Mutation

Substantiv (Nomen), feminin (weiblich)

Aussprache

Lautschrift (IPA):[ mutaˈt͡si̯oːn ]

Silbentrennung

Einzahl:Mutation
Mehrzahl:Mutationen

Definition bzw. Bedeutung

  • regional (Schweiz), sonst veraltet: Veränderung in einen Zustand

  • Veränderung der Stimmlage beim Eintritt in die Pubertät

  • Veränderung des Erbgutes eines Organismus durch Veränderung der Abfolge der Nukleinbasen oder durch Veränderung der Chromosomenzahl, die weder auf Rekombination noch auf Segregation beruht

Begriffsursprung

Von dem lateinischen Substantiv mutatio „Veränderung“

Deklination (Fälle)

SingularPlural
Nominativdie Mutationdie Mutationen
Genitivdie Mutationder Mutationen
Dativder Mutationden Mutationen
Akkusativdie Mutationdie Mutationen

Anderes Wort für Mu­ta­ti­on (Synonyme)

Abart:
eine von der Norm, von geltender Ethik und Moral, von Festlegungen oder Definitionen, vom Durchschnitt, von der Lehrmeinung, vom Mainstream abweichende Art
Abwandlung:
leichte Veränderung, kleine Abänderung
Linguistik: Flexion, grammatikalische Biegung
Derivat (fachspr.):
abgeleitetes Wort
chemische Verbindung, die sich formell von einer einfacheren ableiten lässt
Spielart (bildungssprachlich):
besondere Ausprägung von etwas
Variante:
andere Lesart, Abweichung von zum Beispiel einer Textfassung
eine von zwei oder mehr Möglichkeiten
Variation:
Abwandlung des musikalischen Themas
das Variieren; das Abwandeln oder auch das Verändern von etwas
Veränderung:
der Wechsel von einem (alten) Zustand in einen anderen (neuen)
Wandlung:
grundlegende Veränderung, Anderswerden
Recht: das Rückgängigmachen eines Kaufvertrags (aufgrund von Mängeln einer Sache, einer Dienstleistung)
Stimmbruch:
Änderung der Stimmlage bei Heranwachsenden, zum Beispiel bei Jungen von der Kinder- zur Männerstimme in der Pubertät
Stimmwechsel:
Änderung der Stimmlage bei Heranwachsenden
Anfangsmutation
Anlautmutation
Anlautpermutation
Eklipse:
bestimmte Art der Anlautmutation in inselkeltischen Sprachen
die Verdunkelung oder das Verschwinden von Himmelskörpern wie Sonne oder Mond durch Überdeckung durch andere Körper
genetische Variante
Mutant:
Biologie, speziell Genetik: Individuum mit durch Mutation verändertem Erbgut
regional (Österreich): (Chor-)Knabe im Stimmwechsel
Mutante (Hauptform):
Individuum/Einzelexemplar (zum Beispiel Tier, Pflanze oder Virus) mit durch Mutation verändertem Erbgut
Variante/Zweig einer Art von Tier, Pflanze oder Virus mit durch Mutation verändertem Erbgut
Mutationsprodukt (geh.)
Änderung:
Wechsel eines Zustandes
Wechsel:
das Austauschen von Personen oder Gegenständen
ein durch das Hin- und Herziehen des Wildes ausgetretener Pfad

Gegenteil von Mu­ta­ti­on (Antonyme)

Mo­di­fi­ka­ti­on:
Handlung oder Vorgang, etwas abzuändern und Ergebnis dieser Handlung

Beispielsätze

  • Diese Krankheit wird von einer seltenen genetischen Mutation hervorgerufen.

  • Vielen der besorgniserregendsten Varianten sind dieselben Mutationen zu eigen.

  • Tom hat eine seltene genetische Mutation.

Praktische Beispiele aus der Medienlandschaft

  • Andere Staaten testen nach der Ankunft und nehmen Gen-Sequenzierungen vor, um mögliche Mutationen zu entdecken.

  • Außerdem schließen die Forscher bisher aus, dass die gefundene Mutation für die Menschen ein gesundheitliches Risiko darstellen könnte.

  • Aber man müsse die Situation wirklich ernst nehmen und auch in Deutschland verstärkt nach den Mutationen suchen.

  • Allerdings wisse man ausserhalb Dänemarks noch zu wenig über die Mutation in den dänischen Nerzen.

  • Bei 75 Patienten (28 %) wurden aktivierende Mutationen im Gen PIK3CA und/oder eine vermehrte Expression seines Genprodukts gefunden.

  • Bei Patienten, die Mutationen im ALK-Gen aufwiesen, konnte Brigatinib in einer weiteren Studie überzeugen.

  • Bei besonders mysteriösen Fundtieren, die in gar kein Schema passen, gehen Tierärzte von seltsamen Züchtungen oder Mutationen aus.

  • Außerdem fand er bei Rauchschwalben körperliche Anomalien, was ihn auf Mutationen schließen ließ.

