einigeln

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA): [ˈaɪ̯nˌʔiːɡl̩n]

Silbentrennung

einigeln

Definition bzw. Bedeutung

  • Militär, auch in Bezug auf Fußballspiele: eine Abwehrstellung einnehmen, durch die eine Verteidigung nach allen Seiten möglich ist

  • sich nach Art eines Igels einrollen, zusammenrollen

  • sich von anderen zurückziehen, sich völlig abschotten

Begriffsursprung

Das Verb einigeln ist eine Neuprägung zum Substantiv Igel, die im 20. Jahrhundert aufkam.

Konjugation

  • Präsens: igle ein / igele ein, du igelst ein, er/sie/es igelt ein
  • Präteritum: ich igel­te ein
  • Konjunktiv II: ich igel­te ein
  • Imperativ: igle ein! (Einzahl), igelt ein! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ein­ge­igelt
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für ein­igeln (Synonyme)

(lieber) allein sein wollen
(sich) in Klausur begeben
(sich) von der Außenwelt abschotten
(sich) abkapseln:
etwas oder sich in eine dichte Hülle (Kapsel) einschließen
sich von seinen Mitmenschen, von der Außenwelt völlig zurückziehen, absondern
dichtmachen:
etwas schließen
etwas so bearbeiten, dass es dicht ist
in Klausur gehen
in Ruhe gelassen werden wollen
mit niemandem zu tun haben wollen
nicht (mehr) erreichbar sein (fig.)
(sich) verschließen:
(meist mit einer dafür vorgesehenen Vorrichtung) schließen; zumachen
einen Gegenstand in ein dafür vorgesehenes Behältnis legen und dieses (wie) schließen
zumachen:
schließen
sich beeilen
(sich) zurückziehen:
(Truppen) wieder zum Ausgangsort verlegen
den Kontakt zu anderen Menschen abbrechen oder sich von anderen Menschen entfernen, um ungestört allein zu sein
(eine) Schanze anlegen (variabel)
(sich) eingraben:
eine Oberfläche durch Druck deformieren, eine Spur hinterlassen
unter die Erde bringen, in der Erde vergraben/verankern
schanzen (fachspr., militärisch, veraltend):
eine Schanze errichten
schuften
(sich) verschanzen (auch figurativ):
sich zum Schutz in eine Deckung bringen; sich (wie in einer Schanze) befestigen, sich eingraben
(sich) abriegeln:
den Zugang zu etwas versperren
etwas mit einem Riegel versperren
(sich) abschotten:
etwas mit Schotten versehen, um das Eindringen von Wasser zu verhindern
von der Umgebung trennen, oder auch: sich vor Handlungen des Umfeldes schützen/zurückziehen
(sich) einbunkern:
in ein Gefängnis einliefern
in einem Lager/Bunker (als Vorrat) unterbringen
(sich) verbarrikadieren:
durch rasch herbeigeschaffte und aufeinandergetürmte Gegenstände eine Sperre (Barrikade) errichten, die Eindringlinge aufhalten soll
hinter einer solchen Sperre in Deckung gehen, Schutz suchen
(sich) verrammeln:
einen Eingang/Zugang (mit Hilfe von Gegenständen oder Baumaterial) so sichern, dass der Zutritt erschwert/unmöglich wird

Weitere mögliche Alternativen für ein­igeln

sich abkapseln
sich abschotten
sich absondern
sich einkapseln
sich einkasteln
sich verkapseln

Beispielsätze

  • Sina igelt sich zur Winterszeit gern den ganzen Tag mit einer Wolldecke in ihrem Ohrensessel ein und verschlingt ein Buch nach dem anderen.

  • Mein Neffe hat sich während der Anfertigung seiner Doktorarbeit drei Monate lang in seinem Arbeitszimmer eingeigelt und auf eine zündende Idee gewartet.

  • Tom hat sich eingeigelt.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Dabei zeigt sich wie in der Oberliga-Hinrunde: Mit Gegnern, die sich nicht hinten einigeln, tun sich die Dachwiger leichter.

  • Sie dürfen sich nicht weiterhin im Dachboden des Vereinsheimes des Henger SV einigeln.

