abreiben

Verb (Tunwort)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ ˈapˌʁaɪ̯bn̩ ]

Silbentrennung

abreiben

Definition bzw. Bedeutung

  • transitiv, reflexiv: durch Reibung beschädigen, abnutzen

  • Transitiv, reflexiv: mit einem Handtuch, einem Lappen trocken reiben.

  • transitiv, regional, übertragen: verprügeln

  • transitiv, regional: (Teig, Milchreis oder Ähnliches) rühren

  • Transitiv: durch Reiben reinigen, Schmutz oder Ähnliches durch Reiben entfernen.

  • transitiv: mit einer Reibe bearbeiten, kleine Teilchen mit einer Reibe entfernen

Begriffsursprung

Ableitung zum Verb reiben mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) ab-.

Konjugation

  • Präsens: reibe ab, du reibst ab, er/sie/es reibt ab
  • Präteritum: ich rieb ab
  • Konjunktiv II: ich riebe ab
  • Imperativ: reib ab! / reibe ab! (Einzahl), reibt ab! (Mehrzahl)
  • Partizip II: ab­ge­rie­ben
  • Hilfsverb: haben

Anderes Wort für ab­rei­ben (Synonyme)

(eine) Tracht Prügel geben
(eine) Tracht Prügel verabreichen
(jemandem) den Hintern versohlen
(jemandem) den Hosenboden strammziehen (ugs.)
(jemanden) übers Knie legen
jemandem eine Naht verpassen (ugs.)
jemanden verbimsen (ugs.)
jemanden verkloppen
jemanden vermöbeln
jemanden vertobaken (ugs., norddeutsch)
jemanden verwamsen (ugs.)
körperlich bestrafen
langen Hafer geben (selten)
(jemanden) verprügeln:
auf jemanden wiederholt einschlagen
(jemanden) züchtigen:
jemanden (meist ein Kind) durch Schläge körperlich bestrafen
abfeilen:
durch Bearbeitung mit einer Feile ein Stück von etwas entfernen, etwas glätten
abschaben
abschleifen:
die negativen Eigenschaften von etwas/einer Person verbessern
ein Werkzeug (beispielsweise ein Messer, eine Schere) schärfen
abschmirgeln:
mit Schmirgel (ab-)schleifen, glätten, polieren
feilen:
einen Text oder eine Formulierung verfeinern, bearbeiten
mit einer Feile bearbeiten
glätten:
eine noch nicht perfekte Arbeit überarbeiten
jemandes Zorn oder Erregung vermindern
glatt feilen
glatt reiben
schmirgeln:
mit Schmirgel (ab-)schleifen, glätten, polieren
abfrottieren
abtrocknen:
eigene Körperteile mit einem Handtuch von Feuchtigkeit befreien
mit dem Hilfsverb haben: mit einem saugfähigen Stoff/Tuch von Feuchtigkeit befreien, damit etwas trocken wird
frottieren:
kräftig abreiben, abrubbeln
reiben:
mit einem Gegenstand oder Körperteil unter Druck an einem anderen entlangfahren
mit einer Reibe zerkleinern
trockenreiben
trocknen:
etwas, das nass ist, trocken machen; Feuchtigkeit entziehen
vom nassen in den trockenen Zustand übergehen; Feuchtigkeit verlieren
abrubbeln (ugs.):
(etwas) durch kräftiges Reiben von einem Untergrund lösen
(jemanden/sich oder etwas) durch kräftiges Reiben (mit einem Handtuch oder Ähnlichem) trocknen oder säubern
(durch Reiben) entfernen:
Abstand nehmen; sich von etwas wegbewegen
hinwegnehmen oder herausnehmen; dafür sorgen, dass jemand oder etwas nicht da ist
wegpolieren
abfahren:
eine bestimmte Strecke entlangfahren
etwas (fahrend, bei der Fahrt, mit einem Fahrzeug) abtrennen
(Räder, Reifen) abnützen:
eine Sache durch Gebrauch schädigen
etwas bei der Benutzung verschleißen

Weitere mögliche Alternativen für ab­rei­ben

abwetzen:
die Oberflächenstruktur von etwas, dadurch, dass es ständig gerieben wird, verändern fehlen
rühren:
bequem stehen
eine Masse durch eine Kreisbewegung durchmischen
verdreschen:
jemanden oder ein Tier verprügeln, heftig schlagen

Beispielsätze

  • Nach jedem Regenschauer rast Heiko zu seinem Auto, um die Motorhaube abzureiben.