  • Außerdem hatte der Eingriff zahlreiche Mutationen der DNA an falschen Stellen zur Folge.

  • Andererseits weisen die Zellen etwa zwei Millionen Mutationen auf - das ist mehr als 100 Mal so viel wie vom Menschen bekannte Krebsarten.

  • Dafür überlebt ihre Mutation, das Trapez.

  • Von den untersuchten 65 Naevi wiesen 62 eine Mutation im HRAS-Gen auf, die fast immer an der gleichen Stelle auftrat.

  • Aber das ist Mutation in Lichtgeschwindigkeit.

  • Mutationen aber, die in den Jahrmillionen seit der Trennung dieser Arten wieder verlorengegangen sind, bleiben dabei unberücksichtigt.

  • Allenfalls, so Köhlers Worte, hat die Evolution sich eine Mutation zuschulden kommen lassen.

  • Glycidamid kann selbst in geringsten Mengen Mutationen in Säugetierzellen auslösen (siehe Kasten rechts).

  • Nur zwei Prozent der heutigen Weltbevölkerung haben naturrotes Haar - und zwar aufgrund einer Mutation in dem Gen mc1r.

  • Durch gezielte Mutationen soll das M-Protein stillgelegt werden, um gesundes Gewebe zu schützen.

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchtet eine mögliche Mutation des Virus.

  • Die Mutation trat vermutlich zuerst bei Völkern auf, die zwischen dem Uralgebirge und der Wolga lebten.

Wortbildungen

Untergeordnete Begriffe

Übersetzungen

Was reimt sich auf Mu­ta­ti­on?

Wortaufbau

Das viersilbige Substantiv Mu­ta­ti­on be­steht aus acht Buch­sta­ben und setzt sich wie folgt zu­sammen: 2 × T, 1 × A, 1 × I, 1 × M, 1 × N, 1 × O & 1 × U

  • Vokale: 1 × A, 1 × I, 1 × O, 1 × U
  • Konsonanten: 2 × T, 1 × M, 1 × N

Eine Worttrennung ist nach dem U, A und I mög­lich. Im Plu­ral Mu­ta­ti­o­nen zu­dem nach dem O.

Das Alphagramm von Mu­ta­ti­on lautet: AIMNOTTU

Buchstabiertafel

Entsprechend der deut­schen Buch­sta­bier­ta­fel für Wirt­schaft und Ver­wal­tung (DIN 5009:​2022-06) wird das Wort fol­gen­der­maßen buch­sta­biert:

  1. Mün­chen
  2. Unna
  3. Tü­bin­gen
  4. Aachen
  5. Tü­bin­gen
  6. Ingel­heim
  7. Offen­bach
  8. Nürn­berg

In Deutschland ebenfalls ge­läufig ist die Buch­sta­bie­rung nach dem pos­ta­li­schen Buch­sta­bier­al­pha­bet von 1950:

  1. Martha
  2. Ulrich
  3. Theo­dor
  4. Anton
  5. Theo­dor
  6. Ida
  7. Otto
  8. Nord­pol

International ist das eng­lischs­spra­chige ICAO-Alpha­bet (kein „ẞ“ und keine Umlaute) an­er­kannt:

  1. Mike
  2. Uni­form
  3. Tango
  4. Alfa
  5. Tango
  6. India
  7. Oscar
  8. Novem­ber

Heute vorwiegend nur noch als Funk­feuer in der Luft- und Schiff­fahrt ge­bräuch­lich ist der Mor­se­code (auch Mor­se­al­pha­bet oder Mor­se­zei­chen genannt):

  1. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  2. ▄ ▄ ▄▄▄▄
  3. ▄▄▄▄
  4. ▄ ▄▄▄▄
  5. ▄▄▄▄
  6. ▄ ▄
  7. ▄▄▄▄ ▄▄▄▄ ▄▄▄▄
  8. ▄▄▄▄ ▄

Scrabble

Beim Scrabble gibt es 11 Punkte für das Wort Mu­ta­ti­on (Sin­gu­lar) bzw. 13 Punkte für Mu­ta­ti­o­nen (Plural).

Mutation

Bitte je­doch stets das offi­zielle Scrabble-Regel­werk (z. B. zu Vor- und Nach­silben) beachten!

Worthäufigkeit

Das Nomen Mu­ta­ti­on kam im letz­ten Jahr regel­mäßig in deutsch­spra­chi­gen Tex­ten vor. Die Wort­häu­fig­keit ist un­ge­fähr gleich­blei­bend. Dies hat eine Aus­wer­tung meh­re­rer Mil­lio­nen Bei­spiel­sätze ergeben.