  • Von einigeln in der Abwehr ob des favorisierten Gegners konnte keine Rede sein.

  • Oder dich einfach zu Hause einigeln und deine persönlichen TV-Tipps der nächsten 8 Tage einen nach dem anderen abgrasen.

  • Alle werden gegen uns besonders rennen, sich vielleicht auch besonders stark einigeln.

  • Er will, dass wir uns einigeln und gleichzeitig davonlaufen.

  • ER sitzt bestimmt nicht eingeigelt in seiner Wohnung, versucht sich zu betrinken, sich mit TV abzulenken und vor sich hin zu vegitieren!

  • Landauf, landab demonstrieren Millionen Franzosen gegen die Rentenreform - derweil hat sich der Staatschef im Élysée eingeigelt.

  • Das ist viel zu gefährlich." Gary hat sich eingeigelt in seinem Haus, in dem er sich sicher fühlt.

  • Die Gemeinde selbst mit ihren mehr als 7000 Mitgliedern hat sich dennoch nicht eingeigelt.

  • Deutschland hat sich eingeigelt - und jetzt kommt die Rechnung im Wanderungsgeschehen.

  • Wie beide beim ersten Treffen betreten und verlegen den Raum absuchen, sich in quälendem Smalltalk einigeln.

  • Ein paar Schritte weiter haben sich Kakteen auf ihrer Stellage eingeigelt: blättrige, kugelige, Spieße und Kandelaber in allen Größen.

  • Trittin sollte das bedenken und sich nicht vorschnell im grünen Fundamentalismus einigeln.

  • Die Christen, sagt Kardinal Joachim Meisner, dürfen nicht kneifen oder sich einigeln, wenn es um die großen Lebensfragen des Volkes geht.

  • Ein anderer Mann kritisiert zwar, daß sich Honecker zu sehr mit dem Politbüro eingeigelt habe.

  • "Wir haben erwartet, daß sich die Egelsbacher einigeln würden", sagte Kickers-Coach Wolfgang Wolf.

  • Entweder sich einigeln oder mit den Wölfen heulen?

Übersetzungen

Anagramme

Wortaufbau

Das zweisilbige Verb ein­igeln be­steht aus acht Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × E, 2 × I, 2 × N, 1 × G & 1 × L

  • Vokale: 2 × E, 2 × I
  • Konsonanten: 2 × N, 1 × G, 1 × L

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten N mög­lich.

Das Alphagramm von ein­igeln lautet: EEGIILNN

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Essen
  2. Ingel­heim
  3. Nürn­berg
  4. Ingel­heim
  5. Gos­lar
  6. Essen
  7. Leip­zig
  8. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Emil
  2. Ida
  3. Nord­pol
  4. Ida
  5. Gus­tav
  6. Emil
  7. Lud­wig
  8. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Echo
  2. India
  3. Novem­ber
  4. India
  5. Golf
  6. Echo
  7. Lima
  8. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄
  2. ▄▄▄▄ ▄
  3. ▄ ▄
  4. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄
  5. ▄ ▄▄▄▄ ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 10 Punkte für das Wort.

einigeln

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort ein­igeln ent­spricht dem Sprach­niveau C2 (Sprach­ni­veau­stu­fen nach dem Ge­mein­sa­men euro­pä­ischen Re­fe­renz­rah­men für Sprachen ) und kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: einigeln. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: einigeln. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 6100589. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9
  3. thueringer-allgemeine.de, 20.01.2022
  4. nn.de, 25.04.2022
  5. augsburger-allgemeine.de, 10.08.2019
  6. moviepilot.de, 22.05.2016
  7. handelsblatt.com, 04.06.2012
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  9. blogigo.de, 19.04.2011
  10. spiegel.de, 13.10.2010
  11. spiegel.de, 06.01.2010
  12. faz.net, 11.09.2007
  13. tagesschau.de, 03.07.2006
  14. lvz.de, 08.03.2003
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  16. Berliner Zeitung 1999
  17. Welt 1999
  18. TAZ 1996
  19. Stuttgarter Zeitung 1995
  20. Berliner Zeitung 1995