  • Bitte gut abreiben, damit die Masse nicht anschlägt!

  • Champignons sollte man nicht waschen, sondern nur mit einem Tuch abreiben.

  • Wenn du aus dem Wasser kommst, reib dich gründlich ab, damit du dich nicht erkältest!

  • Mit etwas abgeriebener Zitronenschale kann man gut eine Gulaschsuppe aufpeppen.

  • Bitte versuch doch mal, den Kleberest des Preisschildes von unserem Geschenk abzureiben.

  • Diese Worte haben ihn schwer abgerieben.

  • Jeden ersten Sonntag im Monat reibt Alex mit einem seltsamen Werkzeug die Hornhaut von seinen Fersen ab.

  • Der Autositz ist an einer Stelle vom Gurt ganz abgerieben.

  • Ich hoffe, etwas von ihrem Fleiß wird auch auf dich abreiben.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Die Schuhe habe ich normal geputzt, trocknen lassen und danach mit der Innenseite einer Bananenschale (Tipp einer älteren Dame) abgerieben.

  • Daher sollte zunächst mit einer Bürste der Schmutz abgerieben und danach unbedingt imprägniert werden.

  • Dann verstummt der kollektive Jubel, die schwarz-rot-goldene Farbe wird von den Wangen abgerieben.

  • Beim Nagen wird das Zahnbein stärker abgerieben, so daß immer eine scharfe Kante aus Zahnschmelz vorsteht.

  • Das Profil wird unter starker Hitzeentwicklung abgerieben.

  • "Klärchen" dagegen muss sich erholen: ihr Wangenrot ist abgerieben, die Knie zerschunden, das Näschen eingedrückt.

  • Vergilbte Klaviertasten werden wieder weiß, wenn Sie sie mit einem feuchten Tuch und Zahnpasta abreiben.

  • Wer seinen Hund abkühlen will, sollte ihn nicht mit Wasser bespritzen, sondern mit einem feuchten Lappen abreiben.

Wortbildungen

Übersetzungen

Wortaufbau

Das dreisilbige Verb ab­rei­ben be­steht aus acht Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × B, 2 × E, 1 × A, 1 × I, 1 × N & 1 × R

  • Vokale: 2 × E, 1 × A, 1 × I
  • Konsonanten: 2 × B, 1 × N, 1 × R

Eine Worttrennung ist nach dem ers­ten B und I mög­lich.

Das Alphagramm von ab­rei­ben lautet: ABBEEINR

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Aachen
  2. Ber­lin
  3. Ros­tock
  4. Essen
  5. Ingel­heim
  6. Ber­lin
  7. Essen
  8. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Anton
  2. Berta
  3. Richard
  4. Emil
  5. Ida
  6. Berta
  7. Emil
  8. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Alfa
  2. Bravo
  3. Romeo
  4. Echo
  5. India
  6. Bravo
  7. Echo
  8. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄ ▄▄▄▄
  2. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  3. ▄ ▄▄▄▄ ▄
  4. ▄ ▄
  5. ▄▄▄▄ ▄ ▄ ▄
  6. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 12 Punkte für das Wort.

abreiben

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Tu­wort ab­rei­ben kam im letz­ten Jahr sel­ten in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

ab­äschern:
mit (heißer) Asche abreiben
ab­ge­fah­ren:
getrennt, abgenutzt sein, durch Rollreibung abgerieben sein
rum­peln:
kräftig abreiben
schach­teln:
mit Schaft- oder Schachtelhalmen glättend abreiben
spä­nen:
(einen Parkettfußboden) mithilfe von Metallspänen abreiben, abziehen
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: abreiben. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: abreiben. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2023, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 10648255. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  1. frag-mutti.de, 24.04.2012
  2. volksstimme.de, 13.01.2009
  3. wz-newsline.de, 10.07.2006
  4. abendblatt.de, 01.02.2005
  5. spiegel.de, 02.04.2003
  6. Welt 1999
  7. Berliner Zeitung 1995