Vorkommnisse im Sprachwörterbuch

Ab­ar­tung:
Mutation bei einem Tier oder einer Pflanze und: derartiger Mutant
Blau­er Früh­bur­gun­der:
eine Mutation aus der Rebsorte des Blauen Spätburgunders mit etwas schwächerem Wuchs, dunkelblauen Beeren, die jedoch etwas früher reift als die Ursprungssorte
Bur­gun­der­wein:
Weinbau: Wein aus Trauben der Rebsorte Spätburgunder (Pinot noir) oder eigenständiger Rebsorten, die durch Mutation und/oder Züchtung aus der Rebsorte Spätburgunder hervorgegangen sind
Epi­ge­ne­tik:
Zweig der Biologie, der sich mit der Weitergabe von Eigenschaften auf die Nachkommen beschäftigt, die nicht auf Mutationen des Genoms, sondern auf eine vererbbare Änderung der Genexpression und der Genregulation zurückzuführen sind
Früh­bur­gun­der:
Weinbau: eine Mutation aus der Rebsorte des Blauen Spätburgunders mit etwas schwächerem Wuchs, dunkelblauen Beeren, die jedoch etwas früher reift als die Ursprungssorte
Grau­er Bur­gun­der:
Weiße Rebsorte, die durch eine Mutation des Blauen Spätburgunders oder des Blauen Burgunders entstanden ist
Mu­ta­gen:
Biologie: Mutationen auslösender Einflussfaktor
Ne­o­dar­wi­nis­mus:
Biologie: Weiterentwicklung der Evolutionstheorie von Charles Darwin, die rein auf die Evolutionsfaktoren Mutation und Selektion setzt und lamarckistische Elemente wie die Vererbung erworbener Eigenschaften, die Darwin selbst noch zur Erklärung des Evolutionsgeschehens zu meinen glaubte, konsequent ausschließt
Samt­rot:
Weinbau: eine heute eher seltene, ertragsarme, rote Rebsorte, die durch zwei Mutationen vom Schwarzriesling (in Frankreich Pinot Meunier genannt) aus entstanden ist und sich den Charakteristiken der Herkunftsrebe des Schwarzrieslings, dem Pinot Noir (in Deutschland blauer Spätburgunder) wieder sehr stark angenähert hat
Si­chel­zel­len­anä­mie:
humane Krankheit, die durch eine Mutation im Hämoglobin verursacht wird

Film- & Serientitel

  • Avogardo: Murmansk Mutation (Film, 2008)
  • Generation Mutation (Kurzfilm, 2012)
  • K7B Mutation (Film, 1999)
  • Lizard – Die totale Mutation (Film, 1990)
  • Mutation (Kurzfilm, 2023)
  • Mutation Background (Kurzfilm, 2011)
  • Theater als Antikörper – Die Mutation des HAU1 (Kurzdoku, 2021)
Quellen:
  1. [Allgemeine Datenbasis] Wiktionary-Autoren: Mutation. In: Wiktionary – Das freie Wörterbuch, 2023, [online] de.wiktionary.org, CC BY-SA 3.0
  2. [Thesaurus] OpenThesaurus-User: Mutation. In: OpenThesaurus – Das freie Wörterbuch für Synonyme, 2024, [online] openthesaurus.de, CC BY-SA 4.0
  3. [erweiterte Beispielsätze] User-generated content: Satz-Nr. 11101372, 10071908 & 5332960. In: tatoeba.org, CC BY 2.0 FR
  4. [Newskorpus] D. Goldhahn, T. Eckart & U. Quasthoff: Building Large Monolingual Dictionaries at the Leipzig Corpora Collection: From 100 to 200 Languages. In: Proceedings of the 8th International Language Resources and Evaluation (LREC'12), 2012, CC BY 4.0
  5. [Filme & Serien] Vgl. Internet Movie Database (IMDb), imdb.com
  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, DNB 982603452
  2. tagesschau.de, 02.01.2023
  3. focus.de, 10.02.2022
  4. nrz.de, 05.01.2021
  5. bazonline.ch, 05.11.2020
  6. aerzteblatt.de, 29.01.2019
  7. aerzteblatt.de, 28.09.2018
  8. latina-press.com, 29.11.2017
  9. pnn.de, 26.04.2016
  10. sz.de, 24.04.2015
  11. feedsportal.com, 25.01.2014
  12. blog.zeit.de, 12.12.2013
  13. aerzteblatt.de, 26.06.2012
  14. rss2.focus.de, 09.08.2011
  15. g-o.de, 04.01.2010
  16. faz.net, 11.10.2009
  17. mopo.de, 18.08.2008
  18. science.orf.at, 27.10.2007
  19. berlinonline.de, 18.06.2006
  20. sueddeutsche.de, 08.10.2005
  21. welt.de, 10.11.2004
  22. sueddeutsche.de, 01.04.2003
  23. sueddeutsche.de, 05.10.2002
  24. sz, 16.10.2001
  25. Berliner Zeitung 2000
  26. Spektrum der Wissenschaft 1998
  27. Berliner Zeitung 1997
  28. Die Zeit 1996
  29. Süddeutsche Zeitung 1995