben?

  • In der kleinen Stadt, die vor langer Zeit aufgegeben wurde, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

  • Die Uhr ist stehengeblieben.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Hier ist nichts stehengeblieben: Radikalkur im hinteren Laichlewald.

  • Für eine ungewöhnliche Rettungsaktion rückten kürzlich Polizisten in Bayern aus: Ein Schaf war stur auf Bahngleisen stehengeblieben.

  • Der Motorradfahrer konnte ebenfalls rechtzeitig stehenbleiben.

  • Bei seinem Hundespaziergang ist er neben dem dicken Brummi stehengeblieben.

  • Bei 300 Leuten müssen Autos schon mal stehenbleiben.

  • Aus denkmalpflegerischer Sicht war aber bald klar, dass der Pieck als originales Kunst- und Geschichtsdenkmal stehenbleiben sollte.

  • Die Tachonadel sei bei Tempo 140 stehengeblieben.

  • Viele Vorortzüge mussten im späten Berufsverkehr stehenbleiben.

  • Bereits im Achtelfinal-Hinspiel gegen Almería waren sie nach dem Anpfiff 20 Sekunden lang stehengeblieben.

  • Die Hälfte des ganzen Feldes war davon betroffen, musste dort stehenbleiben und die Aufräumarbeiten abwarten.

  • Eine Autolenkerin aus St. Martin am Tennengebirge (Pongau) konnte nicht mehr rechtzeitig stehenbleiben und fuhr auf den Tanklaster auf.

  • Bildungsministerin Annette Schavan: "Wenn sich die Welt ändert, darf die CDU nicht stehenbleiben."

  • "Unternehmen dürfen nicht auf halbem Wege stehenbleiben", mahnt Ruhwedel.

  • Der Buslenker konnte gerade noch bei einer Raststation abfahren und stehenbleiben.

  • "Natürlich soll es nicht bei netten Multikulti-Festen stehenbleiben, sondern nur als Einstieg dienen", sagt Rolf Geers.

Wortaufbau

Das viersilbige Verb ste­hen­blei­ben be­steht aus 13 Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 4 × E, 2 × B, 2 × N, 1 × H, 1 × I, 1 × L, 1 × S & 1 × T

  • Vokale: 4 × E, 1 × I
  • Konsonanten: 2 × B, 2 × N, 1 × H, 1 × L, 1 × S, 1 × T

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten E, ers­ten N und I mög­lich.

Das Alphagramm von ste­hen­blei­ben lautet: BBEEEEHILNNST

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Salz­wedel
  2. Tü­bin­gen
  3. Essen
  4. Ham­burg
  5. Essen
  6. Nürn­berg
  7. Ber­lin
  8. Leip­zig
  9. Essen
  10. Ingel­heim
  11. Ber­lin
  12. Essen
  13. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Samuel
  2. Theo­dor
  3. Emil
  4. Hein­reich
  5. Emil
  6. Nord­pol
  7. Berta
  8. Lud­wig
  9. Emil
  10. Ida
  11. Berta
  12. Emil
  13. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Sierra
  2. Tango
  3. Echo
  4. Hotel
  5. Echo
  6. Novem­ber
  7. Bravo
  8. Lima
  9. Echo
  10. India
  11. Bravo
  12. Echo
  13. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄
  3. ▄ ▄ ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  6. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  7. ▄ ▄
  8. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  9. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 19 Punkte für das Wort.

stehenbleiben

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort ste­hen­blei­ben kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

er­schöp­fen:
auf einer Vorstufe, einem gewissen Niveau, stehenbleiben und sich nicht darüber hinaus weiterentwickeln
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: stehenbleiben. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2021, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: stehenbleiben. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10705133, 10341346, 10171321, 7852977, 7460559, 6686087, 4472401, 4456525, 3979197, 3304335, 2588647, 2412622, 2307771, 1764791, 1706109, 1623595, 1605931, 944303, 763180 & 590049. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
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  23. Junge Welt 2000
  24. Berliner Zeitung 1999
  25. Berliner Zeitung 1998
  26. Rheinischer Merkur 1997
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